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Eintracht Frankfurt : Castaignos im Anflug, Trapp in der Warteschleife

Passt ins Anforderungsprofil: Luc Castaignos hat sich in der niederländischen Eredivisie als treffsicherer Offensivmann einen Namen gemacht. Bild: Imago

Der Stürmer soll aus Enschede nach Frankfurt kommen. Der Wechsel des Eintracht-Torhüters nach Paris wird unterdessen immer wahrscheinlicher: „So ein Angebot kommt nicht so oft.“

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          Es wird eine ziemlich überschaubare Gruppe sein, die Armin Veh bei seinem ersten Training nach der Rückkehr zur Eintracht begrüßen kann. Mit kaum mehr als einem Dutzend Spieler beginnt an diesem Mittwoch die erste Phase der Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison, die Mitte August in Wolfsburg für die Frankfurter gleich einen Härtetest vorsieht. Dabei sein soll dann Luc Castaignos. Der 22-Jährige trägt noch das Trikot vom FC Twente. Er ist Stürmer und durchlief die Junioren-Nationalteams der Niederlande. In 94 Liga-Spielen erzielte er 37 Treffer, bei Inter Mailand hatte er sich zuvor in der Spielzeit 2011/2012 nicht durchsetzen können. Medien in seiner Heimat berichteten am Montag, dass sich sein bisheriger Verein und die Frankfurter über seinen Wechsel verständigt haben, es sich bei den letzten Modalitäten, die zwischen Castaignos und der Eintracht geklärt werden müssten, um Formsachen handele. Eine Bestätigung für das Geschäft, das die Eintracht 2,5 Millionen Euro kosten soll, wollte die Eintracht nicht abgeben.

          Für einen Teil der Mannschaft, der die verletzten Alexander Meier, Bamba Anderson und Sonny Kittel noch wochenlang nicht angehören werden, hat die Urlaubszeit gerade erst begonnen: Makoto Hasebe erholt sich nach seiner Asien-Reise mit der japanischen Nationalmannschaft, auch Haris Seferovic wurden Ferien bis Mitte Juli zugesichert, nachdem er im Anschluss an den letzten Liga-Spieltag mit der Schweizer Auswahl in der EM-Qualifikation gefordert war. Timothy Chandler wird frühestens Anfang August zurückkehren, wenn er mit der amerikanischen Nationalmannschaft den „Gold Cup“ absolviert hat, der am Dienstag, 7. Juli, beginnt; die Vereinigten Staaten gehen als Titelverteidiger mit Ambitionen ins Rennen und wollen laut Coach Jürgen Klinsmann unbedingt wieder das Finale erreichen, das für den 26. Juli terminiert ist. Gut für Chandler, wenn es so käme, schlecht für die Eintracht.

          Trapp scheint mit Paris schon einig

          Ob Kevin Trapp dazugehört, wenn die Rumpf-Truppe zunächst einen Laktattest in der Leichtathletik-Halle in Kalbach absolviert, ehe sie sich vor den Fans an der WM-Arena mit dem Ball präsentiert, ist offen. Die Zeichen verdichten sich zwar, dass der Schlussmann den Klub in Richtung Paris verlassen wird. Doch eine spruchreife Übereinkunft zwischen St.-Germain und der Eintracht existiert nach wie vor nicht. Vorstandsvorsitzender Herbert Bruchhagen sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass „noch viele Fragezeichen“ existieren. „Wir wissen vom Interesse der Franzosen, aber es fehlen uns verlässliche Informationen, welche Vorstellungen sie von den Konditionen haben.“ Die Eintracht, so viel ist klar, möchte einen zweistelligen Millionenbetrag kassieren, wenn sie ihren Kapitän vorzeitig aus seinem bis 2019 gültigen Vertrag entlässt. „Wenn die Ablöse stimmt, dann wird es einen Wechsel geben“, sagte Torwarttrainer Moppes Petz, der am Montag mit Trapp individuell trainierte, „so ein Angebot kommt nicht so oft.“

          Mit dem Keeper selbst, der im saarländischen Ort Merzig aufwuchs und aufgrund der geographischen Nähe zur Grande Nation respektabel des Französischen mächtig ist, soll PSG schon Einigkeit erzielt haben. Bis zum Beginn der Woche war auf der Geschäftsstelle der Eintracht aber noch immer kein – in internationalen Transfers übliches – Schreiben eingegangen, mit dem der Champions-League-Teilnehmer seine Absichten mit Briefkopf sowie Signet des Verbandes offiziell dokumentiert hätte.

          Veh will bis Mittwoch Klarheit

          Bruchhagen mutmaßte, dass die Taktik des Meisters der Ligue 1 mit den Auflagen der Europäischen Fußball Union (Uefa) zu tun haben könnte, die PSG und seine qatarischen Besitzer zu Financial Fair Play verpflichtet haben. Der von neureichen Scheichs beherrschte Verein benötigt in diesem Sommer für Zu- und Abgänge das Plazet der Uefa. Da Trainer Laurent Blanc sein Team, das am 6. Juli wieder die Arbeit aufnimmt, umfassend verändern wolle, könnten die Trapp-Verhandlungen zur Hängepartie werden, wenngleich das nicht nach dem Geschmack von Veh wäre. Er hätte am liebsten bis zu diesem Mittwoch Klarheit, wie er sagte.

          Dass Olivier Occean in den kommenden Tagen wieder bei der Eintracht auftaucht, hält Bruchhagen im Übrigen für „beim besten Willen“ nicht vorstellbar. Der Kanadier, der 2012 von der Spielvereinigung Greuther Fürth geholt worden war, sich bei den Hessen aber nicht durchsetzen konnte, war zuletzt an den 1. FC Kaiserslautern und Odds BK (Norwegen) ausgeliehen. Seine Zusammenarbeit mit den Frankfurtern läuft bis Juni 2016 – ein weiteres Ausleihgeschäft kommt also nicht in Frage. Alles deutet auf eine endgültige Trennung hin. „Unser Sportdirektor Bruno Hübner führt Gespräche“, meinte Bruchhagen.

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