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Eintracht Frankfurt : Kombinationen, Konter und Kung Fu

Fingerzeig: die Eintracht gewinnt deutlich. Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht erzeugt durch das 3:0 in Bremen Auftrieb für die sechs Spiele, die in drei Wochen absolviert werden.

          2 Min.

          Jetzt kommt es knüppeldick. Schon wieder ein Verletzter bei der Eintracht. Diesmal ist es Bastian Oczipka, den der Frankfurter Trainer Armin Veh ersetzen muss. Sein Linksverteidiger, der beim 3:0-Auswärtssieg in Bremen als Vorbereiter, Stabilisator und verkappter Stürmer glänzte, zog sich fünf Minuten vor dem Ende der Partie einen Muskelfaserriss zu. Nach Auskunft der Mediziner wird der 24 Jahre alte Abwehrspieler zwei Spiele ausfallen. Das ist schlecht für Oczipka und schlecht für die Eintracht, die in dieser Zeitspanne ihr erstes Europa League-Gruppenspiel gegen Girondins Bordeaux (Donnerstag, 19 Uhr) sowie die Auswärtspartie beim Bundesligarivalen VfB Stuttgart (Sonntag, 17.30 Uhr) bestreiten muss. Ersatz steht schon bereit. Constant Djakpa, der Mann von der Elfenbeinküste, darf sich wieder einmal beweisen und zeigen, dass er ein verlässlicher Tauschpartner ist. Für Oczipka ist die Dienstreise in den Norden mit bleibenden Eindrücken zu Ende gegangen. Nicht nur der Muskelfaserriss hat nachhaltigen Eindruck gemacht. Auch der üble Tritt des unbeherrschten Italieners Franco di Santo hat Oczipka mächtig zugesetzt. Doch der Eintracht-Profi ließ sich von der Kung-Fu-Attacke in der 26. Minute nicht aus der Fassung bringen. Mannschaftsarzt Wulf Schwietzer nähte die klaffende und stark blutende Wunde an der Stirn – und weiter ging es mit dem später geglückten Vorhaben, Auswärtssieg Nummer zwei perfekt zu machen.

          Doch nicht nur der technisch gefällige Oczipka hat Anteil an den Punktgewinnen vier bis sechs für die Eintracht. Auch ein Schweizer darf sich zugute halten, ein wichtiger Teil der Frankfurter Mannschaft gewesen zu sein. Mit verblüffender Selbstverständlichkeit fügte sich Neuzugang Tranquillo Barnetta sofort in das für ihn neue Eintracht-Team ein. Vom Anpfiff an bestach der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler durch Präsenz und Behauptungswillen. Der einstige Leverkusener und Schalker Fußballprofi bot sich ständig als Anspielstation an, gefiel als übersichtlicher Ballverteiler und vermittelte den Eindruck, irgendwie schon immer bei der Eintracht gewesen zu sein. Im Gespräch nach dem Triumph von Bremen lenkte der rhetorisch gefällige Barnetta geschickt den Fokus auf die Kameraden. „Es hat Spaß gemacht. Die Jungs haben mich wirklich toll aufgenommen. Ich bin froh, dass wir als Mannschaft einen solchen Einstand gefeiert haben.“ Besonders angetan, aber keineswegs überrascht war der neunte Neuzugang des Sommers von der Qualität der Hessen. „Die Eintracht hat schon immer versucht, auf spielerische Art und Weise Lösungen zu finden. Das ist eine Mannschaft, die immer den Ball haben und spielen will.“

          Sechs Spiele in drei Wochen

          Zu begutachten war dies vor den 40.000 Zuschauern im Bremer Weserstadion vom Anpfiff an. Kombinationen hüben wie drüben – Werder musste teilweise minutenlang zuschauen, wie sich die Frankfurter den Ball durch die eigenen Reihen zu passten und Meter um Meter an Raum gewannen. „Wir hätten unsere Konter aber noch konsequenter ausspielen müssen“, sagte Barnetta über das Bestreben der Hessen, mehr als „nur“ die drei Tore durch Vaclav Kadlec (14. und 34. Spielminute) und ein Eigentor von Sebastian Prödl (77.) zu erzielen. Doch der fleißige Mittelfeldspieler sagte auch: „3:0 – das muss man hier erst einmal gewinnen.“

          Gesagt, getan. Der Eintracht hat der frühe Platzverweis sicherlich in die Karten gespielt, wenngleich Trainer Veh in seiner Analyse eine ganz andere Sicht der Dinge vertrat. „Nach einer Roten Karte kommt es immer zu personellen Verschiebungen. Da können die Räume enger werden. Man darf nicht glauben, dass nach dem 2:0 alles entschieden ist. Bremen ist immer wieder gefährlich vor unser Tor gekommen.“ Von Erfolg gekrönt war dies jedoch nicht. Dies lag auch an Schlussmann Kevin Trapp, der einen Foulelfmeter von Aaron Hunt parierte (58.). Der Sieg dürfte der Eintracht weiteren Auftrieb für die folgenden sechs Spiele in drei Wochen geben. Hilfreich wäre dabei, wenn Oczipka wirklich nur zwei Mal nicht zur Verfügung stehen und schnell genesen würde.

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