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Eintracht Frankfurt : Erst geschlagen, nun Zwangspause

Sebastian Rode knabbert an der Niederlage gegen Gladbach und wird durch eine Mandelentzündung beeinträchtigt Bild: AFP

Sebastian Rode, Jungprofi von Eintracht Frankfurt, muss ein zweifaches Missgeschick verkraften: die Niederlage und eine Mandelentzündung, die ihn das U-21-Länderspiel kostet.

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          Sebastian Rode hat einen dicken Hals. Nicht unbedingt wegen der unnötigen 0:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. Sondern ganz einfach deshalb, weil der Fußballprofi krank ist. Der am kommenden Donnerstag 22 Jahre alt werdende Eintracht-Spieler leidet unter einer akuten Mandelentzündung. Dies hat Folgen, denn Rode kann die Einladung zu zwei Länderspielen der deutschen U-21-Nationalmannschaft nicht wahrnehmen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Die beiden Europameisterschafts-Play-off-Spiele gegen die Schweiz am 12. Oktober in Leverkusen sowie vier Tage später in Luzern finden ohne Rode statt. Rainer Adrion, der Trainer der U 21, hat die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben, dass Rode vielleicht doch noch bis zum Rückspiel wieder fit wird. „Wir warten noch ein paar Tage und werden dann entscheiden, ob noch jemand nachnominiert wird“, sagte Adrion am Montag.

          „Die Gladbacher im Griff gehabt“

          Montag, das war der Tag danach. Der Tag nach der ersten Saisonniederlage der Eintracht, die so kurios zustande gekommen war. Da machten die Frankfurter mehr oder weniger neunzig Minuten lang im Borussia-Park das Spiel, doch die Punkte blieben in Mönchengladbach. „Völlig unnötig“, sagte Rode. „Wir haben die Gladbacher im Griff gehabt. Aber wir haben uns sehr schwer getan, sie in Bedrängnis zu bringen.“ Selbstkritisch sagte der abermals beste Eintracht-Profi noch am Sonntag vor der Heimreise: „Es muss uns schon ein bisschen mehr einfallen.“

          Doch der Plan ging auch deshalb nicht wunschgemäß auf, weil sich die Borussen mit einer Taktik aus grauer Vorzeit rund um den eigenen Strafraum als unüberwindliches Bollwerk präsentierten. Schön war das nicht. „Aber verboten ist es auch nicht“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. Von der strategischen Ausrichtung der Mönchengladbacher hielt der Frankfurter Fußballlehrer nicht sonderlich viel. „Aber wenn man gewinnt, hat man alles richtig gemacht.“

          Auch die Eintracht hat an diesem verflixten siebten Spieltag vieles richtig gemacht. Sie hat stramm Kurs gehalten und mit schnell vorgetragenem Offensivfußball an die erfolgreichen Auftritte der Vorwochen anknüpfen wollen. „Olli hätte das 1:1 machen müssen. Dann wäre es vielleicht anders gelaufen“, sagte Veh. Doch Olivier Occean, der an diesem Sonntag unglücklichste Eintracht-Profi, hat die Chance, in das schon leere Gladbacher Tor zu schießen, fahrlässig verstreichen lassen. Diese Aktion plus die unfreiwillige Vorlage zum Gladbacher Führungstreffer: Es waren nicht nur für Veh „die zwei Schlüsselszenen. Wir haben alles versucht. Wir haben die Gladbacher nach hinten reingedrängt.“

          Privatspiel in Westhessen

          Veh wähnte sich gar an Zeiten in der zweiten Liga zurückerinnert, als die Eintracht in vielen Begegnungen hochüberlegen gewesen war. Der Unterschied: Im Aufstiegsjahr klappte es zumeist mit Siegen. Nun in Gladbach erstmalig nicht. „Meine Mannschaft hat es immer wieder versucht“, sagte Veh. „Deshalb kann ich trotz der Niederlage auch nichts Negatives sagen.“

          Es stimmte schon: Man kann ordentlich Fußball spielen, ohne dafür belohnt zu werden. Die Eintracht, die an diesem Dienstag ein Privatspiel beim Verbandsligaklub TuS Dietkirchen im Kreis Limburg absolviert (Anstoß 17.30 Uhr), hat dies erstmals in dieser Saison leidlich erfahren müssen. Großartig passiert aber ist trotzdem nichts. Noch immer steht das Überraschungsteam der Liga auf Platz zwei. „Wir haben immer noch sechzehn Punkte“, sagte Veh. „Die kann uns keiner nehmen.“ In knapp zwei Wochen, wenn sich Hannover 96 in der Frankfurter Arena vorstellt (20. Oktober, 15.30 Uhr), sollen weitere Zähler dazukommen. Und spätestens dann will der derzeit kranke Rode wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Er ist sicher: „Die Niederlage in Gladbach hat uns nicht zurückgeworfen. Die Moral bei uns ist intakt.“

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