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Kommentar : Eintracht braucht Geduld und Selbstdisziplin

So lange wie er hat es seit seinem Abgang kein Trainer in Frankfurt ausgehalten: Friedhelm Funkel, 2008 mit Eintracht-Adler Bild: dpa

Das eine Jahr mit Thomas Schaaf als Trainer ist für die Frankfurter Eintracht eher ein verlorenes Jahr. Nun ist ein neuer Übungsleiter gesucht, der vorneweg marschiert. Jenseits von Frankfurt ist die Rückendeckung für die Trainer groß.

          Es ist und bleibt der Königstransfer. Der Trainer eines Fußballvereins genießt einen besonderen Stellenwert. Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der wieder einmal nach einem Chefcoach suchenden Frankfurter Eintracht, spricht gerne davon, dass der Trainer „einen Stern mehr“ habe. Der Trainer als Gesicht, Aushängeschild und Lokomotive eines Klubs. Jemand also, der vorneweg marschiert - und sich dabei auf die Unterstützung des Umfelds verlassen kann.

          Jenseits von Frankfurt ist die Rückendeckung groß. Dirk Schuster, der 47 Jahre alte Coach des SV Darmstadt 98, genießt seit Dezember 2012 schon das uneingeschränkte Vertrauen bei den „Lilien“. Dass sein Vertrag unlängst verlängert wurde und nun bis zum 30. Juni 2016 reicht, ist nicht nur Ausdruck des wunderbaren sportlichen Erfolgs, sondern auch einer erfolgsunabhängigen Wertschätzung.

          Wohin beständige Arbeit führen kann, konnte man seit Monaten auch in Offenbach beobachten. Rico Schmitt hat die Kickers in der viertklassigen Regionalliga zu einer beinahe unschlagbaren Truppe geformt. Dass der souveräne Südwestmeister nun die gewünschte Klassenversetzung in den beiden Relegationsspielen gegen Magdeburg zum Aufstieg in die dritte Liga nicht geschafft hat, ist bitter für den OFC. Aber noch lange kein Grund, den vor Jahren eingeschlagenen gemeinsamen Pfad zu verlassen. Schmitt hat sich stets zum Standort Offenbach und den Kickers bekannt.

          Standorttreue - das war seit Jahren ein Markenzeichen des FSV Mainz 05. Jürgen Klopp prägte sieben Jahre lang als Trainer die Geschicke der Rheinhessen, Nachfolger Thomas Tuchel fünf. Nach dem missglückten Intermezzo mit dem Dänen Kasper Hjulmand wird nun mit dem Schweizer Martin Schmidt ein neuer Versuch gestartet, an alte (Erfolgs-)Zeiten anzuknüpfen. Sein Vertrag läuft drei Jahre lang bis zum 30. Juni 2018.

          Drei Jahre - das war nach den fünf, die einst Friedhelm Funkel absolvierte, die bislang längste Trainer-Verweildauer in der 2003 begonnenen Ära Bruchhagen. Drei Jahre Armin Veh führten letztlich zu Platz sechs in der Saison 2012/2013. Insofern ist das eine Jahr mit Schaaf, so akzeptabel es auch endete, eher als ein verlorenes im sich verdichtenden Leistungsgefüge des Bundesliga-Mittelfelds zu betrachten. Weil der Nachfolger Zeit brauchen wird, ein Grundvertrauen aufzubauen und eine Mannschaft zu formen, die den Ansprüchen des Vereins und der Stadt genügt. Neben einem guten Gespür für die Wahl muss die Eintracht auch noch Geduld aufbringen, wenn sie vorankommen will. Dazu ist Selbstdisziplin nötig, mithin die schwierigste Übung.

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