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Eintracht Frankfurt : Klare Kante

Für die Eintracht unverzichtbar und unverkäuflich: Sebastian Jung hat sich als tragende Kraft etabliert. Bild: Jan Huebner

Sebastian Jung steht bei AS Rom auf dem Wunschzettel. Doch der Verteidiger erhält von der Eintracht keine Freigabe. Trainer Veh beendet die Spekulation mit einem Machtwort.

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          Gestern Mailand, heute Rom - und morgen vielleicht Madrid? Rund um die Frankfurter Eintracht schießen die Gerüchte ins Kraut, und jetzt ist es Sebastian Jung, der immer wieder mit Engagements im sonnigen Süden in Verbindung gebracht wird. „Das habe ich auch gelesen, dass es nun zu AS Rom gehen soll“, sagte Jung am Montag. „Zuletzt war es Inter Mailand. Und mit Real und Atlético Madrid habe ich ja dann auch noch gesprochen“, scherzte Jung.

          Vielleicht war es kein Zufall, dass in Windischgarsten, dem Ort des ersten sommerlichen Trainingslagers in Oberösterreich, ein radikaler Temperatursturz die Werte von 31 auf 19 Grad gedrückt hat - und passend dazu Spekulationen über einen möglichen Transfer aufgekommen sind. Eintracht-Trainer Armin Veh, angesprochen auf das vermeintliche Werben der Römer, zeigte sich nach der vormittäglichen Übungseinheit denn auch äußerst kurz angebunden. „Hört mir auf mit diesem Scheiß“, grantelte er. „Sebi bleibt - und Schluss.“ Klare Kante. Schon vor einem Jahr hatte Veh ein Machtwort gesprochen und den von Mainz 05 umworbenen Pirmin Schwegler kurzerhand für unverkäuflich erklärt. Später machte er den Schweizer sogar zum Kapitän. Jung hat bei der Eintracht zwar kein herausgehobenes Amt inne. Doch im Laufe seiner bisherigen Frankfurter Fußball-Profijahre hat sich der 22 Jahre alte Rechtsverteidiger einen veritablen Ruf erworben. Der einstige Königsteiner Bäckergeselle ist in der Abwehr rechts hinten die unumstrittene Stammkraft. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner bestätigte zwar im Windischgarstener Mannschaftshotel, „dass das mit Rom schon über einen längeren Zeitraum geht. Aber es wäre nicht hilfreich, über unsere einzige Konstante in der Viererabwehrkette zu diskutieren, auch wenn das Interesse der Römer an Jung ernsthaft ist.“ Hübner fügte an, „dass diese Anfragen, die keine Angebote sind, letztlich nicht so konkret waren. Und weil sie nicht unseren Vorstellungen entsprechen, verfolgen wir das auch nicht.“ Jung also bleibt bei der Eintracht. Das ist in letzter Konsequenz keine Überraschung. Schließlich hat er mit den Frankfurter Verantwortlichen einen Vertrag unterzeichnet, der ihn noch bis 2014 an den Bundesliga-Rückkehrer bindet. Zwei Jahre Planungssicherheit für beide Seiten. Doch Hübner will mehr. „Wir wollen das noch ausbauen“, sagte er im Gespräch, ohne eine konkrete Jahreszahl zu nennen. Nicht unwahrscheinlich aber, dass dem Manager ein Dreijahresvertrag vorschwebt. Und dies nicht nur für Jung. Auch der 21 Jahre alte Sebastian Rode, der zuletzt immer wieder mit anderen erstklassigen Rivalen in Verbindung gebracht worden war, soll eines der markanten Gesichter der Eintracht werden: „Auch mit Rode wollen wir vorzeitig verlängern“, bestätigte Hübner.

          Sebastian Jung weiß auch, was er zu tun hat

          Während die Eintracht dreimal täglich ihre Übungseinheiten absolviert, um am Feinschliff für die bevorstehende Bundesligasaison zu arbeiten, verfolgt Hübner die Strategie der Telefondiplomatie. Der Manager telefoniert gern und viel und ausgiebig - und er hat auch allen Grund dazu. Aktuell lässt er sich über Berater Max Hagmayr auf dem Laufenden halten, ob der angedachte Transfer von Gordon Schildenfeld zum finanzstarken russischen Spitzenklub Dynamo Moskau wie erwartet über die Bühne geht. Zudem muss Hübner weiter nach wohl drei schlagkräftigen Innenverteidigern Ausschau halten. „Namentlich sind sie uns bekannt, aber dass wir noch in der Woche von Windischgarsten Einigkeit erzielen, wird schwer. Wir bemühen uns, dass es bis zum zweiten Trainingslager klappt. Ich weiß ja, dass Armin Veh ungeduldig ist.“ Mit Erwin Hoffer ist Hübner gleichfalls im Dialog. Praktisch für ihn: Wie im Fall des Kroaten Schildenfeld ist es auch beim Österreicher Hoffer dessen Landsmann Hagmayr, der zwischen Frankfurt, Moskau und Neapel Doppelpass spielt. „Jimmy sitzt auf gepackten Koffern“, sagte Hübner. Der Hobbyangler will zurück zur Eintracht und hält sich für ein mögliches weiteres Engagement entsprechend fit. „Er hat ein Programm von uns und weiß, was er zu tun hat“, sagte der Frankfurter Sportdirektor.

          Sebastian Jung weiß auch, was er zu tun hat. Er muss einfach nur weiter vernünftig Fußball spielen. Mailand oder Madrid - Hauptsache Frankfurt.

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