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Eintracht Frankfurt : Mit mehr Arbeit mehr erreichen

Klappt doch: Johannes Flum (rechts) gratuliert Eintracht-Kapitän Alexander Meier zu einem seiner Tore. Bild: Jan Huebner

„Wir müssen zu hundert Prozent fit sein“: Eintracht-Trainer Nico Kovac setzt im Trainingslager in Flachau auf weitere intensive Lauf- und Konditionseinheiten.

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          Die Konturen werden immer schärfer. Fünf Neue hat Chefeinkäufer Bruno Hübner schon zur Eintracht geholt. Weitere müssen folgen, denn Branimir Hrgota, Danny Blum, Ante Rebic, Omar Mascarell und Taleb Tawatha sind allesamt nicht das, was die Frankfurter am dringendsten brauchen: Innenverteidiger. Nicht ausgeschlossen, dass in den kommenden Tagen weitere Fußballprofis den Weg zur Eintracht finden. Dann allerdings nicht an die große Arena im Stadtwald, sondern in das kleine Flachau im Salzburger Land. Die Gemeinde am Eingang des Tauerntunnels, in der auf 920 Meter Höhe lediglich 2800 Einwohner leben, wird von diesem Montag an das Zuhause auf Zeit für den Reisetross der Eintracht sein.

          Trainer Niko Kovac hat sich bewusst für das als Wintersportort bekannte Flachau entschieden. Der 44 Jahre alte Kroate war schon mit seinem vormaligen Klub RB Salzburg in der Heimat von Austrias Ski-Heros Hermann Maier. Damals wie heute dürften die Motive die gleichen sein: Seine Mannschaft muss in Form kommen. „Wir müssen zusehen, dass wir zu hundert Prozent fit sind. Nur dann können wir erfolgreich sein“, sagte Kovac.

          Die „Reset-Taste“ist längst gedrückt

          Für die Spieler verheißt dies weitere intensive und schweißtreibende Lauf- und Konditionseinheiten, mit denen Kovac im Verbund mit seinen zumeist neuen Helfern – lediglich Bruder und Assistent Robert Kovac sowie Torwarttrainer Moppes Petz waren schon in der Vorsaison dabei – in Frankfurt begonnen hatte. Trainingseinheiten von mehr als zweieinhalb Stunden: Das ist ab sofort keine Ausnahme mehr, sondern eher die Regel. Der Eintracht-Coach will mit mehr Arbeit mehr erreichen. Vor allem: Nicht noch einmal möchte er erleben, dass die Frankfurter Fußballprofis derart in die Bredouille geraten wie in der zurückliegenden Spielzeit, als die Rettung erster Klasse erst über die Relegation gelang. Die „Reset-Taste“, die Kovac immer wieder erwähnte, ist längst gedrückt. Schon Anfang Juli, als sich das Gros der Spieler im Urlaub der Zerstreuung hingab, traf sich Kovac an seinem Wohnort Salzburg gemeinsam mit Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner, um an der neuen Eintracht zu basteln.

          Die seitdem eingeleiteten Fortschritte sind unverkennbar, doch sie sind eben noch nicht komplett. Denn gerade in der Innenverteidigung klafft ein großes Loch. Geschlossen werden soll es durch den Transfer von zwei Innenverteidigern, die dringend benötigt werden. Carlos Zambrano hört ab sofort den Rubel rollen und wird für den russischen Klub Rubin Kazan dazwischengehen. Bamba Anderson ist langzeitverletzt. Und Marco Russ, der stellvertretende Kapitän, kümmert sich nach seiner Tumorerkrankung um vollständige Genesung. Bleibt als einzige verbliebene Kraft David Abraham. Der starke Argentinier allein aber kann es nicht richten. Unterstützung wird und muss kommen. Beim jüngsten Auftritt der Eintracht, dem ungefährdeten 15:0 beim Gruppenligaverein TSG Messel, blieb die Frankfurter Defensive erwartungsgemäß ungefordert. Es waren im Gegenteil die Angreifer wie Alexander Meier (vier Tore) und Neuzugang Ante Rebic (drei), die im ersten Testspiel nach der Sommerpause am intensivsten ihre Gefährlichkeit dokumentierten. Auch Blum und Hrgota waren erfolgreich.

          Subotic passt nicht ins Profil

          Bruno Hübner, der im operativen Geschäft die meisten Transfers realisiert, bestätigte, „dass unsere größte Baustelle mit Sicherheit die Innenverteidigung ist. Das müssen wir ändern. Wir arbeiten daran mit Hochdruck und wollen zwei Verstärkungen holen.“

          Einer, der in den vergangenen Tagen immer wieder als möglicher Zugang gehandelt wurde, ist Neven Subotic. Der 27-Jährige, einst einer von Jürgen Klopps verteidigenden Musterschülern, hat keine Zukunft beim Bundesligazweiten Borussia Dortmund und ist auf der Suche nach einem neuen Verein. Eine Option für die Eintracht ist der ehemalige Mainzer aber nicht, wie Hübner ausführte. „Wir haben im vergangenen Jahr mal über ihn nachgedacht. Derzeit können wir uns das aber nicht erlauben. „Er passt nicht in unser Profil.“

          Bei der Eintracht sollen auch die Verteidiger für die Attribute stehen, die sich die Frankfurter Verantwortlichen beim Bau der neuen Mannschaft wünschen: jung, entwicklungsfähig, ambitioniert. Ob dies auch auf Jesús Vallejo von Real Madrid zutrifft, ist derzeit nicht bekannt. Der 19-Jährige, den die Königlichen vergangene Saison für fünf Millionen Euro von Real Saragossa verpflichtet und direkt wieder dorthin verliehen hatten, gilt als großes Talent. Vallejos Vertrag bei Madrid läuft noch bis 2021.

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