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Eintracht Frankfurt : Da ist er wieder

Zurück auf dem Platz: Carlos Zambrano im Frankfurter Winterregen. Bild: Huebner/Scheiber

Carlos Zambrano meldet sich bei der Eintracht zurück: Der Verteidiger will im Trainingslager weiter an seiner Genesung arbeiten und sich anschließend äußern, wo er künftig spielt.

          Selbst die tief ins Gesicht gezogene Pudelmütze vermochte die Identifizierung des prominenten Rückkehrers nicht zu verhindern: Carlos Zambrano ist wieder da. Laufend sogar, denn der Innenverteidiger der Frankfurter Eintracht hat nach einer längeren Zwangspause am Donnerstag öffentlich seine ersten Runden gedreht. Am Abend zuvor war der 25 Jahre alte Fußballprofi aus seiner peruanischen Heimat gekommen, wo er in der Hauptstadt Lima den zweiwöchigen Weihnachtsurlaub gemeinsam mit seinen beiden Kindern verbracht hatte.

          Als die Eintracht im Spätherbst zu großer Form auflief und im Schlussspurt der Bundesliga-Hinrunde fast im Wochentakt ein (Ergebnis-)Spektakel nach dem anderen zeigte, war Zambrano schon nicht mehr am Ball. Mitte Oktober hatte sich der Frankfurter Abwehrchef in Diensten der peruanischen Nationalmannschaft bei der 0:3-Niederlage gegen Chile einen Bänderriss im rechten Knie zugezogen, der operiert werden musste. Zambrano ließ den Eingriff in Deutschland vom Heidelberger Spezialisten Dr. Jürgen Huber vornehmen. Gut zweieinhalb Monate später, in denen er eifrig Reha-Maßnahmen absolvierte, sagt er nun: „Alles ist okay. Bis jetzt hat alles gehalten. Ich habe keine Schmerzen.“

          Bei lediglich sechs von siebzehn Hinrundenspielen war Zambrano für die Eintracht am Ball. Ein Verlust, der eigentlich nicht wettzumachen war. So betonte nicht nur Torjäger Alexander Meier immer wieder: „Carlos ist unser Bester.“ Doch Trainer Thomas Schaaf versuchte den Spagat, probierte personelle Alternativen, um den wichtigen Posten in der Abwehr vorübergehend zu besetzen. Es war zumeist das Duo Bamba Anderson/Marco Russ, das für Ordnung sorgen sollte, im Verbund mit den Außenverteidigern Timothy Chandler und Bastian Oczipka aber auch nicht verhindern konnte, dass die Eintracht viel zu viele Gegentore hinnehmen musste. Mit 34 Gegentreffern stellen die Frankfurter derzeit die drittschlechteste Liga-Defensive. So schnell wie möglich will Zambrano mithelfen, diese Negativbilanz zu verbessern. Doch der Verteidiger muss sich wohl noch bis Februar gedulden. „Ich brauche Kondition, muss aber insgesamt langsam machen.“ Nur nichts überstürzen also.

          „Bruno weiß, was ich machen will“

          Für die baldige Wiedereingliederung in die Mannschaft wird Zambrano in der kommenden Woche abheben. „Ich denke schon, dass ich beim Trainingslager in Abu Dhabi dabei sein werde“, sagte der Südamerikaner nach seinem ersten leichten Aufgalopp. „Es ist gut, wenn ich direkt bei der Mannschaft bin.“ Wenn im Land der Scheiche auf dem piekfeinen Platz unweit des Emirates Palace Hotels täglich mehrmals trainiert wird, will Zambrano vor Ort sein. Zambrano freut sich auf die Tage unter der wärmenden Sonne in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zudem hat er angekündigt, nach der Dienstreise und der Rückkehr nach Frankfurt eine baldige Entscheidung in eigener Sache zu treffen. „Bruno weiß, was ich machen will“, sagte Zambrano über die Zeit nach dem 30. Juni 2015.

          Bis dahin läuft sein Vertrag mit der Eintracht, und Sportdirektor Bruno Hübner steht seit längerem schon in engem Kontakt mit Zambrano und dessen Berater. Grundsätzlich sind die Vertragsgespräche komplex, weil auch noch eine Schweizer Agentur an Zambranos aktuellem Vertrag beteiligt ist. „Mein Berater wird sich nach dem Trainingslager äußern“, stellte Zambrano in Aussicht und fügte an: „Ich fühle mich wohl in Frankfurt. Ich habe Zeit. Erst will ich wieder fit werden, dann werden wir sprechen.“ Zudem stellte Zambrano klar: „Der Vertrag mag ja kompliziert sein. Doch am Ende entscheide ich.“ Pro oder contra Eintracht? Hübner, der wie schon bei Alexander Meier (Vertrag bis 30. Juni 2017) und Stefan Aigner (30. Juni 2018) auch Zambrano langfristig binden will, dürfte weiterhin fleißig um die Dienste des „besten Mannes“ Zambrano werben.

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