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Eintracht Frankfurt : Hübners Vertrag bis 2019 verlängert

Freuen sich über den neuen Hauptsponsor: Bruno Hübner und Axel Hellmann Bild: Imago

Die Eintracht ordnet ihre Führungsspitze neu: Der Sportdirektor bleibt bis 2019, im Vorstand gibt Bruchhagen Einfluss ab. Zudem ist Inui sich mit dem SD Eibar einig und Kadlec darf nicht weg.

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          Die Eintracht ist am Dienstag in Bewegung geraten. Wie der Klub am frühen Abend bekanntgab, verlängerte der Aufsichtsrat die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Bruno Hübner vorzeitig um drei Jahre. Der aktuelle Vertrag des 54-Jährigen wäre im Sommer 2016 ausgelaufen. Außerdem wurden an der Spitze der Fußball AG weitere Personalentscheidungen getroffen, mit denen die Frankfurter in ihrem wichtigsten Führungsgremium perspektivisches Handeln demonstrieren wollen: Oliver Frankenbach, bislang Bereichsleiter Finanzen, wird zum 1. September in den Vorstand aufrücken und (vorerst bis 2020) die Zuständigkeit für die Abteilungen Finanzen, IT und Personal übernehmen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Er bekommt damit Aufgaben übertragen, für die bislang Axel Hellmann zuständig war. Der 44 Jahre alte Jurist erhielt im Gegenzug – zusätzlich zur Entscheidungshoheit in den Geschäftsfeldern Zuschauerservice, Fans, Sicherheit und Recht – auch die Verantwortung für das prosperierende Marketing und den Vertrieb des Bundesligaklubs; beides kontrollierte bis jetzt der demnächst scheidende Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Er behält bis zu seinem Abgangim Juni 2016 nur noch die Richtlinienkompetenz in allen sportlichen Angelegenheiten.

          Hellmann - ein Initiator für anhaltenden Wachstum

          In der Saison 2013/2014, für die ein Abschluss vorliegt, erwirtschaftete die in eine Aktiengesellschaft ausgegliederte Profisparte der Eintracht mit über hundert Mitarbeitern einen Umsatz von 81 Millionen Euro. Hellmann, der sich Chancen ausrechnen kann, Bruchhagens Nachfolge anzutreten, gilt als einer der Initiatoren des anhaltenden Wachstums. Unter anderem steckt er hinter den Werbekampagnen, mit denen der Verein Eintracht Frankfurt mehr als 30.000 Mitglieder an sich binden konnte. Tendenz weiter steigend.

          Auch das Sponsoringabkommen mit dem italienischen Autohersteller Alfa Romeo, der Deal mit der Lufthansa, die als sogenannter Premiumpartner fünf Millionen Euro überwies, und die Kontakte in den arabischen Raum, wo die Frankfurter zuletzt mehrere Trainingslager absolvierten, wurden von Hellmann initiiert. Er ist zudem bestens befreundet mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Steubing. Hellmann äußerte sich in einer von der Eintracht herausgegebenen Pressemitteilung sehr zufrieden mit den Beschlüssen. Er sprach von „großen Herausforderungen, denen ich mich im Sinne der Eintracht gerne stelle“.

          Die guten Taten von Bruno Hübner

          Zuletzt hatte Hellmann auf Spekulationen, wonach er es in seiner Karriereplanung auf den Schreibtisch Bruchhagens abgesehen habe, stets ausweichend geantwortet und davon gesprochen, dass die „notwendigen Beschlüsse zur passenden Zeit“ getroffen würden. Seine Ausgangslage ist durch die Vereinbarungen vom Dienstag auf keinen Fall schlechter geworden. In Steubings Kommentar zu den Abmachungen spiegelte sich Vertrauen in die handelnden Personen: „Wir haben wichtige Geschäftsbereiche langfristig in gute Hände übergeben und die Fußball AG (...) gut aufgestellt. Und wir stellen die personelle Kontinuität, die ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Fußball ist, sicher.“ Das Treuebekenntnis zu Hübner kam nicht mehr überraschend. Wiederholt hatten sich in den vergangenen Wochen Eintracht-Offizielle mit wohlwollenden Worten über den Mann aus Taunusstein geäußert.

          Hübner war 2011 vom MSV Duisburg an den Main gewechselt und wurde lange – auch intern – wegen seiner unorthodoxen Spielerpolitik kritisch beäugt. Nun wurde zum dritten Mal die Zusammenarbeit mit ihm verlängert. Vor allem die Tatsache, dass es ihm gelang, Armin Veh zur Rückkehr nach Frankfurt zu bewegen, wurde ihm als persönlicher Erfolg zugutegehalten. Zudem glückte es ihm, Abwehrorganisator Carlos Zambrano trotz zahlreicher lukrativer Angebote zu einem Verbleib am Main zu bewegen. Außerdem stellte die Eintracht durch den Verkauf von Kevin Trapp nach Paris für neun Millionen Euro einen neuen internen Transferrekord auf. Gemeinsam mit Veh gelang es, durch die Zugänge Hradecky, Castaignos, Lindner und Gacinovic, das Team zu verjüngen. Der Altersdurchschnitt beträgt lediglich noch knapp 25 Jahre – nur eine Handvoll Mannschaften in der Liga ist jünger. Hübner bedankte sich „sehr für die Unterstützung der Gremien“. Die Arbeit mache ihm „viel Spaß“, und er sei sicher, „dass wir hier noch viel erreichen können“.

          Veh will Kadlec behalten

          Auf das Zutun von Takashi Inui legen er und Veh dabei keinen Wert mehr. Am Dienstag ging auch der Wechsel des Japaners über die Bühne. Der Siebenundzwanzigjährige, der in den zurückliegenden Runden stets wechselhafte Leistungen zeigte und in Frankfurt keine Perspektive mehr sah, wird sich dem SD Eibar anschließen. Nach 87 Spielen, in denen ihm neun Tore und zwanzig Vorlagen glückten, zieht es ihn nun zum vorübergehenden Tabellenführer der spanischen Primera División. Seinen Spind im Umkleidetrakt der Eintracht hat er dem Vernehmen nach im Anschluss an das Nachmittagstraining schon leergeräumt, nachdem er morgens noch mit am Ball war. Václav Kadlec, der nach Angaben seines Beraters aufs Neue vom dänischen Verein FC Midtjylland umworben wird, nahm an den Übungseinheiten vor Hunderten Zuschauern ebenfalls teil. Eine Abgabe des tschechischen Offensivspielers ist laut Veh kein Thema: „Davon weiß ich nichts“, sagte der Trainer, „ich muss ja niemanden gehen lassen.“

          Einen weiteren Zugang bis zum Ende der Transferperiode am Montag wollte Veh „nicht kategorisch“ ausschließen. Marc Stendera kehrte nach überstandener Muskelverletzung auf den Platz zurück. Sein Einsatz an diesem Samstag beim VfB Stuttgart ist denkbar. Der 19-Jährige gilt wegen seiner guten Technik als Anwärter auf die zweite „Sechser“- Position neben Stefan Reinartz. Die Kombination Marco Russ/Reinartz, die am Wochenende mehr schlecht als recht funktionierte, sei „keine Dauerlösung“, sagte der Trainer. „Es hat nicht gepasst, da müssen wir was anderes machen“, meinte Veh, der nicht ins Detail gehen wollte, aber sich personell immerhin so weit festlegte: „Wir fangen nicht wieder so an wie gegen Augsburg.“

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