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Eintracht Frankfurt : Bereit fürs nächste Ausrufezeichen

Verlässlich: Luka Jovic trifft auch in Mainz und erzielt beide Tore zum 2:2 der Eintracht. Bild: Jan Huebner

Die Eintracht kann sich auch in Mainz auf Jovic verlassen, bindet Gacinovic ebenfalls lange und geht zuversichtlich ins Duell mit dem FC Bayern.

          Die Eintracht lässt nicht locker. Am Tag nach dem anspruchsvollen Nachbarschaftsduell bei Mainz 05 haben die Frankfurter Verantwortlichen die nächste Personalie festgezurrt. Diesmal ist es Mijat Gacinovic, der Lust verspürt, auch weiterhin für den Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga Kilometer abzuspulen und Tore wie ein solch famoses in Rom zu schießen. Eigentlich bis einschließlich 30. Juni 2021 an die Eintracht gebunden, darf man nun davon ausgehen, dass der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler bis Mitte 2022 dem Klub die Treue hält.

          „Mijat Gacinovic hat eine sehr positive Entwicklung genommen und lässt regelmäßig sein enormes Potential aufblitzen“, lässt sich Sportvorstand Fredi Bobic in der Pressemitteilung 065/18/19 zitieren. „Sein Tor im DFB-Pokalfinale in Berlin gegen den FC Bayern München und auch letzte Woche zum Ausgleich gegen S.S. Lazio sind besonders, so wie er ein Spieler ist, der den Unterschied machen kann.“ Am Mittwoch, als sich die Eintracht und die Mainzer 2:2 trennten und es den Frankfurtern wieder nicht gelang, ein erstklassiges Punktspiel beim Nachbarn zu gewinnen, machte Gacinovic nicht den Unterschied.

          Seit 2015 schnürt der Serbe seine Schuhe für die Eintracht. „Wir haben damals immer gesagt, dass wir etwas Geduld brauchen“, teilte Sportdirektor Bruno Hübner mit. „Aber seine Entwicklung nahm schnell Fahrt auf. Zuletzt hat er immer wieder gezeigt, was in ihm steckt, und ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Jahren noch viel Freude mit ihm haben werden.“

          Torjäger mit enormen Potential

          Besondere Freude hat der Eintracht und ihrem Anhang beim Rhein-Main-Duell Luka Jovic bereitet. Der erst 20 Jahre alte Landsmann von Gacinovic hat schon wieder zwei Tore erzielt. Im Ranking der besten Bundesligaschützen liegt er mit zwölf Treffern gleichauf mit dem für Borussia Dortmund stürmenden Spanier Paco Alcacer an der Spitze. Sein Trainer Adi Hütter wurde in den Katakomben der Mainzer Arena nicht müde, das enorme Potential des hochveranlagten Angreifers zu loben. „Luka ist ein absoluter Torjäger. Ein Spieler, der viele Fähigkeiten hat.“ Eine seiner hervorstechendsten Eigenschaften: Verlässlichkeit. Egal, ob mit dem Fuß wie beim 1:1-Ausgleich in der 31. Minute, oder mit dem Kopf, wie bei der Aktion in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Jovic hat das Gespür und das Näschen, im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein. Was sich natürlich schon in Windeseile herumgesprochen – und seinen Marktwert gesteigert. Auf dem Portal transfermarkt.de wird sein derzeitiger Wert auf 40 Millionen Euro taxiert. Dazu passt im übrigen auch die Aussage von Axel Hellmann.

          Nur wenige Stunden nach dem Remis von Mainz gab der Eintracht-Vorstand in der großen Vorstandsloge der Frankfurter Arena verschiedene Ein- und Ausblicke. Eine der Erkenntnisse am Ende des „besten Jahres in der Geschichte der Eintracht: „Wir haben zwar auch ein Festgeldkonto. Aber heute ist das Festgeldkonto auf dem Platz. Das Geld steckt in unseren Spielern.“ In Profis wie Sebastien Haller, Ante Rebic, Mijat Gacinovic – und eben Luka Jovic. Hellmann sagte: „Es ist besser, wenn man um Platz fünf spielt und 200 Millionen Euro auf dem Platz hat.“ Beim Rhein-Main-Duell gegen die Nullfünfer ging es für die Eintracht nicht nur, aber auch darum, diese Tabellenposition fünf zu verteidigen. Mit dem Unentschieden ist dies geglückt, und am Ende zeigten sich die Frankfurter Protagonisten durchaus einverstanden mit diesem Remis. Sogar „absolut zufrieden“, wie Trainer Hütter sagte. „Mainz hat uns alles abverlangt.“

          Wiedersehen mit Kovac nach dessen Wechsel

          Für Gelson Fernandes, den Interimskapitän der Eintracht, hätten die Rheinhessen bei diesem auf hohem Niveau stehenden Spiel sogar im Stile einer englischen Mannschaft agiert. Kraftvoll, energisch, physisch präsent. „Wir hätten auch 2:3 verlieren können“, sagte der polyglotte Schweizer von den Kapverdischen Inseln. Der eine Zähler behagte Fernandes. „Wir müssen weiter etwas für unser Punktekonto machen.“

          Die Marke 30, die Hütter vor Wochenfrist ins Gespräch gebracht hatte, ist weiter erreichbar, setzt allerdings einen Sieg im letzten Spiel des Jahres voraus. Der Gegner ist bekannt: FC Bayern München. Auf das Wiedersehen mit dem einstigen Pokalsiegertrainer Niko Kovac freuen sich seine ehemaligen Spieler, und nicht nur Fernandes weiß: „Zu Hause ist alles möglich. Es ist aber auch gut, dass es nun das letzte Spiel ist, denn wir müssen uns erholen.“ Zur Ruhe kommen, Kraft tanken – und auch im neuen Jahr Kurs halten. Hellmanns Plan: „Wir haben auf allen Ebenen gut und hart gearbeitet. Das ist eine sehr gute Ausgangslage für 2019.“ Fehlt nur noch ein letztes Ausrufezeichen, das die Mannschaft von Trainer Hütter zwei Tage vor Heiligabend setzen kann.

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