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Eintracht Frankfurt : Die alte Eintracht

Taktik ist wichtig, Tore sind besser: Eintracht-Trainer Armin Veh Bild: Jan Huebner

Keine Zugänge, keine Abgänge – Trainer Armin Veh vertraut seinem Kader. Einer dürfte es allerdings auch in Zukunft schwer haben: Václav Kadlec.

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          Früher war mehr Transparenz. Da genügte ein Blick auf die Transferliste der Fußball-Bundesliga – und schon war man im Bilde, ob im Sommer- und Winterschlussverkauf noch ein paar Schnäppchen zu schlagen waren. Ein Relikt, mehr nicht. Die Digitalisierung hat unter dem Kürzel „TOR“ – Transfer-Online-Registrierungssystem – nun auch im Transfergeschäft Einzug gehalten. Künftig muss sich nur noch der aufnehmende Verein bei der Deutschen Fußball Liga melden und alle Daten des neuen Spielers digital melden. Am 31. August, dem letzten Tag, an dem es möglich war, während der sommerlichen Transferperiode Spieler entweder zu veräußern oder neu an sich zu binden, hat die Frankfurter Eintracht keine Enter-Taste mehr gedrückt.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Armin Veh wird es also auch von diesem Dienstag an, wenn um 11 Uhr an der Frankfurter Arena wieder öffentlich trainiert wird, mit den selben Leuten zu tun haben, die bereits in den Vorwochen bei der Eintracht unter Vertrag gestanden haben. Schon ein paar Stunden vor der Schließung des Transferfensters am Montag um 18 Uhr schloss Heribert Bruchhagen Neuzugänge aus. „Ich gehe nicht davon aus, dass noch etwas passiert“, sagte der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht. Der am Freitag 67 Jahre alt werdende Bruchhagen vertraut ebenso wie der 13 Jahre jüngere Chefcoach dem vorhandenen Personal. „Herr Veh ist mit dem Kader zufrieden.“

          Kein gutes Signal für Kadlec

          Ein immer wieder diskutierter möglicher Abgang von Václav Kadlec ist damit perdu. Der stürmische Tscheche, immer wieder mit dem dänischen Spitzenklub FC Midtjylland in Verbindung gebracht, muss also einen neuen Versuch starten, in Frankfurt endlich und nachhaltig Fuß zu fassen. Eintracht-Trainer Veh hielt bei der Verpflichtung seines damaligen „Wunschspielers“ große Stücke auf Kadlec. Doch bis auf wenige lichte Momente blieb Kadlec den Nachweis schuldig, der Eintracht dauerhaft eine nachhaltige Hilfe zu sein. Wer einen Blick auf die aktuelle Frankfurter Mannschaft wirft, findet kaum Platz für Kadlec.

          In der Offensive haben sich Haris Seferovic und Luc Castaignos die beiden vordersten Plätze gesichert. Und dass sich auf links, wo sich Kadlec normalerweise recht wohl fühlt, andere wie die Jungprofis Luca Waldschmidt und Joel Gerezgiher empfehlen dürfen, ist kein gutes Signal für Kadlec. Obwohl der Tscheche in der Bundesliga nicht wie von ihm erhofft zum Zug kommt, genießt er in seiner Heimat weiterhin das Vertrauen. Für die Nationalmannschaft ist er jetzt für das Europameisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan an diesem Donnerstag in Pilsen gegen Polen nominiert; auch für die Partie drei Tage später in Riga gegen Lettland gehört Kadlec zum tschechischen Kader.

          Eintracht in kommoder Lage

          In der Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln (Samstag, 12. September, 18.30 Uhr) steht Eintracht-Trainer Veh mit seinen Frankfurter Fußballprofis vor ebenso angenehmen wie herausfordernden Tagen. Einerseits muss er auf etliche Nationalspieler verzichten. So ist der Peruaner Carlos Zambrano ebenso auf Reisen wie der Finne Lukas Hradecky, der Österreicher Heinz Lindner, der Schweizer Haris Seferovic, der Japaner Makoto Hasebe, der Ivorer Constant Djakpa und der junge Deutsche Waldschmidt.

          Andererseits kann Veh seine Rumpfmannschaft mit dem guten Gefühl eines Auswärtssieges präparieren. Das 4:1 von Stuttgart hat die Eintracht in eine tabellarisch kommode Lage gebracht. Veh bieten sich alle Möglichkeiten, an der weiteren Stabilisierung und Harmonisierung des Eintracht-Spiels zu arbeiten.

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