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Eintracht Frankfurt : Jung und kein anderer

  • -Aktualisiert am

Durchsetzungsstark: Eintracht-Profi Sebastian Jung ist auch im Nationaltrikot eine feste Größe. Bild: dpa

Auch in der U-21-Nationalmannschaft führt die Besetzung des rechten Verteidigerpostens nur über die Stammkraft der Frankfurter Eintracht.

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          Bundestrainer Joachim Löw meint es nur gut mit Sebastian Jung, das hat er zuletzt mehrmals bewiesen. Angesprochen auf die Leistungen des jungen Eintracht-Verteidigers nach dem Aufstieg der Frankfurter in die Bundesliga, sagte Löw unlängst über Jung und dessen Teamkollegen Sebastian Rode: „Sie spielen eine sehr, sehr gute Saison und sind interessante Spieler für die Zukunft.“ Mittelfeldspieler Rode, unter den beiden auffälligen Eintracht-Talenten der noch Auffälligere, war am Freitagabend in Leverkusen beim 1:1 der deutschen U-21-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz wegen einer Mandelentzündung nicht dabei - und deshalb musste Jung mit all dem Lob alleine klarkommen. Und mit den Erwartungen, die Löws Diktum natürlich geweckt hat.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach einem anstrengenden Spiel mit einem frustrierenden Ergebnis sah Jung angemessen aus - zwar nicht niedergeschlagen, aber doch beeindruckt von den neunzig Minuten zuvor, körperlich und psychisch. Da hält sich die Plauderlaune in Grenzen. Das war auch bei der Frage so, ob sich Löw denn schon mal bei ihm gemeldet habe, um über eine Versetzung in seine Mannschaft zu reden. „Im Moment interessiert mich nur die U21“, sagte Jung, „über alles andere mache ich mir keine Gedanken.“ Das durfte man ihm, so, wie er dastand, sofort glauben. Zumal er mit dieser Haltung ja auch bei der Eintracht gute Erfahrungen gemacht hat.

          „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen“

          Denn auch hier machte er jeden weiteren Schritt in seiner Karriere unaufgeregt und ohne hochfliegende Erwartungen an die Zukunft. In Leverkusen jedenfalls galt es erst einmal, dieses weitere Länderspiel sacken zu lassen, es war die Nummer 16 in seiner Karriere. Nur wenige seiner Mannschaftskollegen in Leverkusen haben mehr - darunter der Mainzer Verteidiger Jan Kirchhoff, der das entscheidende Kopfballduell vor dem späten 1:1 in der 87. Minute verloren hatte und nach dem Spiel in ähnlicher mentaler Verfassung war wie Jung.

          Der beklagte, dass sich die DFB-Auswahl nach der ebenfalls späten Führung, einem vom Nürnberger Sebastian Polter in der 82. Minute verwandelten Elfmeter, nicht geschickt genug angestellt hatte. „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen“, sagte er. Und außerdem: Beim Ausgleich hätte die Mannschaft besser verteidigen können. Er hätte das sicher auch gesagt, wenn er selbst beteiligt gewesen wäre, aber nicht auf seiner rechten Außenbahn wurde das schlechte Ende des Abends eingeleitet, sondern auf der linken, wo Kapitän Lewis Holtby in einem Zweikampf zu unaufmerksam war. Jung beurteilte natürlich keine Kollegen, sondern nur sich selbst. „Ganz ordentlich“ habe er gespielt“, mehr nicht. Es war tatsächlich eine jener Partien - ob nun für Deutschland oder für die Eintracht -, in der die Frage unbeantwortet blieb, wie gut dieser Sebastian Jung denn nun wirklich ist oder noch werden kann. Defensiv hatte er durch seine Schnelligkeit und seine Ballsicherheit auch unter Druck keine Probleme, offensiv aber fehlte bisweilen die Präzision - was für jeden Verteidiger die schwierigere Aufgabe ist.

          Keine Nachnominierung

          Nun wird er also am Dienstag beim Rückspiel in Luzern seinen Beitrag leisten, dass die Qualifikation für die Europameisterschaft 2013 in Israel doch noch gelingt, denn beim DFB gilt dasselbe Dogma wie in Frankfurt: Ist Jung gesund und fit, dann verteidigt er auf der rechten Seite und kein anderer. Auf Sebastian Rodes Hilfe werden er und Trainer Rainer Adrion allerdings verzichten müssen, denn der Mittelfeldspieler ist noch nicht wiederhergestellt. Zu einer Nachnominierung sagte Adrion: „Das macht keinen Sinn.“

          Rode wird sich erst wieder in Frankfurt in den Trainingsbetrieb eingliedern, was frühestens am Dienstag möglich sein wird. Trainer Armin Veh hat seinen Spielern nämlich am Sonntag und Montag freigegeben. Die Abstellungen der vielen Frankfurter Nationalspieler machten die Arbeit derzeit ohnehin schwierig, sagte er am Sonntag im Deutschen Sportfernsehen. „Ich habe schon mal erlebt, dass sechs Trainer dagestanden sind und fünf Spieler. Das brauche ich nicht.“

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