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Eintracht Frankfurt : Bruchhagen stärkt Trainer Schaaf

Sieht die aktuelle Saison positiv: Heribert Bruchhagen Bild: Franziska Gilli

Die Saison ist noch nicht ganz vorbei, da zieht Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen Bilanz. Er stärkt Trainer Schaaf den Rücken und weiß, woran es bisher bei der Mannschaft gehapert hat.

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          Die Vorbereitung auf die letzte Pflichtaufgabe der Saison hat mit einer Routineuntersuchung begonnen: In der Leichtathletik-Halle in Kalbach mussten die Profis der Eintracht Runden drehen und anschließend Blut lassen. Unter Beobachtung ihres Trainerstabs und einer Gruppe Helfer vom Olympiastützpunkt Stuttgart. Diplom-Sportwissenschaftler Christian Kolodziej, bei den Frankfurtern als Fitness-Coach beschäftigt, hatte zusammen mit Reha-Trainer Michael Fabacher einen Laktattest organisiert, der Auskunft gibt, wie die Mannschaft die zurückliegenden Belastungen wegsteckte und welche Schlussfolgerungen daraus für die aktive Gestaltung der nahenden Sommerpause zu ziehen sind. Mit der Bundesliga-Partie an diesem Samstag gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) verabschiedet sich die Eintracht in sechswöchige Ferien. Voraussichtlich am 1. Juli beginnt die Arbeit wieder – unter Anleitung von Thomas Schaaf.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Der 54-Jährige soll auch sein zweites Vertragsjahr bei den Hessen erfüllen. Auf diese Einschätzung legte Heribert Bruchhagen, der den Fußball-Lehrer schon in den vergangenen Tagen wiederholt gegen Kritik von außen und in den eigenen Reihen in Schutz genommen hatte, ein weiteres Mal Wert. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk betonte der Vorstandsvorsitzende: „Ich habe in zwölf Jahren drei Monatsgehälter Abfindungen an Trainer bezahlt“; das schaffe man nicht, wenn man „auf jeden Kahn“ aufspringe, der den Main herunterfahre. Bruchhagen wertete die Konstanz, der sich Schaaf sicher sein könne, als Indiz einer soliden Personalpolitik der ruhigen Hand, zu der freilich (vor elf Jahren) eben doch auch die vorzeitige Trennung von Willi Reimann gehörte.

          Ab auf die Insel Norderney

          Bruchhagen war im Mai 2004 nach dem Abstieg eigens nach Sylt geflogen, um dem exzentrischen Übungsleiter persönlich seine Entlassung zu übermitteln. Wegen der damit verbundenen Ausgleichszahlungen kam es anschließend sogar zu juristischem Streit zwischen beiden Parteien. Angesprochen auf diese Diskrepanz in seinen Worten, sagte Bruchhagen am Dienstag dieser Zeitung, er habe von „zehn Jahre“ sprechen wollen und sich am Mikrofon falsch ausgedrückt. Zu Schaaf, der rund um das vergangene Heimspiel gegen Hoffenheim (3:1) in die Kritik geriet, nachdem die „Bild“ berichtet hatte, es gebe ein Votum im Aufsichtsrat gegen den Trainer, äußerte sich Bruchhagen nicht direkt. Er sagte jedoch, das unmissverständliche Erklärungen von Seiten des Vorstands und des aktuellen Aufsichtsrats (der nur noch bis zum 8. Juni amtiert) vorlägen.

          Neues Gesicht: Testspieler Alfred Koroma Shams (rechts) macht zusammen mit Constant Djakpa Tempo beim Laktattest.
          Neues Gesicht: Testspieler Alfred Koroma Shams (rechts) macht zusammen mit Constant Djakpa Tempo beim Laktattest. : Bild: Heiko Rhode

          „Natürlich haben wir dieselben Wünsche und Träume wie die Fans, weil man versucht, der Realität zu entrinnen“, fügte Bruchhagen in der Sendung „Heimspiel“ bei der Bewertung der zurückliegenden Monate an. Ausschlaggebend sei für ihn aber lediglich das erreichte Ziel des Nichtabstiegs: „Wir waren nicht schlechter als Platz zwölf, es hat sich alles erfüllt.“ Zwar habe die Eintracht immer mal wieder in Richtung Europa League-Plätze geschielt, realistisch seien die Hoffnungen aber nie gewesen. Im Ausblick auf kommende Herausforderungen, sagte er: „Wir haben zu große Unterschiedlichkeit gezeigt, in vielerlei Hinsicht. Wir müssen uns verbessern, alleine schon um unsere Position zu halten, um fester Bestandteil der Bundesliga zu sein.“

          Um sich darauf einzustimmen, wird der Eintracht-Kader am 1. Juli wieder die Arbeit aufnehmen. Anschließend findet vom 5. bis 10. Juli ein Trainingscamp auf der Insel Norderney statt, ehe die neue Mannschaft vom 18. bis 26. Juli in der österreichischen Stadt Windischgarsten Quartier bezieht. In seiner gegenwärtigen Zusammensetzung stehen für das Team, für das sich gerade der 21 Jahre alte Amerikaner Alfred Koroma Shams als Stürmer empfehlen möchte, nach dem Bundesliga-Finale noch drei Privatspiele an: Gegen die Sportfreunde Heppenheim an diesem Montag (15 Uhr), am Dienstag beim KSV Volkartshain und am Donnerstag beim SV Seulberg (beide 18 Uhr).

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