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Eintracht Frankfurt : Joselu schärft die zentrale Spitze

  • -Aktualisiert am

Fingerzeig: Für Eintracht-Neuzugang Joselu bezahlte Hoffenheim vor einem Jahr noch sechs Millionen Euro. Nun soll er das Niveau im Frankfurter Angriff heben. Bild: picture alliance / dpa

Lange hat Armin Veh Verstärkungen für den Sturm gefordert, nun bekommt er namhafte Neuzugänge. Kommt auch Bendtner?

          Das Warten hat ein Ende, die Eintracht ist fündig geworden. In Feldkirchen, wo der Frankfurter Fußball-Bundesligaklub derzeit ein Trainingslager absolviert, erhielten die Zimmermädchen im Schlosshotel am Dienstagmittag den Auftrag, weitere Appartements für kommende Gäste herzurichten. José Luis Sanmartín Mato, genannt Joselu, bereichert künftig den Kader des Vereins. Der in Stuttgart geborene Profi mit spanischen Wurzeln kommt von der TSG Hoffenheim, die den Stürmer zunächst bis Juni 2014 an den hessischen Bundesligarivalen ausleiht - dem Vernehmen nach für 800.000 Euro. Auch das Thema Nicklas Bendtner ist nicht vom Tisch. Sportdirektor Bruno Hübner intensivierte noch einmal die Gespräche mit dem Angreifer des FC Arsenal, um die Modalitäten des angestrebten Transfers verbindlich auszuloten.

          Trainer Armin Veh zeigte sich zufrieden, dass die tagelange Hängepartie um Joselu nun mit einem für ihn erfreulichen Ergebnis beendet wurde. „Ich bin froh, dass das geklappt hat“, sagte der Coach, „ihn wollten wir unbedingt.“ Der spanische Junioren-Nationalspieler ist laut Veh ein „richtiger Arbeiter“, der die Offensive der Eintracht mit seinem Tempo am Ball und seinem Drang zum Tor verbessern soll. „Er hat mir letzte Saison schon gut gefallen, auch in dem Spiel gegen uns“, sagte Veh. In seiner Strategie für die kommende Runde hat er den Zugang vorerst als „zentrale Spitze“ und Ergänzung zu Srdjan Lakic vorgesehen: „Ich bin sicher, dass er mehr kann, als er bisher gezeigt hat.“ Joselu ließ über eine Mitteilung des Klubs verlauten, dass er sich „sehr über den Wechsel freue“. Hübner und Veh hätten ihm „von Beginn an das Gefühl vermittelt, dass sie mich gut gebrauchen können. Ich bin überzeugt, dass ich bei der Eintracht einen weiteren Entwicklungsschritt machen werde und brenne auf meinen ersten Einsatz“. Der ist an diesem Samstag im Testspiel gegen das österreichische Zweitligateam St. Pölten (18 Uhr) vorgesehen.

          Ideen kursierten zu oft öffentlich

          Der Dreiundzwanzigjährige bestritt für die TSG in der zurückliegenden Spielzeit 25 Partien und erzielte dabei fünf Tore. Zuvor lief er in Spanien in den ersten und zweiten Mannschaften von Real Madrid und Celta Vigo auf. Hoffenheim hatte für ihn 2012 sechs Millionen Euro bezahlt. Bereits in der vergangenen Woche schien der Handel mit der Eintracht perfekt, ehe kurz vor der Unterschrift neben Joselu eine Handvoll seiner Berater auf der Frankfurter Geschäftsstelle auftauchten und die Verhandlungen ins Stocken gerieten. An Deals mit Joselu will auch eine südeuropäische Agentur mitverdienen, die sich die Vermarktungsrechte an dem 1,91 Meter großen Kicker gesichert hat und so einen Teil der Transferentschädigung für ihren Mandanten für sich beansprucht. Hübner sprach von einem äußerst kniffligen und in dieser Komplexität nicht alltäglichem Geschäft. „Wir haben lange an dieser Lösung gefeilt und freuen uns nun umso mehr, dass es am Ende erfolgreich verlaufen ist. Wir sind überzeugt davon, dass Joselu mit seiner Qualität der Mannschaft weiterhelfen kann, er passt genau in unser Anforderungsprofil.“

          Und er soll nicht der letzte Neuling sein, den die Eintracht während ihres einwöchigen Aufenthalts an der Donau präsentiert. Nicklas Bendtner gilt dabei als erster Kandidat. Wilhelm Bender, der Aufsichtsratsvorsitzende der Fußball AG, verlangte vor seiner Rückreise nach Frankfurt, dass „wir intern erörtern müssen, warum bei uns Ideen so oft öffentlich kursieren. Das muss abgestellt werden, weil es schädlich für die Eintracht ist“. Von Bendtner ist bekannt, dass er den FC Arsenal in diesem Sommer verlassen wird. Der dänische Nationalspieler, dessen sportliche Qualitäten unbestritten sind, fiel abseits des Platzes aber im Laufe seiner bewegten Karriere auch immer wieder durch zahlreiche Eskapaden negativ auf. Er war von den Briten zuletzt an Juventus Turin ausgeliehen, wo er auch wegen eines Handbruchs nicht sonderlich reüssierte. Bei den Italienern ist Fiat, der neue Hauptsponsor der Eintracht, seit Jahren als Geldgeber engagiert. Britische und dänische Medien berichteten, dass er unmittelbar vor einer Übereinkunft mit den Frankfurtern stehe. Als Ablösesumme wurden vier Millionen Euro genannt, was Hübner wiederum mit den Worten kommentierte, dass „wir ja nicht im Lotto gewonnen haben“. Ein Ausleihgeschäft gilt auch in diesem Fall momentan als denkbarste Option. Veh sagte zu dem Thema, dass er sich „schlechtere Spieler vorstellen kann“ als Bendtner, wollte aber nicht weiter ins Detail gehen. Nur so viel fügte er vielsagend an: „In den nächsten Tagen tut sich noch was.“

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