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Eintracht Frankfurt : Das Knie hält – Meier wieder mittendrin

  • -Aktualisiert am

Besser als jedes Training: Alex Meier erwirbt nach fast fünf Monaten wieder Spielpraxis. Bild: Heiko Rhode

Die Eintracht testet eigens für ihren Torjäger gegen den SV Sandhausen. Sie verliert zwar 0:1, freut sich aber über die weitgehende Genesung ihres Angreifers.

          2 Min.

          Der Gang aus der Umkleidekabine geriet ein wenig eckig. Aber Alex Meier freute sich über seine schweren Beine. Er hatte die 90 Minuten durchgehalten. Und viel wichtiger als die schmerzenden Muskeln war für ihn die Erkenntnis, dass ihm nichts anderes weh tat. Fast fünf Monate nach seiner schweren Verletzung an der Patellasehne hatte der 32 Jahre alte Fußballprofi der Frankfurter Eintracht sich einem ersten Härtetest unterzogen – und ihn bestanden.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Eigens für Alex Meier hatte Trainer Armin Veh für Donnerstagmittag ein Trainingsspiel gegen den Zweitligaklub SV Sandhausen organisiert. Der Eintracht-Trainer ist der Ansicht, lang verletzte Profis erwürben sich die Fitness am besten durch Spiele. „Viele Situationen kannst du nicht simulieren, außerdem ist der Gegner stärker motiviert.“ Das Ergebnis, 1:0 für Sandhausen, interessierte Veh überhaupt nicht. „Ich bin froh, dass Alex durchspielen konnte.

          Das zählt.“ Dass der Torjäger, den die Eintracht-Fans zum „Fußball-Gott“ erkoren haben, in vielen Szenen ganz irdische Fehler beging, empfanden alle als ganz normale Eingewöhnungsschwierigkeiten. Meier hielt sich die ersten zwanzig Minuten sehr zurück, hatte kaum einen Ballkontakt. Dann traute er sich etwas mehr zu und zeigte ein paar gute Ansätze. Aber gegen die ambitionierten Zweitligaspieler hatte er es schwer, sich durchzusetzen. Immerhin erarbeitete sich Meier zwei Torchancen. „Wen er fit ist, macht er die Dinger rein“, sagte Veh trocken. Aber mehr hatte er von seinem Star gar nicht erwartet. Ob er ihn gegen den 1. FC Köln am Samstag in einer Woche einsetzen werde, ließ der Trainer offen. Bis dahin könne noch viel geschehen. Überstürzen wolle er nichts: „Die Eintracht besteht nicht nur aus Alex Meier. Es sind noch neun Tage bis zum Spiel, da muss ich nicht jede Sekunde über Meier nachdenken.“

          Kadlec als Alternative für Meier?

          So etwas würde auch Meier nie von sich behaupten. Er setzt sich nicht unter Zeitdruck, und er drängelt nicht. „Es war schön, nach so langer Zeit wieder einmal zu spielen.“ Er sei vor dem Anstoß sogar ein bisschen aufgeregt gewesen. Seine Leistung fand er „ganz okay. Es ist klar, dass nach so einer langen Zeit noch ein paar Dinge schiefgehen.“ Bei den Bewegungsabläufen fehle noch ein bisschen, und auch das Gefühl für den Raum gehe ihm noch ab. „Aber die Hauptsache war, dass das Knie hält und dass ich Kraft sammeln konnte.“ Meier nahm das Spiel auch als Konditionseinheit. Noch in der letzten Spielminute nahm er den weiten Weg auf sich, den gegnerischen Torwart anzulaufen. „So was würde ich vielleicht sonst nicht tun“, sagte er mit einem Schmunzeln.

          Noch fehlten ihm ein paar Prozent, aber Meier zweifelt nicht daran, dass er sie sich wieder aneignen wird. Nur wie lange es dauern wird, weiß er nicht. „Es hieß, ich würde zwischen vier und sechs Monaten Pause machen müssen, da bin ich ja relativ früh dran. Ich muss sehen, wie das Knie reagiert, die 90 Minuten waren ja was ganz anderes als eine normale Trainingseinheit.“ Bis jetzt sei er zufrieden. Zwar gehe es ohne Schmerzen nach Belastungen nicht ab. „Aber das Knie erholt sich bis jetzt immer sehr gut.“ Die Schmerzen irritieren ihn nicht. „Es heißt, es dauere ein Jahr, bis die Sehne völlig ausgeheilt ist.“

          In diesem Test für Meier durfte auch Vaclav Kadlec zeigen, was er so draufhat und ob er irgendwann einmal eine Alternative für ihn sein könnte. In der Bundesliga ließ Veh den 23 Jahre alten Stürmer noch keine Minute mitspielen, gegen Sandhausen durfte er über die volle Spielzeit ran. Kadlec war der auffälligste Angreifer, hatte mehrere Tormöglichkeiten und traf zweimal die Latte. Der Eintracht-Trainer wirkte jedoch nicht sonderlich beeindruckt. „Er hat sich ganz gut bewegt, aber einen muss er reinmachen.“ Tatsächlich wirkte Kadlec in einigen Situationen zu unentschlossen und zu umständlich. Ansonsten fiel in der Partie, in der Streli Mamba in der 75. Minute den Siegtreffer für Sandhausen erzielte, nur noch Aleksandar Ignjovski auf. Dem Serben unterliefen im ansonsten freundschaftlichen Test zwei ganz harte Fouls – vor lauter Übereifer. Ein bisschen seines Einsatzwillens hätte er gerne an einige Mitspieler abgeben können. Trainer Veh war trotz allem mit dem Trainingsspiel zufrieden. „Während der Länderspielpause ist es gut, dass die Trainingswoche einen Höhepunkt bekommt.“

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