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Eintracht Frankfurt : „Ein Hammerprogramm“

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Rückkehr möglich: Alexander Meier traut sich einen Einsatz gegen Augsburg zu. Bild: Wonge Bergmann

Im Februar bekommt es die Frankfurter Eintracht massiv mit Schwergewichten wie den Bayern, Dortmund und Porto zu tun. Das bringt Stress, aber die Vorfreude überwiegt.

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          Die vielen zusätzlichen Spiele im Europapokal (acht) und DFB-Pokal (drei) sind der Mannschaft der Frankfurter Eintracht in der Bundesliga in den zurückliegenden Monaten nicht wirklich gut bekommen. „Darunter haben wir gelitten“, gibt Trainer Armin Veh zu, „aber wir wollen trotzdem kein einziges Spiel im Europacup missen.“ Jeder seiner Spieler habe viel dazugelernt bei den Partien auf internationaler Bühne, vor allem durch die ungewohnten Belastungen, die rund um die Begegnungen mit den Reisen nach Aserbaidschan, Zypern, Israel und Frankreich auf jeden einzelnen zukamen. „Das bringt uns voran“, glaubt Veh. Und die Höhepunkte der internationalen und nationalen Pokalreisen stehen ja erst noch bevor. Gerade im Monat Februar befinden sich die Frankfurter, die vor zwei Jahren noch in der zweiten Liga spielten, mittendrin im großen Fußball. Sieben Spiele müssen oder dürfen sie, je nach Sichtweise, im Februar binnen 25 Tagen austragen. Sie treffen dabei auf den Champions-League-Sieger Bayern München (2. Februar), zweimal in Pokal und Liga auf den Champions-League-Finalteilnehmer Borussia Dortmund (11. und 15. Februar), zweimal auf den portugiesischen Abonnementsmeister FC Porto in der Europa-League (20. und 27. Februar) und dazwischen in der Bundesliga auf Eintracht Braunschweig (8. Februar) und Werder Bremen (23. Februar).

          Trainingslager in Abu Dhabi

          Dies sei „ein Hammerprogramm“ sagt der Trainer – und kaum einer wird ihm widersprechen. Doch nicht nur bei Veh überwiegt die Vorfreude über die Bedenken, ob die Eintracht die Dreifachbelastung im neuen Jahr erfolgreicher überstehen kann als in der jüngeren Vergangenheit. Gegner wie Bayern, Dortmund und Porto seien „große Herausforderungen“ für seine Mannschaft, sagt der 52-Jährige. Gerade in diesen Spielen wird die Motivation außerordentlich hoch sein. Die besondere Schwierigkeit könnte darin bestehen, dass für die sportliche Existenz die Prüfungen gegen Braunschweig und Bremen sicher die wichtigeren sind als jene gegen die Top-Klubs. Veh schöpft seine Zuversicht vor allem aus der im Januar bevorstehenden Trainingsarbeit im achttägigen Trainingslager in Abu Dhabi: „Meine Mannschaft braucht viel Training, dann spielt sie auch gut“, sagt er überzeugt.

          Vor dem letzten Spiel des Jahres an diesem Freitagabend gegen den FC Augsburg hält sich die Trainingsarbeit in engen Grenzen. Den Dienstag durften die Spieler noch einmal zu Hause verbringen, um die ziemlich leeren Energie-Akkus aufzuladen. Am Mittwoch und Donnerstag stehen zwei Trainingseinheiten an. Diese wenigen Möglichkeiten will der Coach nutzen, um den Kader so gut vorzubereiten, dass im abschließenden Spiel doch noch der erste Heimsieg der Saison gelingt. Von nichts und niemandem will er sich und die Spieler dabei stören lassen. Deshalb finden alle Übungsstunden dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

          Meier zurück im Training

          So wird es voraussichtlich bis kurz vor Spielbeginn Vehs Geheimnis bleiben, wen er für den verletzt fehlenden Marco Russ in die Anfangsformation berufen wird. Möglichkeiten dazu hat der Frankfurter Trainer genug. Sebastian Rode könnte nach überstandener Oberschenkelprellung zurückkehren und den Platz von Russ im defensiven Mittelfeld einnehmen. Alexander Meier ist am Montag nach einer mehr als dreiwöchigen Pause wegen einer Patellasehnenentzündung ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und würde sich wohl zutrauen, beim letzten Spiel dabei zu sein. Am Dienstag absolvierte Meier noch einen Laktattest, an diesem Mittwoch und morgen wird er versuchen, sich dem Trainer im Schnelldurchlauf anzubieten.

          Auf eine neue Chance hofft auch Marvin Bakalorz, der zuletzt Kurzeinsätze gegen Nikosia und Leverkusen durchaus zur Reklame in eigener Sache nutzen konnte. „Es ist ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden“, sagt der 24 Jahre alte Sommer-Zugang, der mehr als vier Monate auf Einsätze in der Profimannschaft hat warten müssen. Ansprüche stellt der von der zweiten Mannschaft Borussia Dortmunds gekommene Mittelfeldspieler auch nach den guten zehn Minuten von Leverkusen nicht. Er freue sich einfach „über jede Minute“ in der Bundesliga, versichert er, „und ich werde alles geben, dass ich weiter dabei bin“. Gelegenheiten kommen genug.

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