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Eintracht-Kapitän Meier zurück : Ein „Push“ vor dem Finale

  • -Aktualisiert am

Wieder am Ball: Alex Meier strengt es noch etwas an, im Kollegenkreis zu arbeiten. Bild: Heiko Rhode

Gleich der erste Schuss sitzt: Alex Meier meldet sich zielsicher im Eintracht-Training zurück. Ein Platz in der Startelf in Bremen ist aber kein Thema. „Ich bin noch nicht fit.“

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          Welcher Arbeitnehmer würde das nicht auch gerne mal erleben? Als Alexander Meier am Dienstagvormittag ziemlich genau um elf Uhr seinen Arbeitsplatz betrat, brandete spontaner Beifall auf. Etwa 100 Kiebitze hatten sich bei freundlichem Frühlingswetter zum ersten Eintracht-Training der Woche eingefunden, das gleichzeitig die erste Übungseinheit im Mannschaftskreis nach über acht Wochen Pause für den Frankfurter Torjäger bedeutete. „Ich bin schmerzfrei, das ist die Hauptsache“, sagte Meier nach 75 Minuten Testbetrieb.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Die Belastung war nicht allzu hoch. Aufwärmen, Koordination und Kondition, dazu eine Übungsform, in der Pass- und Laufwege ohne Gegenspieler einstudiert wurden – nichts, was Meier an seine Grenzen bringen würde. Seine Bewegungen wirkten noch nicht ganz rund, aber er war mittendrin im Geschehen und nicht nur dabei. Und als es ums Toreschießen ging, war der 33 Jahre alte Schlaks mit dem Haarzopf sogar ganz vorne dran. Querpass – Schuss mit der rechten Innenseite – Tor. Mit traumwandlerischer Sicherheit nutzte Meier schon seine allererste Gelegenheit für ein Erfolgserlebnis nach langer Unterbrechung.

          Meier: „Lieber unfit in den Urlaub“

          Eine Tugend, auf die die Eintracht lange verzichten musste, weshalb sie bis an den Abgrund zur Zweiten Liga geriet. Für den Klassenverbleib fehlt nach drei Siegen in Serie immer noch ein Punkt – ein Fall für Meier? „Mal sehen, wenn keine Rückschläge kommen, könnte es vielleicht Sinn machen“, sagte der Frankfurter Angreifer.

          Für einen Einsatz in der Startelf kommt die Begegnung mit Werder Bremen am kommenden Samstag zu früh. „Ich bin noch nicht fit“, lautet Meiers Selbsterkenntnis. „Ich musste Muskeln aufbauen und das Knie stabilisieren, ich weiß nicht, wo ich konditionell stehe.“ Sicher nicht bei 90 Minuten, vielleicht bei 30. „Ich laufe erst seit zehn Tagen, davor bin ich viel Rad gefahren. Wir haben von Tag zu Tag geschaut und die Belastung so gesteigert, dass das Knie nicht dick wurde.“

          Für ein Tor braucht Meier jedoch nicht unbedingt 90 Minuten. Seinen 13. Saisontreffer hat er allerdings gar nicht im Hinterkopf: „Hauptsache, wir holen den Punkt, egal wie.“ Ob er in der Relegation, falls die Eintracht in Bremen verliert, wieder richtig fit wäre? Seine trockene Antwort: „Das ist mir egal, ich gehe lieber unfit in den Urlaub.“

          Eintracht im Stimmungshoch

          Trainer Niko Kovac hat die mögliche Relegation gegen den 1. FC Nürnberg eher im Blick als Meier: „Ich hoffe und wünsche, dass wir es in Bremen schaffen. Aber wenn wir nachsitzen müssen, ist es gut, Alex Meier dazubekommen zu haben.“ Einen Kurzeinsatz gegen Werder schließt Kovac indes auch nicht aus. „Ich muss schauen, was im Training in der Woche geschieht, er kann eine Alternative für die Bank sein.“ Auf jeden Fall erwartet Kovac durch Meiers Rückkehr einen zusätzlichen „Push“ für seine Mannschaft in Bremen.

          Das bedeutet aber nicht, dass Meier im Training von den Kollegen mit Samthandschuhen angefasst würde, nur um sicherzugehen, dass er sich nicht wieder verletzt. „Wir brauchen in Bremen Zweikämpfe, so wie wir sie gegen Dortmund geführt haben. Und du kannst im Spiel nur bringen, was du im Training übst. Deshalb gibt es keine Sparflamme. Natürlich muss man aufpassen, dass man niemanden grob verletzt, aber eine gesunde Härte ist nötig. Auch für Alex gibt es keine Schonung“, sagt Kovac.

          Die Eintracht schwimmt derzeit auf einem Stimmungshoch, da besteht die Gefahr, dass sie den Fokus verliert. Meier glaubt das nicht, allein der Blick auf die Tabelle würde jedem klarmachen, dass man nicht nachlassen dürfe. Für Kovac war die neue Ausgangslage Anlass, schon am Sonntag seine Spieler zu ermahnen: „Wir sind jetzt in einer guten Situation, aber wir müssen auch den Deckel draufsetzen. Wir dürfen keinen Millimeter von der Leistung abrücken, die wir gezeigt haben.“ Aber der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer sorgt sich nicht allzu sehr: „Die Jungs haben begriffen, dass wir den Abstieg vermeiden und Geschichte schreiben können.“

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