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Eintracht Frankfurt : Einer für das Eintracht-Tor

  • -Aktualisiert am

Das zweite Trainingslager ist bald vorbei: An diesem Wochenende kommt die Eintracht aus Österreich nach Frankfurt zurück. Bild: dpa

Lukas Hradecky - ein Slowake, der Finne ist und in Dänemark zwischen den Pfosten steht, könnte Trapp-Nachfolger werden. Die Suche nach einem Linksaußen geht weiter.

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          Das Warten geht weiter. An diesem Wochenende kehrt die Eintracht aus Österreich nach Frankfurt zurück - ohne weitere Zugänge. Die ursprünglich selbst formulierte Erwartung, dass der Klub seine Personalplanungen spätestens bis zum Ende des zweiten Trainingslagers abgeschlossen haben wollte, hält Bruno Hübner nicht mehr aufrecht. Frühestens in den kommenden Tagen, wenn das Team wieder in den Übungseinheiten an der WM-Arena den Ball laufen lässt, sei mit der Präsentation neuer Leute zu rechnen, sagte der Sportdirektor am Donnerstag.

          Die Meldung aus Dänemark, wonach die Hessen bei ihrer Suche nach einem Nachfolger für den nach Paris verkauften Kevin Trapp im Kader von Bröndby Kopenhagen fündig geworden seien und sich alsbald mit Lukas Hradecky über einen Wechsel verständigen würden, wollte Hübner weder bestätigen noch dementieren. „Wir haben einen Grundsatz“, sagte der 54-Jährige, „wir kommentieren keine Namen, das ist aus unserer Sicht in dieser Phase nicht produktiv.“

          Ablöse von zwei Millionen Euro für Hradecky

          Verhandlungen und Gespräche führe er momentan viele, sagte der Manager, der nahezu pausenlos am Telefonieren ist, während er die Vorbereitung der Frankfurter in Windischgarsten als Zuschauer beobachtet. Die Zeitung „Ekstra Bladet“ hatte in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, dass Hradecky unmittelbar vor einer Übereinkunft mit der Eintracht stehe. Der Keeper wurde in Bratislava in der Slowakei geboren, ist aber finnischer Staatsbürger und Nationalspieler.

          Dem Vernehmen nach verlangt sein Arbeitgeber, an den er noch bis Juni 2017 gebunden ist, eine Ablöse von rund zwei Millionen Euro, die Eintracht soll in ersten Konsultationen zunächst 1,5 Millionen Euro geboten haben. Die Differenz scheint überbrückbar, zumal Hübner nach dem Trapp-Deal nicht ganz so penibel wie zu früheren Zeiten die Kassenlage im Auge behalten muss.

          Eintracht will Spieler kaufen und nicht ausleihen

          Hradecky würde ins Anforderungsprofil passen: Er ist 25 Jahre alt, 1,90 Meter groß, spricht deutsch, verfügt über Erstliga-Erfahrung (141 Partien) und kam auch schon international zum Einsatz (22). Am Donnerstagabend, spekulierten dänische Medien, absolvierte er sein wohl letztes Spiel für den FC Bröndby; in der Qualifikation zur Europa League stand er gegen die Bulgaren von PFK Beroe Stara Sagora auf dem Platz. Einen Ersatz für Hradecky fanden die Kopenhagener bereits: Sie verpflichteten den dänischen Junioren-Nationaltorwart Frederik Rönnow.

          „Wir verfolgen eine Optimalbesetzung“, kommentierte Hübner die Hängepartie, in der zuletzt die Oldies Jaroslav Drobný (HSV) und Tom Starke (Bayern München) sowie Stéphane Ruffier (Saint-Etienne) gehandelt wurden. „Es muss für uns Sinn machen, wir wollen kaufen und nicht ausleihen.“ Druck, schnell eine Lösung liefern zu müssen, verspüre er keinen. „Wir haben mit Heinz Lindner einen guten Torwart. Er kann die Situation überbrücken und danach, wenn noch ein anderer Schlussmann da ist, für die gewünschte Wettbewerbssituation sorgen.“

          Einige Spieler haben noch Ferien

          Wie sich der Österreicher bislang eingelebt habe, gefalle ihm außerordentlich, sagte Hübner: „Er bringt sich ein und will bei uns die Nummer eins werden. Entsprechend tritt er auf.“ Lindner wird von Max Hagmayr beraten. Der 58 Jahre alte Spielervermittler, mit dem Hübner schon Transfers realisierte (Hoffer, Korkmaz) und Trainingscamps plante, kündigte für diesen Freitag einen Besuch im Frankfurter Quartier in Windischgarsten an und will dabei auch Vorschläge unterbreiten, wie der Verein die zweite offene Planstelle besetzen könne. Hübner sucht noch einen Linksaußen und ließ immerhin durchblicken, dass ein Vertragsabschluss mit einem Kandidaten unmittelbar vor dem Abschluss stehe. „Er kommt nächste Woche“, sagte er über den Mister X, „es sind nur noch Details zu klären.“

          Abgeben wird die Eintracht, bei der Trainer Armin Veh derzeit das Kommando über zwanzig Feldspieler und drei Schlussmänner führt, vorerst keinen Akteur. Eine Abgabe des 19 Jahre alten David Kinsombi, die im Juni noch als Option galt, ist fürs Erste vom Tisch. „Wir müssen erst mal schauen, dass wir die, die jetzt noch unterwegs sind, zurückbekommen und wir uns insgesamt ein komplettes Bild machen können“, legte sich Hübner fest. Am Sonntag soll der Peruaner Carlos Zambrano nach seinen Ferien im Anschluss an die Copa América wieder in Frankfurt vorstellig werden, und auch Timothy Chandler wird Anfang August zurückerwartet: Der Rechtsverteidiger verlor mit der amerikanischen Nationalmannschaft das Halbfinale beim Gold Cup in Atlanta gegen Jamaika (1:2). Nach dem Spiel um Platz drei gewährt ihm die Eintracht sieben Tage Ferien, ehe Veh ihn in der ersten Augustwoche, unmittelbar vor dem Pokalspiel in Bremen, wieder im Training sehen will.

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