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Eintracht Frankfurt : Vehs Wunschtorwart ist da

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Die Bundesliga war immer sein Ziel - sagt der neue Torhüter der Eintracht: Lukas Hradecky (links) Bild: dpa

Einen Monat nach dem Weggang von Kevin Trapp hat Eintracht Frankfurt die Nachfolge des Torwarts geregelt. Lukas Hradecky unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Jetzt plant die Eintracht noch eine weitere Verstärkung.

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          Der Weg nach Frankfurt war für den neuen Eintracht-Torwart lang und kompliziert. Lukas Hradecky ist in der Slowakei geboren und in Finnland aufgewachsen, zuletzt spielte er für den dänischen Spitzenclub Bröndby IF. Weil sein alter Verein unbedingt in der Europa League spielen möchte, stellte er sich am Donnerstagabend im wichtigen Qualifikationsspiel bei Omonia Nikosia (2:2) noch einmal ins Kopenhagener Tor. Hradecky verhalf seinem Team zum Abschied zum Weiterkommen, sah in der Nachspielzeit eine höchst kuriose Gelb-Rote Karte - und flog dann noch mitten in der Nacht mit der ersten Maschine von Zypern aus nach Frankfurt.

          „Die Bundesliga war immer mein Ziel“, sagte der 25-Jährige bei seiner Vorstellung am Freitagmittag in der Commerzbank Arena. „Die dänische Liga ist nicht so gut. Für meine Weiterentwicklung wollte ich unbedingt diesen nächsten Schritt gehen.“

          Neue Torwart gibt sich wortwitzig und offen

          Die Eintracht überweist für den finnischen Nationalkeeper rund 2,2 Millionen Euro Ablöse an Bröndby IF. Hradecky unterschrieb in Frankfurt als Nachfolger des für noch viel mehr Geld verkauften Kevin Trapp einen Dreijahresvertrag. „Lukas war der absolute Wunschkandidat unseres Trainers Armin Veh“, erklärte Sportdirektor Bruno Hübner. „Wir haben um seine Verpflichtung hartnäckig verhandelt, denn er ist ein sehr moderner Torwart, er hat fast schon eine Spieleröffnung wie ein Innenverteidiger. Das hilft uns bei unserer Spielweise.“

          So wie sich Hradecky bei seiner Vorstellung präsentierte, dürften es zumindest mit ihm persönlich sehr angenehme Verhandlungen gewesen sein. Der neue Torwart gab sich sehr offen und wortwitzig, er spricht bereits sehr gut Deutsch („Das habe ich fünf Jahre in der Schule gelernt.“) - ist aber auch sehr selbstbewusst. „Mein Lebensmotto ist: Wenn mich jemand anlächelt, lächel’ ich zurück“, meinte er. Er sagte aber auch ganz klar: „Ich weiß, dass es einen harten Zweikampf mit dem anderen Torwart Heinz Lindner geben wird. Aber ich komme hierher, um die Nummer eins zu werden. Dafür werde ich alles geben.“

          „Kevin Trapp war in Frankfurt ein Idol“

          Beim DFB-Pokalspiel am Samstag beim Bremer SV wird Hradecky zwar noch genauso fehlen wie der neue Innenverteidiger David Abraham (Knieprobleme). Nach dem ganzen Stress der vergangenen Tage fliegt der Schlussmann am Wochenende noch einmal nach Kopenhagen zurück, um einige persönliche Sachen zu packen. Es zweifelt allerdings niemand daran, dass Hradecky in der neuen Bundesliga-Saison im Frankfurter Tor stehen wird - und nicht der ebenfalls erst frisch verpflichtete Lindner. Während dem Österreicher immer wieder eine mangelnde Strafraumbeherrschung vorgehalten wird, heißt es bei Hradecky: „Er verkörpert genau das, was ich sehen will“, so Veh.

          Die Nachfolge des so populären wie sportlich unantastbaren Trapp antreten zu müssen, schreckt die neue Nummer eins ebenfalls nicht ab. „Das sind sehr große Handschuhe, in die ich da schlüpfe. Ich weiß, dass Kevin in Frankfurt ein Idol war. Aber ich bin bereit, diese Herausforderung anzunehmen“, sagte Hradecky.

          Hradecky: „Ich bin kein Bad Boy“

          Der bisherige Kapitän war im Juli für eine Ablösesumme von mehr als neun Millionen Euro zu Paris St. Germain gewechselt. Geld genug hat die Eintracht also noch, um ihren Kader weiter zu verstärken. Kommen soll aber zumindest vorerst nur der junge Serbe Mijat Gacinovic für das linke offensive Mittelfeld. „Bei ihm gibt es noch eine Verzögerung bei der Erteilung der Arbeitserlaubnis und der Aufenthaltsgenehmigung. Wir sind aber nach wie vor sehr zuversichtlich, dass er in der nächsten Woche hier ankommt“, erklärte Mediendirektor Markus Jestaedt am Freitag. Gacinovic spielt für Vojvodina Novi Sad in Serbien. Die Transferrechte an dem U20-Weltmeister hält jedoch der zyprische Club Apollon Limassol.

          Genau dort auf Zypern erlebte Hradecky vor seinem Wechsel nach Frankfurt noch eine besondere Anekdote. In der 98. Minute des Spiels gegen Nikosia flog auf einmal ein zweiter Ball auf das Spielfeld. Der Torwart kickte ihn wieder zurück, doch der Schiedsrichter bekam diese Szene nicht richtig mit. Er wertete Hradeckys Verhalten als Zeitspiel - und stellte ihn vom Platz. „Er hat das falsch gesehen. Ich bin kein Bad Boy“, meinte der neue Torwart der Eintracht.

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