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Eintracht Frankfurt : Letzte Chance

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Die Angst geht um: Armin Veh und Heribert Bruchhagen fürchten, demnächst den fünften Abstieg der Eintracht verantworten zu müssen. Bild: Heiko Rhode

Endspiel für Armin Veh: Gegen Ingolstadt hilft der Eintracht und ihrem Trainer nur ein Sieg. Auch für Sportdirektor Bruno Hübner wird die Luft dünner.

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          Seit neun Monaten ist Armin Veh wieder Trainer der Eintracht. Die Mannschaft hat unter seiner Regie fast sämtliche Qualitäten verloren, die es bedarf, um in der Fußball-Bundesliga achtbar mitspielen zu können. Ihre aktuelle Verfassung ist alarmierend. Der Absturz auf den Relegationsrang stellt den vorläufigen Tiefpunkt eines seit Herbst andauernden Niedergangs dar. Lediglich neun Wochen bleiben noch, um das Team, in dem die meisten völlig von der Rolle sind, vor der Herabstufung in die zweite Klasse zu bewahren.

          Veh besitzt trotz allem noch eine Gelegenheit, zu zeigen, dass er der weiterhin geeignete Mann ist, der dieser Ansammlung völlig verunsicherter Profis vor dem Schlimmsten bewahren kann. Für ihn hat das Aufeinandertreffen mit dem FC Ingolstadt Endspiel-Charakter. Alles andere aber als ein Sieg an diesem Samstag wäre zu wenig – und würde den Problemen der Eintracht, die schon jetzt gravierend sind, eine neue Dimension verleihen, die die Führungsgremien zum Handeln zwingen müsste. Die Option, sich von Veh zu trennen, wäre dann die naheliegendste. Auch wenn sich sein Vorgesetzter kraft seines Amtes dagegen sträubt. „Es ist ein wichtiges Spiel, da brauchen wir nicht drumherum zu reden“, sagte Veh am Freitag.

          Eintracht könnte vor Zerreißprobe stehen

          Elf der 24 Partien dieser Saison verlor die Eintracht. Veh hat einiges probiert, um den Abwärtstrend zu stoppen. Geglückt ist es ihm nicht. Seine Ideen verpufften, sein Kredit ist nahezu aufgezehrt – und ein Trainerwechsel wäre immerhin eine erkennbare Idee, wie der Klub gedenkt, den tiefen Fall zu stoppen. Die vorzeitige Ablösung eines Fußballlehrers, so formulierte es Heribert Bruchhagen, sei immer eine schmerzhaftes Eingeständnis des Scheiterns.

          Damit tut sich der 67-Jährige ehemalige Oberstudienrat von Natur aus schwer. Der Vorstandsvorsitzende, den in der Vergangenheit Loyalität zu seinen wichtigsten Angestellten auszeichnete, spielte in der Vergangenheit gerne so lange wie möglich auf Zeit, um unangenehme Entscheidungen hinauszuzögern – revidierte jedoch, wenn es wirklich darauf ankam, seine vorherigen Treuebekenntnisse, sofern er Wohl und Wehe der Eintracht grundlegend gefährdet sah. Damit muss nun auch Veh rechnen. Bei Uneinigkeit in den Gremien über dessen Weiterbeschäftigung droht der Eintracht eine Zerreißprobe. Sie könnte fatale Folgen für die sportlichen und wirtschaftlichen Perspektiven mit sich bringen.

          Veh als Psychologe gefragt

          Der Klub war Bruchhagen in seinen 13 Jahren, in denen er die Verantwortung trug (die er am 30. Juni abgeben wird) immer wichtiger als einzelne Personen: Dies bekamen auch Willi Reimann, Friedhelm Funkel, Michael Skibbe oder Thomas Schaaf zu spüren, deren Entlassung er nicht forcierte, aber zum Teil mit (geldwerten) Argumenten so moderierte, dass es dann doch auf eine Trennung hinauslief, die der Öffentlichkeit als Schritt in „beiderseitigem Einvernehmen“ verkauft wurde; diese Variante, womöglich auf Druck aus dem Aufsichtsrat, wäre nun auch eine denkbare. Die Räte treffen sich an diesem Montag. Wolfgang Steubing, ihr Vorsitzender, stand in den zurückliegenden Tagen für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Das Bild der Eintracht kann ihm nicht gefallen.

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