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Eintracht Frankfurt : Das Lächeln ist zurück

Wieder am Ball: Eintracht-Profi Sonny Kittel Bild: Heiko Rhode

Sonny Kittel und Timothy Chandler bescheren der Eintracht doppeltes Glück: Beide melden sich am selben Tag zurück. Den Trainer freut´s.

          3 Min.

          Es war der Tag des Glücks. Zwei Profis der Frankfurter Eintracht strahlten geradezu um die Wette. Endlich wieder fit, endlich wieder auf dem Platz. Zwar noch lange nicht mittendrin, doch immerhin. „Es ist ein tolles Gefühl, dass ich den Fußball wieder gespürt habe“, sagte Sonny Kittel. „Das macht schon Spaß.“ Vor allem auch deshalb, weil der 22 Jahre alte Offensivspieler frei von Schmerzen ist. „Ich habe keine Probleme mehr“, sagte er.

          Dabei hat Kittel, blickt man auf seine Krankenakte, eigentlich lauter Probleme in seiner bisherigen Karriere gehabt. Das jüngste, das kein Einzelfall ist: Ein Kreuzbandriss hat ihn für ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt. Wieder einmal, denn mit Kreuzbandrissen und Knorpelschäden kennt sich der talentierte Profi aus. Der letzte Tiefschlag ereilte ihn im Auswärtsspiel in Bremen. Es war der 2. Mai, die Partie der Eintracht beim SV Werder war gerade eine Viertelstunde alt, als Kittel sich ohne Einwirkung des Gegners das Knie verdrehte. Nach einer Kernspintomographie wurde die Befürchtung bestätigt: Kreuzbandriss im linken Knie.

          Zwei glückliche Enden

          Zuvor war stets Kittels rechtes Knie betroffen. Am 19. April 2011, ein paar Tage nur nach einem starken Spiel des damals 18-Jährigen gegen den SV Werder, riss zum ersten Mal das Kreuzband rechts. Zwei Jahre später, im April 2013, zog er sich einen Knorpelschaden im gleichen Knie zu; im Februar 2014, nach einem umstrittenen Kick in der Halle, folgte der nächste Knorpelschaden – wieder im rechten Knie. Und wieder eine mehrmonatige Pause. Aktuell sind seit Kittels Malheur an der Weser viereinhalb Monate ins Land gezogen, die geprägt waren von eiserner Disziplin und harter Arbeit in der Reha. „Ich habe keine Rückschläge gehabt“, versicherte Kittel nach seiner erstmaligen Teilnahme am Mittwoch am Rande des Mannschaftstrainings.

          Mit der bislang bestens verlaufenen Genesung hat Kittel gerechnet. „Es sind ja alles immer dieselben Abläufe“, sagte er und spielte damit auf die Reha-Zeiten während der weiteren Knieschäden der Vergangenheit an. „In sechs Wochen will ich wieder dabei sein“, sagte Kittel – und sein ohnehin schon breites Grinsen wurde noch breiter. An den bitteren Moment im Mai erinnert er sich mit Grausen. „Der Schock damals war groß“, so Kittel. „Es hat ein paar Tage gedauert. Aber irgendwie geht es ja weiter“, machte sich der Blondschopf Mut. „Ich bin heiß, wieder dabei zu sein. Ich hoffe, es gibt jetzt ein Happy End.“

          Auch für Timothy Chandler ist ein glückliches Ende in Sicht. Ebenso wie Kittel konnte der Rechtsverteidiger der Eintracht die Mannschaftskollegen zuletzt nur moralisch unterstützen. Kurios, aber wahr: An dem Tag, an dem sich Chandler verletzte, war auch kein Gegenspieler verwickelt. Es war ein unglücklicher Moment, als sich der in Frankfurt geborene Amerikaner beim Auswärtsspiel am 29. August in Stuttgart ohne Fremdverschulden einen Riss des Außenmeniskus im rechten Knie zuzog. Auch Chandler musste operiert werden, und vielleicht war es ja wirklich nur ein Zufall, dass sich die beiden unverschuldet zu Schaden gekommenen Eintracht-Spieler am selben Tag zurückmeldeten. Chandler sagte: „Es geht mir sehr gut. Es war ja keine so große OP.“ Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, warum sich der 25 Jahre alte Fußballprofi schon wieder stark genug fühlt, „um nach der Länderspielpause ins Mannschaftstraining einzusteigen“.

          Wohin führt der Weg der Eintracht?

          Armin Veh signalisierte freudige Zustimmung über die Rückkehr der zwei Rekonvaleszenten. „Schön, dass es Sonny wieder gutgeht“, sagte der Eintracht-Trainer. „Es freut mich. Schön, dass auch Chandler schon ziemlich weit ist und wohl nicht mehr so lange brauchen wird, bis er wieder richtig dabei ist.“ Wie lange Haris Seferovic benötigt, um nach seinem Muskelfaserriss wieder auf der Höhe der alten Schaffenskraft zu sein, ist derzeit ungewiss. Anders als die umgänglichen und locker parlierenden Kittel und Chandler verspürte der Schweizer keine Lust, sich öffentlich mitzuteilen. Statt stehen zu bleiben und Auskunft zu geben, verließ Seferovic im Laufschritt das Übungsareal.

          Auch an diesem Wochenende, wenn sich die Eintracht am achten Bundesligaspieltag auswärts beim FC Ingolstadt beweisen muss (15.30 Uhr), wird der eigenwillige Stürmer fehlen. Die anderen müssen es richten – und spielend die Frage beantworten, wohin der weitere Weg der Eintracht führt. „Das ist ein wichtiges Spiel für uns“, sagte Veh über das Duell beim Aufsteiger. „Entweder es geht für uns in der Tabelle nach oben – oder nicht“, sagte er. „Mit einem Sieg hätten wir für mich einen richtig guten Start in die Saison hingelegt.“ Eine Antwort bekommt Veh am Samstag.

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