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Eintracht Frankfurt : Aufatmen und durchschnaufen

Frankfurter Doppelspieler: Wolf (links) flankt, Jovic trifft - am Ende heißt es 1:1 gegen Hoffenheim. Bild: EPA

Nach dem 1:1 gegen Hoffenheim sammelt die Eintracht Kräfte für den Schlussspurt. Bei Luka Jovic, dem Mann der Stunde, gibt es eine gute Nachricht.

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          Die Nachricht des Tages war nicht die Tatsache, dass sich die Eintracht-Profis 50 Minuten lang – und damit so intensiv wie lange nicht mehr – radelnd von den Strapazen ihres Heimspiels gegen Hoffenheim erholten. Die Nachricht des Tages kam von Dr. Christoph Seeger. Der Mediziner, seit vielen Jahren schon Mannschaftsarzt der Frankfurter Fußballprofis, bestätigte am Tag nach dem 1:1 gegen die Kraichgauer die schon von Trainer Niko Kovac vermutete Verletzung: „Luka Jovic hat sich eine Prellung der Patella mit Hämatom zugezogen.“ Viel bedeutsamer aber war der Nachsatz: „Ein Spieleinsatz ist nicht gefährdet.“

          Der Torschütze, der sich bei seinem Volltreffer gegen Hoffenheim nach einem Zusammenprall mit TSG-Keeper Oliver Baumann eben an der Kniescheibe verletzt hatte, kann demnach am Samstag mithelfen, die Europapokal-Ambitionen der Eintracht auch im schweren Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen zu untermauern. Die Eintracht mit Jovic am Bayer-Kreuz – das ist eine gute Sache, denn der Serbe befindet sich seit Wochen in bestechender Form. Vor allem: Jovic hat sich zu einer durch und durch verlässlichen Größe entwickelt. Vier Tore zuletzt am Stück, acht insgesamt in dieser Runde – Jovic ist so etwas wie der Mann der Stunde bei der Eintracht.

          Marius Wolf: Hänfling, das war einmal

          Eine feste Größe, und dies nun auch schon seit vielen Monaten, das ist der einstige, von Kovac als „Hänfling“ bezeichnete Marius Wolf. Hänfling, das war einmal. Seit der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler das Trainingsprogramm der Marke Kovac absolviert, hat er deutlich an Muskelmasse – und an Qualität – hinzugewonnen. Dass Jovic die Eintracht am Sonntag vor 50 500 Zuschauern in der bestens besetzten Frankfurter Arena in Führung schießen konnte, hat viel mit Wolf zu tun. Er war es gewesen, der mit einer scharf geschossenen Hereingabe in der 49. Spielminute den Ball genau in den Raum gebracht hatte, in dem Jovic nur noch die Fußspitze hinzuhalten brauchte. Wieder ein sogenannter Assist von Wolf – schon der achte in dieser so erfolgreich verlaufenen Saison.

          Schon kurz vor dem Ende des intensiven Spiels gegen Hoffenheim waren Wolf die Strapazen anzumerken. Immer wieder mal schüttelte er sich die Beine aus. „Ich war kaputt“, sagte Wolf nach dem Ausradeln am Montag. „Beide Mannschaften haben viel Druck gemacht. Es ging hin und her, und zum Schluss waren wir alle platt.“ Dass es „nur“ 1:1 hieß, konnte auch Wolf verschmerzen. „Mit diesem Punkt bin ich zufrieden.“ Ähnlich hatten sich zuvor schon Wolfs Mannschaftskollegen sowie Trainer Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic geäußert. „Bei uns haut sich jeder rein“, sagte Wolf. „Und das wird dann belohnt.“

          Sechs-Punkte-Vorsprung vor Platz acht

          Nicht immer mit dem vollen Ertrag. Denn es gibt Spiele, bei denen es einfach nicht geboten ist, dass die eine oder andere Mannschaft den Platz als Sieger verlässt. Am Sonntag ist das Remis gerecht gewesen. „Unser gutes Polster ist immer noch da“, sagte Bobic – und meinte damit den Sechs-Punkte-Vorsprung vor Platz acht, auf dem sich die Eintracht nach Saisonschluss auf keinen Fall wiederfinden möchte. Wer europäisch denkt und vom Sommer an auch so spielen will, muss mindestens Siebter werden.

          Dieses Ziel kann die Eintracht erreichen. Dafür aber muss das Team weiterhin hochkonzentriert und fokussiert bleiben, wie Wolf am Montag sagte. „Auf die anderen schauen wir nicht. Wir blicken nur auf uns.“ Soll heißen: Wenn die Mannschaft Kurs hält, ihre Heimspiele nicht verliert und auch in der Fremde zu ihrer einstigen Auswärtsstärke zurückfindet, dann kann sich das für die Finanzen zuständige Eintracht-Vorstandsmitglied Oliver Frankenbach über schöne Zusatzeinnahmen freuen. „Das sind jetzt alles Endspiele am Saisonende“, sagte Wolf über die finalen fünf Punktspielprüfungen in Leverkusen, gegen Hertha BSC Berlin, bei Meister Bayern München, gegen Hamburg und zum Saisonkehraus am 12. Mai in der Arena „auf“ Schalke beim Champions-League-Anwärter S04.

          Niko Kovac, Motor, und Antreiber des Eintracht-Aufschwungs, wird sich von Mittwoch an wieder um seine Spieler kümmern. Am Montag sowie am freien Mannschaftstag Dienstag nimmt der Trainer an einer Fortbildung des Deutschen Fußball-Bundes teil. Dass (Weiter-)Bildung niemals schadet, hat Kovac mit der Eintracht längst bewiesen – und sich damit nicht erst seit gestern auch beim Meister aus München für den demnächst vakanten Führungsposten als Nachfolger von Jupp Heynckes ins Gespräch gebracht.

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