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Eintracht in der Relegation : „Wir werden es sein, die erste Liga spielen“

  • -Aktualisiert am

Geschlossenheit als Trumpf: Die Eintracht-Profis nehmen Kurs auf die beiden Relegationsspiele gegen Nürnberg. Bild: Heiko Rhode

Eintracht-Trainer Kovac verbreitet vor dem ersten Relegationsspiel Optimismus. Mit kontrollierter Offensive will er gegen Nürnberg zum Erfolg kommen. Meier und Stendera stehen vor der Rückkehr in die Startelf.

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          Wenn die Eintracht an diesem Donnerstag im ersten Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg so mauert wie ihr Trainer vor dem Anpfiff, dann läuft alles auf ein 0:0 hinaus. Niko Kovac gab am Mittwoch so gut wie keine Informationen preis, nachdem er schon seit Sonntagmittag einen Schutzschild um seine Spieler aufgebaut hatte – Öffentlichkeit unerwünscht. Was gibt es Neues? Ayhan kann wegen einer leichten Verletzung nicht spielen, aber der Winterzugang von Schalke hätte auch nicht gespielt, wenn er im Training eine neue persönliche Bestleistung über 30 Meter aufgestellt hätte oder plötzlich die Zweikampfführung beherrschen würde.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Und sonst? Alex Meier ist eine Alternative! Das war er schon vor dem letzten Bundesligaspiel bei Werder Bremen. „Alex Meier ist gesund“, sagte Kovac auch noch. Ob er in der Startelf stehe und ob er 90 Minuten durchspielen könne, werde nach einem Gespräch mit ihm entschieden. Zu allen anderen Personalien mochte sich der Eintracht-Trainer noch weniger äußern, noch nicht einmal über den Gegner. „Ich werde nicht sagen, was die Nürnberger können oder nicht können. Ich sage nur, dass die Mannschaft eine gute Mentalität und auch gute Einzelspieler besitzt.“

          Kontrollierte Offensive

          Auch die 68 Tore, die die Franken in dieser Zweitligasaison erzielten, haben bei Kovac einen gewissen Eindruck hinterlassen. „Wir dürfen nicht denken, dass wir 90 Minuten anrennen und die Abwehr vernachlässigen können.“ Kontrollierte Offensive sei das Schlagwort. Ob die ausreicht, um das ersehnte Heimtor zu schießen? Dem Trainer ist bei dieser Frage nicht so bang wie manchem Fan: „Ich gebe zu, dass wir in den letzten beiden Spielen nicht allzu viel nach vorne zustande gebracht haben. Gegen Werder war das nicht so geplant, und gegen Dortmund geht es 16 anderen Klubs genauso. Wir haben jedoch in der Vergangenheit gezeigt, dass wir auch das Spiel nach vorne können.“ Nun ja, die Einschätzung hängt auch mit den Ansprüchen zusammen. Die Tore jedenfalls schoss die Eintracht vor allem nach Standards. Kombinationen oder auch nur einzelne verwertbare Pässe blieben Mangelware. Vor allem für die Position hinter der Spitze hat sich noch niemand empfohlen. Vor Nürnberg spricht deshalb am meisten für Stendera, weil der 20-Jährige zuletzt am wenigsten enttäuscht hat – er fehlte wegen Verletzung.

          Auch im Falle von Meier ist die Form der Kollegen ein Argument, das Risiko einzugehen, den nach langer Verletzung nicht ganz austrainierten Mittelstürmer in die Startelf zu nehmen. Nach einigen kleinen Hoffnungsschimmern zwischendurch befindet sich der Schweizer Haris Seferovic zuletzt wieder ganz tief in der Formkrise. Zudem wird die Stimmung in der Frankfurter WM-Arena noch mal heißer, wenn Meier von Anfang an ins Spiel kommt.

          Kovac erwartet enges Spiel

          Kovac indes hat nicht die Hoffnung, dass sein Team den Zweitligagegner einfach so hinwegfegen könnte, obwohl er eingesteht, dass die Eintracht zumindest durch den Heimvorteil Favorit sei. „Mir wäre es zwar am liebsten, wenn wir im ersten Spiel schon alles klar machen könnten, aber so naiv bin ich nicht, das zu glauben. Wir werden zwei Spiele brauchen und vielleicht noch eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass Relegationsspiele sehr eng sind. Das werden auch unsere sein.“ Deshalb kündigt Kovac an, die beiden Begegnungen als Einheit zu sehen und sich nicht nur auf die erste Auseinandersetzung zu fokussieren: „Ich muss gucken, in zwei Spielen gesunde und frische Spieler zu haben. Und ich glaube nicht, dass man in kürzester Zeit zwei solch intensive Spiele mit derselben Mannschaft bestreiten kann.“

          Kovac hat zwar vor seinem Engagement bei der Eintracht noch keine Erfahrung als verantwortlicher Klubtrainer gesammelt. Doch die Situation der Relegationsspiele kennt der 44 Jahre alte frühere kroatische Nationalspieler sehr wohl. Als Nationaltrainer Kroatiens bestritt er mit seiner Auswahl im November 2013 zwei Relegationsspiele zur Weltmeisterschaft 2014 gegen Island. Was er aus diesen Spielen für die Eintracht mitnimmt? „Nicht die Balance zwischen Angriff und Abwehr verlieren. Abwarten, was im ersten Spiel passiert, dann weiß man, was im zweiten Spiel nötig ist.“ Nach einem 0:0 in Island gewannen die Kroaten das Rückspiel 2:0 und qualifizierten sich für Brasilien.

          „Wir wollen gewinnen„

          Diesmal ist die Lage etwas diffiziler, weil zunächst das Heimspiel auf dem Programm steht. „Wir wollen gewinnen, am besten zu null“, gibt Kovac als Parole aus. Der Schlüssel zum Erfolg? Der Kroate glaubt, dass der Wille entscheiden wird. „Und die Willensausdauer.“ In diesem Punkt sieht er seine Mannschaft im Vorteil, weil sie es gewohnt sei, nach Niederlagen aufzustehen und immer wieder zurückzukommen. Nach dem Bremen-Spiel seien alle geplättet gewesen, aber das habe sich innerhalb von 48 Stunden wieder relativiert. Kovac klingt überzeugt, als er sagt: „So wie die letzten Wochen verlaufen sind, werden wir es sein, die in der nächsten Saison in der ersten Liga spielen.“

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