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Eintracht Frankfurt : Frankfurter Wohlfühlklima

Im Zeichen des Adlers: Jung, Rode und Meier bedanken sich für die Unterstützung beim 4:2 gegen Augsburg. Bild: Wonge Bergmann

Beim 4:2 über den FC Augsburg spielt die Eintracht so einfach wie überzeugend. Kapitän Schwegler lobt den Teamgeist, Torjäger Meier ist kaum zu bremsen.

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          Die Entscheidung fiel in Sekundenschnelle. „Ich habe gesehen, dass der Torwart die kurze Ecke nicht zugemacht hat“, sagte Pirmin Schwegler. Dann nahm der Kapitän Maß, zirkelte die Kugel an den linken Pfosten - und hatte Glück, dass der Augsburger Angreifer Sascha Mölders den Abpraller mit dem Knie ins eigene Tor beförderte. Es war das rechte Signal zur rechten Zeit: Wieder einmal erzielte die Eintracht sehr früh ein Tor - und wieder reichte es zu einem Sieg. Diesmal hieß es nach Schweglers Gedankenblitz in der siebten Minute am Ende 4:2 gegen den FC Augsburg. Wieder ein Heimsieg, wieder nicht verloren: Die Lokomotive Eintracht hat mächtig an Fahrt aufgenommen.

          Der verdiente Erfolg gegen den Tabellenletzten hat viele Gründe und viele Bausteine. Doch zwei ragen heraus. Alexander Meier und Pirmin Schwegler. Meier, der torgefährlichste Mittelfeldspieler der gesamten Fußball-Bundesliga, erzielte die Treffer Nummer acht und neun (52. und 75. Spielminute) und schaffte damit gemeinsam mit Bayern-Stürmer Mario Mandzukic den Sprung auf Platz eins der Torjägerliste. Und Schwegler, der Kapitän und Anführer der Eintracht, befindet sich ebenso wie Meier auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Besser und stärker als in diesen Tagen und Wochen hat man den Schweizer nicht Fußball spielen gesehen. Gefühlt hundert Prozent gewonnene Zweikämpfe teilten ihm die Reporter nach vollbrachtem Tagwerk mit. Egal, ob in der Defensive oder auch vorne in der Offensive: Was auch Schwegler anpackte, es glückte. Und niemand aus dem designierten Augsburger Absteigerensemble vermochte ihn zu stoppen.

          Der Wohlfühlfaktor Eintracht als Schlüssel für die Saison

          Der 25 Jahre alte Schwegler führte seine starke Leistung vor allem darauf zurück, „dass ich einfach gesund bin und mich wohl fühle“. Der Wohlfühlfaktor Eintracht - er ist einer der Schlüssel für die bislang so erfolgreich verlaufene Saison. „Heute gegen Augsburg haben wir ein absolut tolles Spiel geliefert“, sagte Schwegler. Selbst als die Schwaben zweimal gegen die Eintracht trafen und durch die Treffer von Ja-Cheol Koo (45.) und Mölders jeweils den Rückstand verkürzten, ließen die Frankfurter nicht locker. „Wir haben immer wieder den direkten Weg zum nächsten Tor gesucht“, sagte Schwegler - und sind nicht enttäuscht worden. Denn neben „Doppelpack-Meier“ war es mit Stefan Aigner ein weiterer formstarker Eintracht-Profi, der mit Übersicht und Technik glänzte und das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 erzielte (32.).

          Vier Treffer gegen den FC Augsburg sind aber nur die halbe Wahrheit. „Wir sind zu einer Vielzahl von überragenden Torchancen gekommen“, sagte Heribert Bruchhagen. Auch der Vorstandschef hätte mehr Tore sehen können. Doch Karim Matmour (35. und 42.), Meier (61.) sowie der eingewechselte Stefan Celozzi (86.) vergaben beste Einschussmöglichkeiten. Trotzdem „war das alles sehr gut anzuschauen“, räumte Bruchhagen freudig ein. „Wir haben ein überzeugendes Spiel geliefert.“ Auch der für Ein- und Aufstellung maßgeblich Verantwortliche war mehr als einverstanden mit dem Auftritt. „Das war doch ein schönes Fußballspiel“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. „Auch für die Zuschauer.“

          Immer realistisch bleiben

          Knapp 48000 hatten sich entscheiden, den Samstagnachmittag in der kühlen Commerzbank-Arena zu verbringen. In der Rückschau eine gute Entscheidung, denn sie bekamen eine Eintracht-Mannschaft zu sehen, die an alte erfolgreiche Heimspiele erinnerte. Auch gegen Hannover 96 und Borussia Dortmund zeigten Vehs Spieler eine gehörige Portion Powerfußball mit schnell vorgetragenen Kombinationen. Axel Hellmann, als Vorstandsmitglied noch nicht so lange in mitverantwortlicher Position bei der Eintracht Frankfurt Fußball AG, fand die allgemeine Lage der Hessen denn auch „herausragend“. Gleichzeitig jedoch empfahl er, realistisch zu bleiben. Rufe nach Europa wollte auch er nicht kommentieren. Lieber den Augenblick genießen und die Tatsache, dass die Eintracht immer noch Dritter ist. Wer hätte das zu Saisonbeginn schon gedacht?

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