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Eintracht Frankfurt : Der Mann für die Knalleffekte

Mannschaftsspieler: Eintracht-Spieler Matmour freut sich über Meiers Tor gegen Freiburg. Bild: AFP

Karim Matmour ist bei der Eintracht zwar nur zweite Wahl - aber als Einwechselspieler oft der erste Anwärter. Nun freut sich der Algerier auf die alten Bekannten in Gladbach.

          Einer freut sich ganz besonders. „Gladbach, das war viele Jahre mein Verein. Dort kenne ich alle.“ Sagt Karim Matmour, der von 2008 bis 2011 für die Borussia am Ball gewesen ist. An diesem Sonntag (15.30 Uhr), wenn er sich mit seinem neuen Klub Eintracht Frankfurt anschickt, auch das siebte Bundesligaspiel in Folge ungeschlagen zu bleiben, wird das Hallo am Niederrhein also groß sein. Dabei gehört Matmour, seit einem Jahr als rechte offensive Außenkraft bei der Eintracht unter Vertrag, noch nicht einmal zum Frankfurter Stamm. Seiner guten Laune, die er ausstrahlt, schadet dies nicht. „Natürlich will ich spielen und gerne mithelfen. Aber ich bin zufrieden, dass die Mannschaft gewinnt“, sagt der 27 Jahre alte Algerier mit französischen Wurzeln. „Im Moment läuft es halt unglaublich gut. Da hat der Trainer keine Veranlassung, seine Startelf zu ändern“, sagt Matmour. „Er hat alle Karten in der Hand.“

          Karim Matmour? Das war in der vergangenen Aufstiegssaison der Mann für die besonders späten Momente. Der Mann für die Last-Minute-Tore - wie beispielsweise Ende Oktober in Ingolstadt. Dort musste die Eintracht 96 lange Minuten warten, ehe der listige Matmour mit einer geschickten Kopfballverlängerung die gegnerische Abwehr übertölpelte, den 1:1-Ausgleichstreffer erzielte und die Frankfurter damit vor einer Niederlage bewahrte. Ähnliches war dem in der Hinrunde stets als Einwechselspieler in die Partien gekommenen Matmour zuvor schon beim Saisonauftakt in Fürth geglückt. Da war es die 89. Minute, in der der technisch beschlagene Angreifer aus dem 2:2 ein 3:2 für die Eintracht machte. Zu Matmours drittem Streich kam es am 20. November. Wieder ein Spiel, in dem es hin und her ging. Und wieder eine Partie, in der sich der Algerier nach seiner Einwechslung nur zehn Minuten Zeit ließ, um sechzig Sekunden vor dem Abpfiff abermals entscheidend zuzuschlagen. Damals hieß es 4:3 gegen Alemannia Aachen.

          „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich gerne.“

          Am Status von Matmour, der Einwechselkraft für die speziellen Knalleffekte, hat sich seitdem nichts geändert. Er ist weiter zweite Wahl - und meist erster Anwärter, wenn Trainer Armin Veh nach frischen Leuten sucht. Auf der von ihm bevorzugten rechten Außenbahn genießt Stefan Aigner Stammspielerstatus. Matmour akzeptiert dies sportlich fair. „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich gerne. Deshalb versuche ich, mich in jedem Training anzubieten“, sagt er. „In den Spielen muss ich zwar momentan zunächst zuschauen. Aber eine Saison ist lang.“ Weil das Thema algerische Nationalmannschaft „im Moment kein Thema“ ist, wie der Frankfurter Fußballprofi sagt, will er sich voll auf die Aufgabe bei der Eintracht konzentrieren.

          Rückendeckung dafür kommt von prominenter Stelle. „Karim hat das gut gemacht“, lobte Trainer Veh am Sonntag. Beim 2:1 gegen den SC Freiburg war Matmour wie selbstverständlich eingewechselt worden - diesmal allerdings schon in der 54. Minute. Im Vergleich zur vergangenen Saison kommt dies fast schon einem Riesensprung gleich. Matmour jedenfalls hat die ihm zur Verfügung stehende Spielzeit genutzt, um sich nachhaltig in Erinnerung zu rufen. „Er hat sofort mitgearbeitet“, sagte Veh. Mit Matmours Arbeitseifer ist der Eintracht-Trainer also einverstanden, und auch die kleine Affäre aus der Vorwoche ist schon lange ausgestanden. Da hatte Matmour, aus welchem Grund auch immer, Vormittags- und Nachmittagstraining verwechselt und war letztlich zwanzig Minuten zu spät zur Übungseinheit erschienen, was in der Regel eine Geldstrafe nach sich zieht. Als Matmour jetzt am Donnerstag gefragt wurde, wie die Sache ausgegangen sei, setzte er ein freundliches Lächeln auf und sagte: „Alles klar. Der Trainer und ich haben das geregelt.“ Dann drehte er sich um und verschwand. Vielleicht erzählt Matmour ja seinen Gladbacher Freunden ein paar Details mehr.

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