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Eintracht Frankfurt : Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Die nächste Niederlage: Diesmal sind es die Bayern, die der Eintracht um Bamba Anderson und Alexander Meier zusetzen. Bild: Wonge Bergmann

Die Eintracht ist mit dem 0:4 gegen die Bayern gut bedient. Der Lehrstunde wollen Team und Trainer nur Positives abgewinnen. Tatsächlich wird die Lage immer prekärer.

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          Hermann Gerland ist ein Gesicht der Bundesliga. In mehr als vier Jahrzehnten hat der Bochumer, der seit 2001 dem Trainerstab des FC Bayern angehört, immer wieder denkwürdige Fußballspiele in Frankfurt erlebt. „Hier haben wir uns immer sauschwer getan“, erzählte der sechzig Jahre alte Assistent von Chefcoach Pep Guardiola, als er kurz vor dem Anpfiff durch die Katakomben schritt. „Bei der Eintracht ist es nie einfach zu bestehen“, berichtete er von seinen Erfahrungen. Am Samstag kam eine neue hinzu: Den Münchnern genügte eine halbwegs konzentrierte Vorstellung, bei der nicht einer ihrer Akteure über die Maßen gefordert wurde, um sich 4:0 durchzusetzen. Mit dem deutlichen Resultat war die Eintracht noch gut bedient.

          Wäre der Spitzenreiter in der Schlussphase mit seinen Chancen nicht so verschwenderisch umgegangen, hätte es ein Debakel für die Elf von Thomas Schaaf werden können. So wurde es „nur“ die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge – eine ähnliche Pleitenserie gab es zuletzt 2004. Und doch waren kurioserweise anschließend fast ausschließlich Frankfurter Stimmen zu vernehmen, die der Lehrstunde Gutes abgewinnen wollten. Tenor fast aller ihrer Bilanzen am Ende des elften Spieltags, an dem man der Abstiegsregion wieder ein Stück näher gekommen war: Der AS Rom sah in der Champions League gegen diesen Gegner noch schlechter aus. Also: Es hätte noch schlimmer kommen können. Dass die Schönredner mit allerhand Phantasie den Fehlschlag beinahe in einen Achtungserfolg hätten umdeuten können, hatten sie Felix Wiedwald zu verdanken. Der Keeper stellte sich zu Beginn der ersten Halbzeit und zum Ende der zweiten den frei vor ihm auftauchenden Bayern geschickt in den Weg und verhinderte noch größeres Unheil.

          Dürftige Bilanz für Meier

          Die Treffer für die Münchner erzielten Thomas Müller (22., 64. und 67. Minute) sowie Xherdan Shaqiri (86.), der seinen Fuß in eine Hereingabe des ehemaligen Frankfurters Sebastian Rode (siehe Bericht auf dieser Seite) brachte und den Ball unhaltbar abfälschte. Die Frankfurter haben in elf Ligaspielen nun 23 Gegentore hinnehmen müssen – nur die ebenfalls mächtig im Schlamassel steckenden Traditionsklubs Bremen (24) und Stuttgart (25) sind noch anfälliger.

          Dynamisch: Sebastian Rode setzt sich leichtfüßig gegen alte Mitstreiter durch.

          Alexander Meier war auf der Gegenseite mit der einzigen nennenswerten Möglichkeit kurz vor der Pause bei einem Freistoß an Manuel Neuer gescheitert (41.). Eine dürftige Bilanz, doch Meier, der Kapitän, stimmte lautstark in den Chor der Idealisten ein, die ihren Optimismus nicht verloren haben. „Wir haben gut dagegengehalten und alles gegeben“, sagte der Einunddreißigjährige. „Dass die Bayern überlegen sein würden, war uns von vornherein klar.“ Er sprach vom „richtigen Weg“, auf dem er und seine Kollegen trotz allem unterwegs seien: „Wenn wir so weitermachen wie gegen München und uns auch zukünftig so anstrengen, bin ich guter Dinge“.

          Angriff war nicht die beste Verteidigung

          Verglichen mit den zurückliegenden Partien war die Einsatzbereitschaft, mit denen sich Meier und Co. in die Zweikämpfe stürzten, spürbar größer. Hätten Schaafs Leute gegen Hannover, Paderborn oder Stuttgart mit dieser Leidenschaft gearbeitet, wären schon da andere Resultate denkbar gewesen, würde die Talfahrt jetzt nicht mit solch einem Tempo voranschreiten. Diesmal attackierten Makoto Hasebe, Slobodan Medojevic und Marc Stendera außergewöhnlich früh den ballführenden Spieler, waren aggressiv im Mittelfeld. Dass die mutige Taktik ausgerechnet gegen die Bayern ausgegeben wurde, verblüffte.

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