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Eintracht Frankfurt : Flum hofft auf das Ende des Geduldspiels

  • -Aktualisiert am

Mehr Dynamik im Mittelfeld? Nicht nur Alex Meier (l.) hofft auf neue Impulse durch Johannes Flum. Bild: Heiko Rhode

Von Thomas Schaaf missachtet, hoffte Veh-Spieler Johannes Flum auf eine faire Chance beim neuen, alten Eintracht-Trainer. Gegen Gladbach soll sie endlich kommen.

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          Johannes Flum sagt es nicht. Aber der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht wäre bestimmt sehr enttäuscht, stünde er an diesem Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht in der Startformation. Es wäre der erste Einsatz von Beginn an in dieser Bundesligasaison. Und wann, wenn nicht jetzt? „Nach dem 6:2 gegen Köln verändert man nichts. Es ist klar, dass man sich dann hinten anstellen muss“, sagte Flum am Mittwoch.

          Die Qual der Wahl

          Das schöne Erfolgserlebnis liegt jedoch mehr als einen Monat zurück. Seitdem steckt die Eintracht in der Schaffenskrise (vier Begegnungen, zwei Punkte). Das blamable 0:2 in Ingolstadt vor zwei Wochen war der bisherige Tiefpunkt. Grund genug für Trainer Armin Veh, ein paar Dinge zu ändern. Die Zeit von Flum könnte gekommen sein. Endlich, aus seiner Sicht.

          Flum lässt durchblicken, dass er nach drei Kurzeinsätzen jetzt mal an der Reihe wäre. Zu zeigen, dass er es besser kann. „Ich habe Gas gegeben. Der Trainer hat die Qual der Wahl.“ Makoto Hasebe ist ein Streichkandidat. Der japanische Nationalspieler findet schon seit einiger Zeit nicht zu seiner Form. Womöglich hängt das auch mit seiner Beanspruchung zusammen. Der Kapitän der Japaner ist regelmäßig auf langen Länderspielreisen.

          Diesmal spielte er mit seiner Nationalmannschaft in Oman gegen Syrien und in Teheran gegen Iran. Am Mittwoch war er wieder zurück in Frankfurt. Teil eins des Übungsprogramms am Vormittag bildete ein gut halbstündiges Zirkeltraining im Kraftraum. Danach bat Veh seine Spieler zum Fußballtennis-Turnier auf den Platz. Hasebe blieb in der Kabine.

          Geschwindigkeitsdefizit im Mittelfeld

          Im Vergleich zum Japaner ist Flum offensiver. In der Raute könnte er den Spielaufbau beleben. Flum strotzt zwar nicht vor Selbstvertrauen, aber vor Kraft. Die Länderspielpause soll den Eintracht-Profis einen Energieschub gegeben haben – dank der „Mini-Vorbereitung“ in der ersten Trainingswoche mit Kraftzirkeln, Koordinationsübungen und Laufeinheiten.

          „Wir haben die vierzehn Tage auf jeden Fall genutzt und an unserer Physis gearbeitet“, sagte Flum. „Wir können marschieren und rennen. Das haben wir im Training bewiesen.“ Apropos Tempo: In der Bundesliga beklagen die Frankfurter ein Geschwindigkeitsdefizit im Mittelfeld. Dieses wollen sie auf der Sechser- oder Achterposition möglichst schnell beheben. Vorausgesetzt, die Eintracht findet im harten Wettbewerb einen für sie finanzierbaren Spieler.

          Flum ist voller Zuversicht

          Denn auch Flum ist kein Tempomacher. Und nicht der Einwechselspieler par excellence. Es dauert jedes Mal ein bisschen, bis er im Spiel angekommen ist. Beim früheren Eintracht-Trainer Thomas Schaaf war Flum auf dem Abstellgleis. So empfand der Spieler das, weil Schaaf dessen Trainingsleistungen nicht honoriert habe. Flum kam nur auf 164 Minuten Spielzeit in sieben Begegnungen. Wäre der Trainer geblieben, wäre er im zurückliegenden Sommer gegangen. Den Kontakt zu anderen Klubs hatte Flum schon hergestellt.

          Doch mit der Rückkehr von Veh schaute Flum nach einem „wahnsinnig schwierigen Jahr“ wieder zuversichtlich nach vorne. Er hatte ihn 2013 für eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro vom SC Freiburg geholt. Und Veh schenkte Flum Vertrauen. In der ersten gemeinsamen Saison war der Profi ein Vielspieler in der Bundesliga und Europa League. Davon ist Flum heute weit entfernt. Trotzdem bewertet er die Situation ganz anders als unter Schaaf.

          Der frühere U-20-Nationalspieler fühlt sich beachtet und geschätzt. Er ist überzeugt davon, bei Veh eine faire Chance zu bekommen. „Ich stehe morgens nicht auf und rechne mir täglich meine Chancen auf einen Einsatz aus“, sagte Flum am Mittwoch. In Frankfurt hat er gelernt, Geduld zu haben. Aber vor dem Gladbach-Spiel hofft er doch sehr auf seine Chance.

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