https://www.faz.net/-gzg-86mbb

Eintracht Frankfurt : Die gefühlte Nummer 1

  • -Aktualisiert am

Starke Reaktionen auf der Linie und präzise Abwürfe: Lukas Hradecky trainiert erstmals mit seinen neuen Kollegen. Bild: Jan Huebner

Lukas Hradecky will der neue Stammtorwart bei der Eintracht werden. „Ich wäre enttäuscht, wenn es nicht so wäre“, sagt er. Trainer Veh schweigt.

          2 Min.

          Lukas Hradecky sagt es nicht. Aber der neue Torhüter der Frankfurter Eintracht geht wohl davon aus, zum Bundesligaauftakt an diesem Sonntag in Wolfsburg zu spielen. „Ich wäre enttäuscht, wenn es nicht so wäre. Ich bin bereit.“ Der finnische Nationaltorwart, den die Hessen am vergangenen Freitag bis Juni 2018 verpflichtet haben, ist ja schließlich gekommen, um der Nachfolger von Kapitän Kevin Trapp (Paris St. Germain) zu werden. Nur hat der Fünfundzwanzigjährige am Dienstag zum ersten Mal mit seiner neuen Mannschaft trainiert. Sein Konkurrenz Heinz Lindner, ebenfalls ein Neuzugang, war hingegen von Anfang an dabei und stand schon beim 3:0 im DFB-Pokal gegen den Bremer SV im Tor. Insofern wäre Hradecky nicht beleidigt, wenn sein Platz – zumindest in Wolfsburg – nur auf der Bank wäre. „Ich würde die Entscheidung des Trainers verstehen“, sagte er dieser Zeitung.

          Armin Veh hat sich am Dienstag nicht festgelegt, wem er zum Rundenstart vertrauen wird. Er will sich auch noch nicht entschieden haben. Den Eindruck, den der Trainer am ersten Arbeitstag des Finnen von seiner Neuverpflichtung gewann, behielt er für sich. Veh schaute ein paar Mal aus der Ferne zu, wie Hradecky mit Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz seine Arbeit verrichtete.

          Die fünfköpfige Arbeitsgruppe mit den anderen Torhütern Emil Balayev und Yannick Zummack absolvierte am Vormittag sogar eine Zusatzschicht ohne die Feldspieler. „Ich bin ein bisschen müde“, sagte Hradecky nach der Doppelbelastung. „Es war ganz hart.“ Was er davor schon über Petz gehört hatte, weiß er jetzt aus eigener Erfahrung: „Unser Torwarttrainer mag es, zu schießen.“ Es sind meist sehr hart geschossene Bälle, die der Torwart in den Übungseinheiten abwehren muss. Petz zerstöre damit „unser Selbstvertrauen“, flachste Hradecky. Aber im Ernst: „Er ist ein guter Trainer.“

          „Wir haben zwei gute Torhüter geholt“

          Es wäre eine Überraschung, wenn der Neue in Wolfsburg nur die zweite Wahl bei Cheftrainer Veh wäre. An seiner Verfassung würde es dann nicht liegen. „Ich bin in guter Form.“ Hradecky stand mitten im Spielbetrieb, als er nach Frankfurt kam. Am Tag vor seiner Unterschrift hatte er noch für den dänischen Erstligaklub Bröndby IF in der Europa League-Qualifikation auf Zypern gespielt. Es werde schnell gehen, sich jetzt an das Spiel der Eintracht zu gewöhnen, sagt Hradecky. Auch Veh spricht von „keiner langen Anlaufzeit“ bei dem 1,90 Meter großen Profi, der sich in seiner Zeit in Dänemark viele Bundesligaspiele im Fernsehen anschaute. Auf ein Testspiel in dieser Woche verzichtete der Trainer.

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Die Abstimmung mit den Vorderleuten des neuen Torwarts wird im Training über Spielformen erfolgen. Am Dienstag beschäftigte sich aber ausschließlich Petz mit Hradecky. Ihn wollte der Torwarttrainer kennenlernen und individuell auf das Verlangte vorbereiten. Mit dessen Auftritt war Petz zufrieden. Hradecky zeigte Paraden und starke Reaktionen auf der Linie. Außerdem verfügt er über einen strammen Schuss und kann den Ball mit Wucht präzise werfen. Die Spannweite seiner Arme ist beträchtlich. Und nicht zu vergessen: Er strahlt Ruhe und Souveränität aus. „Wir haben zwei gute Torhüter geholt“, sagte Stürmer Haris Seferovic am Dienstag. „Jeder ist zu ersetzen – auch Kevin Trapp“.

          Mit Mijat Gacinovic ist sich die Eintracht bereits einig. Am Dienstag hielt sich der serbische U 20-Weltmeister schon in Frankfurt auf. Mittrainieren durfte der Flügelspieler allerdings aus versicherungstechnischen Gründen nicht. Nur Laufrunden absolvierte derweil Marc Stendera. Seit dem Pokalspiel in Bremen macht dem Mittelfeldspieler eine Verhärtung in der Wade zu schaffen. Innenverteidiger David Abraham hingegen hat seine Knieblessur überwunden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch im EU-Parlament in Brüssel.

          Wiederaufbau-Plan : Mut statt Geld

          Eine Finanzierung über Brüssel könnte die in Deutschland kritisch beäugte EZB entlasten. Und doch muss Ursula von der Leyens 750 Milliarden Euro schweres Paket kritisiert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.