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Eintracht Frankfurt : Kein freier Tag für Hinteregger

  • -Aktualisiert am

Im Fokus: Martin Hinteregger macht durch einen weiteren Fehltritt abseits des Fußballplatzes Schlagzeilen. Bild: Imago

Eintracht-Trainer Hütter beordert den Österreicher nach dessen Eskapade sofort wieder zurück nach Frankfurt. Der Abwehrspieler zeigt sich als reuiger Sünder.

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          Bewegte Zeiten bei der Eintracht. „Ein neuer Sturm zieht auf“ – ein Beitrag mit dieser Überschrift ist aktuell auf der Homepage des Fußball-Bundesliga-Klubs zu lesen. Er beschäftigt sich mit der Frankfurter Offensive, die nach Bas Dost (Sporting Lissabon) durch André Silva vom AC Mailand noch einmal prominenten Zuwachs bekommen hat. Für Wirbel sorgte in den vergangenen Tagen aber Verteidiger Martin Hinteregger. Der österreichische Nationalspieler war beim EM-Qualifikationsspiel am Montag in Polen (0:0) wohl hauptsächlich aus disziplinarischen Gründen außen vor geblieben, weil er in der Nacht zum vergangenen Sonntag seinen 27. Geburtstag gefeiert und dabei den Zapfenstreich offenbar deutlich überzogen hatte. Wie eine österreichische Zeitung berichtete, soll Hinteregger stark verspätet mit „leichten Gleichgewichtsstörungen“ im Mannschaftshotel der Österreicher erschienen sein. Es war augenscheinlich nicht die erste Alkoholeskapade des Abwehrspielers.

          Grenze überschritten

          Auf den Fehltritt hat auch die Eintracht reagiert. Cheftrainer Adi Hütter teilte am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel in Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) mit, dass er Hinteregger den „freien Tag gestrichen“ habe. „Er musste sofort wieder da sein.“ Hütter betonte, dass er über den Vorfall „nicht erfreut“ gewesen sei. Mit dem Profi hatte der Trainer am Mittwoch ein sicherlich sehr ernstes Gespräch geführt. Hinteregger habe sich „sehr reuig gezeigt“, berichtete Hütter. Ob die Frankfurter zu weiteren Sanktionen griffen, ließ der Fußballlehrer offen. „Die Sache wurde intern gelöst bei der Nationalmannschaft. Deshalb gibt es nicht mehr dazu zu sagen.“ Hütter war am Sonntagvormittag zunächst vom Sportdirektor des österreichischen Verbands, Peter Schöttel, am Telefon über die Geschehnisse informiert worden. Noch am gleichen Tag hatte der Eintracht-Trainer auch Kontakt mit Nationaltrainer Franco Foda gehabt. Der österreichische Verband gab anfangs Wadenprobleme für die Nichtberücksichtigung seines Stammspielers an. Später machten die Verantwortlichen dann öffentlich, dass Hinteregger „verspätet ins Teamquartier zurückgekehrt“ sei und dass er damit „gegen interne Regeln verstoßen“ habe. Der 42-malige Nationalspieler Hinteregger entschuldigte sich bei allen Beteiligten und räumte ein, dass er „hier eine Grenze überschritten“ habe. Bereits im zurückliegenden Sommer war der zu diesem Zeitpunkt auf der Gehaltsliste des FC Augsburg stehende Hinteregger in die Schlagzeilen geraten, als er in einem Video in offensichtlich alkoholisiertem Zustand schwankend über einen Marktplatz in Tirol gelaufen war. Als Wiederholungstäter steht Hinteregger nun besonders in der Pflicht, sich keine weiteren Undiszipliniertheiten zu leisten. In Zukunft muss der Abwehrspieler, der in Frankfurt Publikumsliebling ist, zeigen, dass er aus seinen Fehlern tatsächlich gelernt hat. Auch Hütter wird ihm das unmissverständlich klar gemacht haben. Der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic hatte schon im Sommer im Hinblick auf die Bilder aus Tirol angemahnt, dass Hinteregger „ein bisschen aufpassen“ müsse. Zumindest diesen Rat hat Hinteregger nicht beherzigt. Seiner Vorbildfunktion ist der Verteidiger abermals nicht gerecht geworden.

          Hütter sagte am Donnerstag, dass Hinteregger „schon Probleme mit der Wade“ gehabt habe. Diese bestünden nun nicht mehr. Damit sei Hinteregger „wieder ein Thema bei uns für das Wochenende“. Sportlich spricht nichts dagegen, dass der Verteidiger am Samstag in Augsburg aktiv auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen trifft. Was die Zahl der erzielten Treffer angeht, ist Gonçalo Paciência aktuell führend bei den Frankfurtern. In zehn Pflichtspielen gelangen dem Portugiesen fünf Tore und zwei Vorlagen. „Er hat einen richtig guten Sprung gemacht“, lobte ihn Hütter. Zwei aus drei – dieses Zahlenspiel dürfte für ihn in Zukunft die Grundlage bilden bei der Personalauswahl für den Frankfurter Sturm. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Hütter mit Dost, Silva und Paciência alle drei Mittelstürmer auf einmal aufbieten wird, auch wenn der Trainer das nicht grundsätzlich ausschließen wollte. Aber wer mit wem in Augsburg? „Es ist völlig klar, dass Bas von Anfang an ein Thema ist“, sagte Hütter. Wie mit Paciência ist der Trainer mit seinem Neuzugang Silva „absolut zufrieden. Er besitzt viel Qualität und hat sich schnell integriert“. Für die Eintracht könne der Portugiese zur „absoluten Verstärkung“ werden. Das Gleiche gilt für den Schweizer Mittelfeldspieler Djibril Sow, der sich nach seiner Verletzung mit starken Trainingsleistungen ebenfalls für die Startelf empfohlen hat. Hütter, der Mijat Gacinovic wegen anhaltenden Adduktorenproblemen erst einmal aus dem Spielbetrieb nimmt, hat die Qual der Wahl. „Die Jungs haben mir richtig Spaß gemacht.“

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