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Eintracht Frankfurt : Gut oder böse?

Gut gebrüllt, Löwe: Eintracht-Rückkehrer Nelson Valdez schreit seine Freude über sein Tor zum 4:0 heraus. Bild: Huebner/Krieger

Die Eintracht als Spekulationsobjekt: Mehr als Mittelmaß in der Tabelle ist nicht drin, prophezeien wissenschaftliche Analysen. „Wir haben Chancen nach oben“, sagt Hasebe. Das 4:0 gegen Paderborn beruhigt vorerst die Gemüter.

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          Nichts geht mehr! Davon ist Andreas Heuer überzeugt. Auch das 4:0 der Eintracht über den SC Paderborn soll demnach die Perspektiven der Frankfurter in dieser Saison nicht mehr gravierend beeinflussen können, meint der Universitätsprofessor. Er lehrt in Münster Naturwissenschaften, und ein Augenmerk seiner Arbeit liegt, wie es der Fußballfreund ausdrückt, in der „theoretischen Beschreibung komplexer Systeme mittels Computersimulationen“. Die Bundesliga gehört zu seinem Forschungsbereich. Mit einer Arbeitsgruppe berechnet er den Ausgang der Begegnungen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, wobei neben den bisherigen Ergebnissen, Marktwert, Tabellenstand, ausstehende Partien, Stärken und Schwächen der Profis auch „nicht vorhersagbaren Zufallsaspekte“ berücksichtigt würden, wie er am Wochenende dem „Spiegel“ sagte.

          Marc Heinrich
          (mah.), Sport

          Die Frankfurter, die durch den ungefährdeten Sieg gegen die Ostwestfalen auf den achten Rang vorrückten, werden, sagte Heuer, bis zum Abschluss der Runde im Mittelfeld des Klassements verharren. Sie rangierten fernab von Gut und Böse. „Es gibt nur eine einzige Mannschaft ohne realistische Möglichkeiten nach oben (Europapokal) oder unten (Abstieg): Frankfurt.“ Quod esset demonstrandum, wie es Heribert Bruchhagen, der Eintracht-Vorstandsvorsitzende mit Oberstudienrats-Vergangenheit und einer Liebe zum Lateinischen, gerne formuliert: Was zu beweisen wäre!

          Schlechte Bilanz auf fremden Plätzen

          Neun Spieltage sind es noch, ehe definitiv abgerechnet wird. Und im günstigsten Fall könnte sogar der siebten Platz genügen – sofern Bayern oder Wolfsburg den DFB-Pokal gewinnt –, um in der Europa League dabei zu sein. Zurzeit sind es lediglich zwei Punkte Rückstand, die die Eintracht von der vor ihnen liegenden TSG Hoffenheim trennen. An Gelegenheiten, die Theorie des Professors zu widerlegen, mangelt es in den verbleibenden neun Wochen nicht. Das Restprogramm der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ist ambitioniert: In Stuttgart, München, Dortmund, Bremen und Berlin muss sie noch antreten, zu Hause bekommt sie es mit Hannover, Mönchengladbach, Hoffenheim und Leverkusen zu tun. In der Hinrunde erreichte sie gegen diese Teams bei drei Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen insgesamt elf Punkte. Bislang haben es Schaaf und seine wankelmütigen Mitstreiter auf 34 Punkte gebracht. Sollten sie in den ausstehenden Kräftemessen mit der Konkurrenz so abschneiden wie im ersten Teil des Sportjahres, stünden sie am Schluss mit 45 da.

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