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Eintracht Frankfurt : „Zusammenwachsen braucht Zeit“

Auftakt mit Anlaufschwierigkeiten: David Abraham ist mit sich und der Eintracht noch nicht restlos zufrieden. Bild: Heiko Rhode

Eintracht-Kapitän David Abraham sieht in der Integration der vielen Neulinge kein großes Problem. Die Länderspielpause bietet die Gelegenheit, weiter an Details zu arbeiten.

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          An diesem Donnerstag schließt sich bis auf weiteres das Transferfenster der Bundesliga. Es öffnet dann erst wieder in der Winterpause. Wenn nicht alle Eindrücke täuschen, hat die Eintracht ihre Geschäfte für diesen Sommer weitgehend erledigt. Für weitere Zugänge fehlt nach Ausgaben von rund zwanzig Millionen Euro zum einen schlichtweg das Geld, zum anderen werden sie von den für die sportliche Konzeption verantwortlichen Führungskräften als nicht notwendig erachtet. Niko Kovac, der Trainer, hält die Qualität im Kader ungeachtet des stotternden Starts in die Saison mit einem Punkt und noch keinem Treffer für gut genug, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, die sich zuallererst darum drehen, nicht in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden. Als denkbar gilt, dass in diesem Zusammenhang die Reservisten Yanni Regäsel und Andersson Ordóñez noch abgegeben werden, da sie nach Monaten, in denen ihr Können als Verteidiger nur ansatzweise aufblitzte, mittlerweile als verzichtbar betrachtet werden.

          Kovac fehlt es ansonsten nicht an der notwendigen Geduld mit dem Team, das in diesen Tagen aufgrund von zwölf Abstellungen in der Länderspielpause, nur dezimiert den Übungsbetrieb aufrechterhält. „Wir brauchen nicht nachzulegen, wir haben eine gute Mannschaft. Es wäre nicht das Richtige, darüber zu diskutieren, ob wir noch jemanden holen müssen“, sagte der Coach für den mit seinen Leuten in dieser Woche ein auf Betreiben von Sponsoren angesetztes Privatspiel ansteht: Bei dem Auftritt am Freitag in Marburg (Anstoß 17.30 Uhr ) besteht für alle Mann, die hiergeblieben und nicht mit ihren Nationalauswahlen unterwegs sind, die Gelegenheit, weiter daran zu tüfteln, dass aus den vielen unterschiedlich begabten Individualisten eine funktionsfähige Gemeinschaft wird.

          Verpflichtende Deutschkurse

          Eine herausfordernde Aufgabe, die nach Ansicht von David Abraham nicht abgeschlossen ist, weswegen er aber keine schlaflosen Nächte auf sich zukommen sieht: „Zusammenwachsen braucht Zeit“, sagte der Kapitän am Dienstag bei einem Gespräch zwischen dem morgendlichen Krafttraining und der Ballstunde am Nachmittag. Dem Argentinier kommt die jetzige Unterbrechung im Pflichtbetrieb deswegen auch nicht ganz ungelegen, „weil wir so als Team weiter an uns zu arbeiten können“. Abraham sagte, er mache sich „überhaupt keine Sorge“, dass die Integration der vielen Neulinge gelinge: „Sie haben die Konzepte schon begriffen, es fehlen jetzt nur Kleinigkeiten.“ Für ihn als Innenverteidiger herrsche zum Beispiel in der Abstimmung mit den Nebenleuten „bei langen Bällen oder Zweikämpfen“ noch Optimierungsbedarf, wie der entscheidende Gegentreffer am Samstag gezeigt habe, bei dem er nicht frei von Schuld gewesen sei, wie er selbstkritisch einräumte.

          Abraham bildete in der ersten Pokalrunde zusammen mit dem in Hanau aufgewachsenen Marco Russ das Abwehrzentrum, in Freiburg (0:0) und gegen Wolfsburg (0:1) war sein Partner der Franzose Simon Falette und demnächst gegen Mönchengladbach könnte es der Mexikaner Carlos Salcedo sein. Kommunikationsschwierigkeiten, so sagte der 30-Jährige, brächten der großflächige Umbau des Aufgebots und die daraus resultierenden Personalwechsel aber nicht mit sich. „Die Kommandos klappen schon“, sagte Abraham, der selbst für sich als Routinier den Anspruch verspürt, den jüngeren Mitstreitern „mit aufmunternden Worten Erfahrung weiterzugeben“.

          Im Übrigen lege der Klub Wert darauf, dass alle Profis, die nicht hierzulande aufgewachsen sind, Lernbereitschaft mitbringen müssen, um sich auf und neben dem Platz reibungslos zu verständigen. Bei Arbeitskollegen aus 17 Nationen sei es wichtig, einen verständlichen Umgangston zu finden, der „dem Deutschen sehr nahe kommt“, wie Abraham lächelnd anfügte. Dafür wurden unter anderem von Kovac Deutschkurse verpflichtend eingeführt. Auch dafür bleibt in diesen Tagen, da in der Liga der Ball ruht, etwas mehr Zeit.

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