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Eintracht Frankfurt : „Mentalität schlägt Talent“

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Leichter Aufgalopp im Trainingslager: Oczipka (links) und Meier im Testspiel gegen St. Pölten. Bild: Heiko Rhode

Eintracht-Trainer Veh hält nichts von Reibung, die Energie erzeugen kann. Er setzt auf Teamgeist. Die Integration der fünf Neuen ist schon weit fortgeschritten.

          Die Beurteilung konnte aus Sicht von Armin Veh gar nicht anders ausfallen. „Natürlich bin ich mit dem Verlauf des Trainingslagers zufrieden“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht, „aber sie werden keinen Trainer erleben, der etwas anderes zugeben würde.“ Die Einschätzung entspreche freilich seiner ehrlichen Überzeugung. Die wichtigsten Kriterien habe die intensive Arbeitswoche im oberösterreichischen Feldkirchen jedenfalls erfüllt, alle Vorgaben seien umgesetzt worden. Unter der bewähren Anleitung von Konditionstrainer Christian Kolodziej sind körperliche Grundlagen gelegt worden, die Eintracht hat keine verletzten Spieler zu beklagen, und schließlich sei die Integration der bislang fünf Neuzugänge weit fortgeschritten. „Die, die hier waren, haben richtig gut gearbeitet“, sagt Veh, „wir sind schon ein Stück weiter als vor einem Jahr.“ Damals hatten sich Veh und Sportdirektor Bruno Hübner nach dem Aufstieg in die Bundesliga für einen Neubau der Mannschaft entschieden, der gerade zu Beginn der Vorbereitung noch in vollem Gange war. Diesmal ist kein Neubau nötig, aber durchaus ein Anbau.

          Auch wenn Veh auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen kann, die in den nächsten Tagen durch die Rückkehr der Nationalspieler Carlos Zambrano, Sebastian Rode und Takashi Inui wieder komplettiert werden wird, kommt dem Einbau von neuen Spielern große Bedeutung zu. Schaffen die Frankfurter über die beiden Play-off-Spiele den Einzug in die Gruppenphase der Europa League, müsste die Mannschaft bis zur Winterpause insgesamt acht Spiele mehr austragen als im vergangenen Jahr. „Meine Spieler haben damit nicht so viel Erfahrung“, sagt der Trainer, „deshalb brauchen wir eine breitere Basis“. Fünf neue Spieler sind schon da, zwei weitere sollen noch kommen. Der Konkurrenzkampf wird also deutlich verschärft, ganz besonders in der offensiven Abteilung. Dem Spanier Joselu, von der TSG 1899 Hoffenheim geholt, ist es gelungen, schon in den ersten Tagen mit feiner Schusstechnik und gutem Kopfballspiel Akzente zu setzen. „Er hat mit seinen 23 Jahren schon große Fähigkeiten“, lobt Veh, „ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass er uns weiterhelfen kann.“ Genau wie der in Kürze erwartete nächste Neuzugang für den Angriff. Vaclav Kadlec von Sparta Prag und Nicklas Bendtner sind die heißesten Kandidaten.

          3:2 gewonnen

          Dass sich Veh sogar vorstellen könnte, beide zu holen, zeigt, wie viel Vertrauen er in die integrativen Kräfte innerhalb der Mannschaft setzt. Denn der Teamgeist, zuletzt einer der größten Trümpfe der Eintracht, soll über der Verbreiterung der personellen Möglichkeiten keinesfalls leiden. „Wir können nur über mannschaftliche Geschlossenheit kommen“, sagt Veh. Von Reibung, die Energie erzeugen kann, hält er im Innenleben einer Fußballmannschaft wenig. „Junge Menschen müssen sich verstehen und respektieren“, sagt er, „am Ende schlägt Mentalität Talent.“

          Zum Abschluss des ersten Österreich-Aufenthaltes, dem vom 15. Juli an ein weiterer folgen wird, hat die Eintracht am Samstagabend das erste Privatspiel bestritten und 3:2 beim Zweitligaklub SKN St.Pölten gewonnen. Srdjan Lakic, Alexander Meier und ein Eigentor waren für die Treffer der Frankfurter verantwortlich. Der Trainer wollte nachher nicht viele Worte verlieren, zumal ihm die Ergebnisse dieser Übungsspiele noch nie wirklich viel bedeutet haben. „In der ersten Halbzeit haben wir ganz gut kombiniert, in der zweiten Halbzeit war der Spielfluss weg“, sagte er. Erst am Dienstag wird in Frankfurt wieder trainiert. Veh hatte sechzehn Spieler eingesetzt, darunter die Neuzugänge Johannes Flum als Innenverteidiger, Jan Rosenthal und Stephan Schröck jeweils eine Halbzeit lang auf der linken Außenbahn im Mittelfeld und Joselu im zweiten Durchgang als Mittelstürmer.

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