https://www.faz.net/-gzg-6yvrf

Eintracht Frankfurt : Die Gierigen

Von den Fans gefeiert: Die Mannschaft der Eintracht nach dem Sieg gegen Bochum. Bild: Wonge Bergmann

Dank ihrer Treffsicherheit stürmt die Eintracht an die Spitze. Diese Angriffsvielfalt macht den Klub unberechenbar.

          2 Min.

          Das ist das Schöne, wenn man vorlegt. Man kann sich beruhigt zurücklehnen und schauen, was die Konkurrenz so treibt. Schon vor zwei Wochen, nach dem 3:0 an einem Freitagabend gegen Dynamo Dresden, freute sich Eintracht-Trainer Armin Veh auf ein „richtig geiles Wochenende“. Damals jedoch war es noch so, dass sich Spitzenreiter Greuther Fürth am Tag nach dem Frankfurter Erfolg keine Blöße gab und bei Verfolger 1860 München zu einem souveränen 4:1-Auswärtserfolg gekommen ist. Nun aber hat es sich für die Eintracht gelohnt, vom Sofa aus dem Treiben der fränkischen Spielvereinigung zuzuschauen. Weil nämlich die Mannschaft von Trainer Mike Büskens beim FC Erzgebirge Aue nicht über ein 1:1 hinausgekommen ist, bleibt die Eintracht dort, wo sie schon am Freitag nach dem 3:0 gegen den VfL Bochum gewesen ist: an der Spitzenposition der Zweiten Fußball-Bundesliga.

          Für die Spieler von Trainer Veh ist dies keine Selbstverständlichkeit. Zweimal erst blickten die Hessen während dieser Saison von ganz oben auf den Rest der Liga. Nach Abschluss des 15. Spieltags lag die Eintracht dank des 4:3 gegen Alemannia Aachen am 20. November mit 35 Punkten gleichauf mit dem späteren Herbstmeister Fortuna Düsseldorf. Und sieben Runden später, als der Stadtrivale FSV im Derby am 18. Februar 6:1 geschlagen wurde, stand sie abermals auf Platz eins. Nun also, nach dem ungefährdeten 3:0 gegen den langjährigen Erstligakonkurrenten Bochum, zum dritten Mal der Sprung an die Spitze. „Wir alle können sehr zufrieden sein“, sagte Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler nach den siegbringenden Toren von Mohamadou Idrissou (18.), Alexander Meier (32.) und Erwin Hoffer (35.). Schon am vergangenen Montag, nach dem furiosen 4:0 bei Union Berlin, hatte der spielerische Kopf der Eintracht auf das Pfund der finalen Heimspiele hingewiesen. „Wenn wir die für uns entscheiden, wird nichts mehr anbrennen.“ Das Wort Aufstieg nahm Schwegler nicht in den Mund. Doch genau das ist es, was die Fußballprofis antreibt - und mit ihnen ihren Trainer. Veh aber blieb auch jetzt seiner Linie treu. „Wenn die Fortuna am Montag gewinnt, dann sind es wieder fünf Punkte Abstand bei noch sechs ausstehenden Spielen. Das ist fast nichts.“

          „Meine Spieler haben sich nicht berauscht“

          Fast überhaupt kein Gegentor, nur ein einziges, hat die Eintracht in den vergangenen Erfolgswochen hinnehmen müssen. Der Schweizer Schwegler findet dies „einfach nur toll“. Lediglich beim 5:1 in Rostock wurde der Souveränität und Ruhe ausstrahlende Oka Nikolov einmal überwunden. Ansonsten aber erwies sich die Eintracht-Defensive als unüberwindbares Bollwerk. Auch gegen Bochum galt die Devise: Hinten alles klar - und vorne treffen die Stürmer. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Präzision die Frankfurter Angreifer die Torquote in die Höhe treiben. 68 Tore - das ist der absolute Spitzenwert der Liga, und die Eintracht steht auch deshalb auf Platz eins, weil die Gier nach Toren die Frucht einer breiten Basis ist. Meier trifft, 16 Mal schon, Idrissou ebenso (11). Und weil auch Hoffer (9), Benjamin Köhler (8) und Karim Matmour (6) ihre offensiven Aufgaben zumeist zur vollsten Zufriedenheit erfüllen, ist die Eintracht schwer auszurechnen. „Wir sind unberechenbar“, bestätigte Schwegler die Frankfurter Angriffsvielfalt und freute sich darüber, „dass die Tore unglaublich einfach für uns fallen“.

          Armin Veh, der Coach der Eintracht, war mit der gefundenen Balance zwischen Torerfolgen und Torverhinderungen wieder einmal sehr zufrieden. „Meine Spieler haben sich nicht berauscht“, lobte er die ausgegebene Strategie, nicht blind auf das Bochumer Tor zu stürmen. „Ich habe ihnen auch die Aufgabe gegeben, keine Gegentreffer zuzulassen.“ Der Lohn: Nach dem Regenerationstraining am Samstag gewährte der Frankfurter Fußballlehrer seiner Mannschaft einen freien Sonntag. Idrissou dürfte die Auszeit besonders genossen haben. Nachdem er noch am Freitag wegen eines Tritts auf den operierten Knöchel zur Halbzeitpause ausgewechselt werden musste, konnte er die freie Zeit dazu nutzen, die im Nachgang „nur“ als Prellung diagnostizierte Verletzung zu pflegen. An diesem Montag, wenn die Vorbereitungen auf die österliche Prüfung am Samstag beim MSV Duisburg beginnen, soll der torgefährliche Kameruner schon wieder dabei sein. Für Veh und die Eintracht ist das eine gute Nachricht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Corona-Impfung am Freitag in Bremen

          F.A.S. exklusiv : Politiker wollen Impfwillige belohnen

          Unionspolitiker möchten Vorteile für Geimpfte zulassen. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats spricht von einer moralischen Pflicht, sich impfen zu lassen, aber keiner gesetzlichen Impfpflicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.