https://www.faz.net/-gzg-7m8ih

Eintracht Frankfurt : Attacke lautet die Devise gegen den BVB

Einsatz fraglich gegen den BVB: Pirmin Schwegler Bild: Wonge Bergmann

Vermutlich ohne Mittelfeldmann Schwegler und vielleicht auch ohne Flum empfängt die Frankfurter Eintracht im DFB-Pokal Borussia Dortmund. Die Devise lautet: Attacke.

          2 Min.

          Zwei Siege noch. Dann wäre man in Berlin. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Vor allem, wenn der Gegner Borussia Dortmund heißt. An diesem Dienstag bekommt es die Frankfurter Eintracht mit dem Champions League-Finalisten im DFB-Pokal zu tun. Viertelfinale in der seit Wochen mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Arena. „Klar, Dortmund ist Favorit“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. „Doch wir spielen Fußball, um zu gewinnen. Die Chance, die wir uns im DFB-Pokal erarbeitet haben, wollen wir auch nutzen.“

          Zur Einstimmung auf das K.o.-Spiel, das von 20.45 Uhr an (live in der ARD) vom erfahrenen Schiedsrichter Knut Kircher geleitet wird, hat sich Veh die aktuellsten Einschätzungen seines Dortmunder Kollegen übermitteln lassen. „Es wird ein offenes Spiel zweier guter Mannschaften sein“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp auf der nahezu gleichzeitig stattfindenden Pressekonferenz auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel. Vehs Reaktion: „Jürgen hat recht. Wir haben eine gute Mannschaft.“ FV Illertissen (2:0), VfL Bochum (2:0) und SV Sandhausen (4:2): Es war auch ein bisschen Losglück mit im Spiel, dass es die Eintracht dank der drei Siege gegen unterklassige Konkurrenten bis ins Viertelfinale geschafft hat. Andererseits: In allen drei Prüfungen waren die Eintracht-Profis einfach besser.

          Zwei Stammkräfte fraglich

          Nun aber gebührt erstmals dem Gegner die Favoritenrolle, und es macht es für die Eintracht besonders schwer, weil sie möglicherweise auf zwei Stammkräfte verzichten muss. Bei Kapitän Pirmin Schwegler, der seit Samstag unter einer schmerzhaften Rippenprellung leidet, sind die Chancen auf einen Einsatz relativ gering. Bei Flum, der sich in derselben Partie eine Oberschenkelzerrung zugezogen hat, etwas größer. In jedem Fall gilt: Veh will eine finale Entscheidung so lange herauszögen, wie es geht - also bis kurz vor dem Anpfiff. „Bei beiden habe ich noch ein bisschen Hoffnung. Aber wer schon einmal eine Rippenprellung gehabt hat, weiß, dass es mit einer Spritze nicht getan ist.“ Vieles deutet also darauf hin, dass die Eintracht ohne ihren Anführer gegen Dortmund um den Einzug in das Halbfinale kämpfen muss.

          Schwegler als Denker und Lenker ist eigentlich ein unverzichtbarer Baustein im wieder auf Offensive ausgerichteten Frankfurter Spiel. Doch auch ohne den Schweizer sehen sich seine Mitspieler nicht chancenlos. „Wir sollten Dortmund unter Druck setzen, draufgehen, sie attackieren und beschäftigen“, sagte zur Einstimmung Marco Russ. „Das ist ungewohnt für sie“, erklärte der Frankfurter Innenverteidiger. „Ob wir draufgehen und 0:5 verlieren oder hinten drin stehen und 0:5 verlieren - das ist doch Wurst.“

          „Wir sind gut drauf“

          In der Vorbereitung auf das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel misst Stefan Aigner der jüngsten Partie um Bundesligapunkte besondere Bedeutung bei. „Der Sieg gegen Braunschweig hat uns allen gut getan.“ Vor allem auch deshalb, weil es schon der zweite Heimerfolg in Serie war - nach dem 1:0 gegen Hertha BSC Berlin zum Rückrunden-Auftakt. „Die Dortmunder sind nach dem 5:1 in Bremen gut drauf“, sagte Flügelstürmer Aigner, der selbst einen Treffer zum 3:0 gegen den Namensvetter aus Niedersachsen beisteuerte.„Wir sind es aber auch.“

          Dass sich die Eintracht derzeit in einer guten Verfassung präsentiert und dank der zwei Heimsiege den Sprung auf Tabellenposition zwölf geschafft hat, liegt an mehreren Faktoren. Einer heißt Carlos Zambrano. So nutzte Trainer Veh am Montag die Gelegenheit, um seinen Abwehrchef in den höchsten Tönen zu loben. „Carlos hat eine richtig gute Antizipation. Und weil er sowieso ein guter Fußballer ist, ist er ganz wertvoll für uns.“ Eine Einschätzung, die sich auch mit Fakten belegen lässt. Seit dem Rückrundenstart nämlich ist die Eintracht in den beiden Spielen, in denen der 24 Jahre alte Peruaner in der Innenverteidigung Verantwortung trug, ohne Gegentor geblieben. Beim 0:5 in München hatte Veh bekanntermaßen auf den mit neun Gelben Karten belasteten Zambrano verzichtet, um ihn im wegweisenden Heimspiel gegen Braunschweig dabei zu haben. Eine Strategie, die voll aufgegangen ist. Veh ist sogar überzeugt, „dass Carlos problemlos in jeder anderen europäischen Spitzenmannschaft spielen könnte“. Eine stellt sich an diesem Dienstag in Frankfurt vor: Borussia Dortmund.

          Weitere Themen

          Der neue alte Goetheturm Video-Seite öffnen

          Er steht wieder : Der neue alte Goetheturm

          Nach einem Brandanschlag im Jahr 2017 wurde der Goetheturm in Frankfurt nun wieder errichtet. Der neue Turm soll diesmal robuster sein und somit auch Feuer standhalten können.

          Topmeldungen

          Unter Korruptionsverdacht : Früherer König Juan Carlos verlässt Spanien

          In einem Brief teilt der ehemalige spanische Monarch seinem Sohn mit, dass er das Land verlassen will. Juan Carlos ist in einen Finanzskandal verstrickt. Mit dem Schritt erspart er Felipe VI. eine schwere Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.