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Eintracht Frankfurt : Bruchhagen warnt vor „Gesamtschaden“

„Die Spreizung darf nicht weiter voranschreiten“, sagt Heribert Bruchhagen über die Verteilung der TV-Gelder. Bild: obs

Vorstandschef Heribert Bruchhagen will mit der Eintracht in dieser Saison noch die 40-Punkte-Marke knacken. Auch die Verteilung der TV-Gelder liegt ihm am Herzen: Da warnt er vor einem „Gesamtschaden“ für die Bundesliga.

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          Glückt der Eintracht im letzten Auswärtsspiel der erste Rückrundensieg in der Fremde? An diesem Freitag geht die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga in die Luft. Ziel: Berlin. Bei der Hertha findet am Samstag (15.30 Uhr) die vorletzte Prüfung in dieser an Höhen und Tiefen so reichen Bundesligasaison statt. Und wer glaubt, die Frankfurter Eintracht bewege sich seit dem gegen Hoffenheim (3:1) vor einer Woche perfekt gemachten Klassenverbleib jenseits von Gut und Böse, der darf sich von Stefan Aigner eines Besseren belehren lassen. „Zu sagen, es geht um nichts mehr, ist völliger Schwachsinn“, sagt der flinke Frankfurter Flügelflitzer. Es geht im Gegenteil um eine ganze Menge. Um Geld, um Prestige, um Punkte – und um Signale für die Zukunft. Schon nach dem befreienden Heimsieg gegen Hoffenheim gab Heribert Bruchhagen die Parole aus, nun auch die Vierzig-Punkte-Marke knacken zu wollen. Davon ist die Mannschaft lediglich einen Zähler entfernt. Die Vorgabe des Vorstandsvorsitzenden ist kein Hexenwerk und also durchaus zu erfüllen, zumal sich der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf bis zum Saisonkehraus am 23. Mai noch zwei Möglichkeiten bieten, sich punktemäßig und tabellarisch vom bisherigen Platz elf aus zu verbessern. Nach dem Spiel in Berlin folgt die finale Vorstellung vor heimischer Kulisse in der seit Wochen ausverkauften Frankfurter Arena gegen Leverkusen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          An beide Gegner haben die Frankfurter gute bis sehr gute Erinnerungen. Zum Hinrundenschluss gab es in der Leverkusener Arena von Bayer 04 ein 1:1. Torschütze vier Tage vor Weihnachten: Alexander Meier. Drei Tage zuvor, an einem magischen Mittwoch Abend unter Flutlicht, fielen ungleich mehr Tore. Am Ende eines Spektakels hieß es 4:4, nachdem die Eintracht schon 0:3 zurückgelegen hatte. Doppeltorschütze binnen sechzig Sekunden in der Nachspielzeit zwischen der 90. und 91. Minute: Alexander Meier. Das Torfestival gegen die Hertha war eines der Hinrunden-Highlights der Eintracht – mit Meier als Hauptfigur. Dass der erfolgreichste Angreifer der Eintracht seiner Mannschaft seit dem Remis gegen Hannover am 27. Spieltag verletzungsbedingt nicht mehr zur Verfügung steht, schmerzt dem Team. In den folgenden vier Begegnungen fiel schließlich kein einziges Tor mehr.

          „Gefüllte Stadien sind elementar“

          Kurios aber: Obwohl der längst an der Patellasehne operierte und wieder eifrig in der Reha an seinem Comeback arbeitende Meier seiner Mannschaft nicht mehr aktiv mithelfen kann, ist es keinem anderen Stürmer der Liga bislang geglückt, ihn vom Spitzenplatz der Torschützenliste zu verdrängen. Mit 19 Treffern liegt Meier seit Monaten auf Rang eins, und zwei Runden vor Saisonschluss ist nicht ausgeschlossen, dass Bayern-Angreifer Robert Lewandowski und/oder der Wolfsburger Stürmer Bas Dost (jeweils 16 Tore) diese Lücke nicht mehr schließen. Meier Torschützenkönig? Es wäre ein Husarenstück, denn Meier standen lediglich 26 Spiele zur Verfügung, um seine 19 Tore zu erzielen.

          Meier alleine an der Spitze, das ist eine Rolle, die seit Jahrzehnten Heribert Bruchhagen einnimmt, wenn es darum geht, in der Bundesliga auf bestehende Missstände aufmerksam zu machen. So sprach der Vorstandschef der Eintracht beim „Sponsors Sports Media Summit“ über eines seiner Lieblingsthemen: die „Spreizung“ bei der TV-Geldverteilung. „Die Tabelle bleibt vorhersehbar“, sagte Bruchhagen auf der Tagung in Köln. „Die Spreizung darf nicht weiter voranschreiten“, forderte er, denn: „Die Bundesliga wird einen Gesamtschaden nehmen”, prophezeite Bruchhagen, falls die Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt würde. Bruchhagen zog einen Vergleich, der in die Vergangenheit reicht: Der Lizenzspieleretat des FC Bayern München sei mittlerweile 500 Prozent größer als der von Eintracht Frankfurt. Im Jahr 1992, so Bruchhagen, lag der Unterschied bei lediglich 40 Prozent. Bruchhagen pocht daher darauf, dass beim TV-Verteilerschlüssel „das Verursacherprinzip“ angewendet wird. „Gefüllte Stadien sind das Elementare des Fußballs“, sagte Bruchhagen. Es müsse gewürdigt werden, dass bei jedem Auswärtsspiel der Eintracht das Auswärtskontingent von zehn Prozent ausgeschöpft wird, sagte Bruchhagen – und verteilte seine obligatorische Spitze in Richtung der Werksklubs der Bundesliga. Der VfL Wolfsburg hätte lediglich knapp über 150 Karten beim Auswärtsspiel in Frankfurt geordert. Zum Vergleich: Wenn die Eintracht an diesem Samstag in Berlin bestrebt ist, den ersten Auswärtssieg in der zweiten Halbserie zu schaffen, werden live vor Ort im Olympiastadion knapp 6000 Frankfurter Fans dabei sein.

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