https://www.faz.net/-gzg-82dgj

Kommentar : Kein Wort von Europa in Frankfurt

Reif für Europa? Gladbach mit Kruse (links) sicher - ob auch die Eintracht mit Anderson international spielen kann, muss sich erst noch weisen Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht ist weiterhin fest im Mittelfeld verankert. Sie weiß: Sie kann mit Disziplin und Präzision ein Ziel erreichen. Ob dieses Ziel bis Ultimo tatsächlich Europa League heißen kann, ist immer noch denkbar.

          1 Min.

          Das war ein starkes Stück. Kein Torspektakel wie beim 4:5 gegen Stuttgart, sondern gute, verlässliche Arbeit. Belohnt wurde der konzentrierte und taktisch kluge Auftritt der Eintracht mit einem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Gegen jene Mannschaft also, die unlängst dem FC Bayern München die einzige Heimniederlage dieser Saison beigebracht und anschließend der Dortmunder Borussia eine Lektion erteilt hatte.

          Die Eintracht kann also doch mehr als nur wie wild Tore schießen und Tore kassieren. Dass die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf in den vergangenen Wochen immer wieder mal als „Schießbude der Liga“ bezeichnet wurde, dürfte vor allem den 53 Jahre alten Frankfurter Fußballlehrer geärgert haben. Der Coach hatte für den Vergleich mit der scheinbar übermächtigen Gladbacher Borussia in der Taktikkiste gekramt und seinen Spielern ein von hoher Laufbereitschaft geprägtes Störkonzept auf den Weg gegeben.

          Der spätere Lohn dafür war nicht nur der gewonnene Punkt Nummer 36, der die Eintracht, von Platz acht auf zehn abgerutscht, weiterhin fest im Mittelfeld verankerte. Sondern auch die Erkenntnis, dass es möglich ist, mit Disziplin und Präzision ein Ziel zu erreichen. Ob dieses Ziel bis Ultimo tatsächlich Europa League heißen kann, ist zwar immer noch denkbar. Dafür aber müsste die Eintracht die beiden folgenden Auswärtsspiele in Dortmund und Bremen für sich entschieden. Zwei aussichtslose Fälle?

          Von offizieller Seite ist von der Eintracht in Sachen Europa nichts zu hören. Gut so. Der Fokus von Schaaf und seinen Helfern sollte vielmehr darauf liegen, die imposante Heimbilanz von neun ungeschlagenen Spielen in Folge fortzuführen. Zudem wäre es erfreulich, wenn sich auch etwas von der Heimstärke jenseits von Frankfurt widerspiegeln würde. Bislang hat es in der Rückserie für einen kümmerlichen Punkt gereicht, und dabei war für die Eintracht, als es am Ende 2:2 in Augsburg hieß, auch noch eine gehörige Portion Glück mit im Spiel. Richtig ist auch: Schaafs Mannschaft ist die drittschlechteste, wenn es gilt, sich auswärts zu behaupten. Die weiterhin stabile Lage der Eintracht beruht vor allem auf vielen guten Auftritten vor heimischem Publikum. Bis zum Saisonfinale am 23. Mai gibt es noch zwei Mal die Gelegenheit dazu. Die Entscheidung, wohin der finale Weg der Eintracht führt, fällt in der Fremde.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Topmeldungen

          Wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal in der Kritik: Rainer Maria Kardinal Woelki

          Erzbistum Köln : Gibt es noch eine Zukunft mit Woelki?

          In Köln ist das Vertrauensverhältnis zwischen Erzbistum und Erzbischof zerrüttet. Ein externer Moderator muss einspringen. Nicht wenige hoffen, dass ein Spruch aus Rom die Angelegenheit schon vorher erledigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.