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Eintracht Frankfurt : Kranich beflügelt Adler

Im Anflug: Lufthansa und Eintracht verbindet schon lange, nicht nur im Stadion, eine große Nähe. Bild: Wonge Bergmann

Die Eintracht bekommt mit der Lufthansa einen neuen Premiumpartner, der bis 2019 fünf Millionen Euro zahlt. Geld, das auf dem Transfermarkt hilft.

          Sportlich hat die Eintracht in dieser Sommerpause bislang keine größeren Erfolgsnachrichten zu vermelden gehabt. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dagegen gelingt es dem Klub, hinter dem nach eigenem Bekunden finanziell die beste Saison in der Bundesliga-Historie liegt, weitere Pluspunkte zu sammeln. Die LufthansaAG steigt in den Kreis der sogenannten Premiumpartner des Frankfurter Fußballvereins auf. Die achtgrößte Fluggesellschaft der Welt weitet ihr Sponsoring vom 1. Juli an deutlich aus. Sie wird künftig für ihre zunächst bis 2019 vereinbarte Unterstützung insgesamt fünf Millionen Euro überweisen. Hinzu kommen dem Vernehmen nach Sachleistungen, zum Beispiel Freiflüge für das Team zu Auswärtsspielen, wodurch das Reisekostenbudget der Eintracht entlastet wird. Hintergründe der Übereinkunft sollen in den nächsten Tagen, kurz bevor sich die Profimannschaft zum ersten Mal unter dem Kommando des neuen Chefcoachs Thomas Schaaf zum Training versammelt, veröffentlicht werden. Peter Schneckenleitner, Pressesprecher der Lufthansa, bestätigte entsprechende Informationen dieser Zeitung. Er teilte am Fronleichnamstag mit: „Lufthansa ist schon längerfristig Partner der Eintracht. Das Engagement wird ausgebaut. Details werden nächste Woche bekanntgegeben.“

          Auf den Dauerkarten, die derzeit per Post an die Fans verschickt werden, soll das Logo der Kranich-Airline jedenfalls schon an hervorgehobener Stelle abgedruckt sein. Das Unternehmen unterstützt hierzulande im Fußballbereich neben der Eintracht den Rekordmeister FC Bayern München und die Nationalelf. Hauptsponsor der Frankfurter ist vorerst bis 2016 der italienische Autobauer Alfa Romeo. Zur Kategorie der zahlungskräftigen Premiumpartner, die mit ihrem Namenszug unter anderem im VIP-Bereich, in den Logen, auf Banden am Spielfeldrand, in vereinseigenen Publikationen sowie im Eintracht-TV für sich Reklame machen, gehörten bislang die Deutsche Bahn, DFV Deutsche Familienversicherung AG, Krombacher Brauerei, Helaba, Lotto Hessen, Mainova und Fraport.

          Lufthansa-Deal kommt gelegen

          Lufthansa ist seit 2008 mit der Eintracht verbunden. Zuletzt war der Konzern in und um die WM-Arena deutlich weniger präsent als in den Anfangsjahren, als auch der Familien-Fanblock im Stadion mit dem Kranich-Markenzeichen verziert worden war. Der neue Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr hat das Kostensparprogramm der Lufthansa unmittelbar nach seinem Einstieg im Mai nun aber in der Marketingabteilung gelockert. Lufthansa beschäftigt weltweit annähernd 118.000 Arbeitnehmer. In Frankfurt, seinem Heimatstandort, sind es knapp 37.000. Der umfassendere Einstieg bei der Eintracht ist vor allem unter strategischen Gesichtspunkten interessant. Der Klub hatte zuletzt offensiv um die Gunst von Fluggesellschaften aus dem arabischen Raum gebuhlt. Entsprechende Gespräche waren rund um die zurückliegenden Wintertrainingslager in Abu Dhabi geführt und in diesem Frühjahr noch einmal forciert worden. Mit ihrem Schritt kam die Lufthansa nun der Konkurrenz zuvor.

          Für das kommende Sportjahr plant der Tabellen-Dreizehnte der vergangenen Runde mit einem Lizenzspieleretat von rund 34 Millionen Euro. Axel Hellmann, das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied, hatte unmittelbar nachdem das Werben um Stürmer Joselu am Geld gescheitert war, eine größere Risikobereitschaft auf dem Transfermarkt angekündigt. „Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind“, sagte der Jurist. Der Lufthansa-Deal kommt da gelegen. Unter anderem soll so schnell wie möglich der Vertrag mit Carlos Zambrano vorzeitig verlängert werden. Der Innenverteidiger gehört nach dem Abgang der Stammkräfte Rode, Jung, Schwegler und Joselu zu den ebenfalls von einigen Mitbewerbern umworbenen Kandidaten im Eintracht-Kader. Außerdem liegen für ihn Anfragen aus der englischen Premier League und Spanien vor. Der aktuelle Kontrakt mit dem 24 Jahre alten Abwehrmann läuft in zwölf Monaten aus. Auch durch das Lufthansa-Kapital könnte ihm der Verbleib im Adler-Trikot einen Tick schmackhafter gemacht werden.

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