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Eintracht Frankfurt : Andersons Reise in die Vergangenheit

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In Gladbach eine Enttäuschung, bei der Frankfurt Eintracht eine Größe: Bamba Anderson Bild: dpa

In Gladbach eine Enttäuschung, bei der Eintracht eine Größe: Nicht nur der Brasilianer Bamba Anderson hat noch eine Rechnung offen.

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          Nein, der Lieblingsgegner der Frankfurter Eintracht ist Borussia Mönchengladbach nun wirklich nicht. Selbst in der vergangenen, für die Frankfurter so erfolgreichen Saison mussten sie gegen den Klub vom Niederrhein alle sechs Punkte abgeben. Unverdient aus Sicht der Frankfurter. „Eigentlich waren wir in beiden Spielen die bessere Mannschaft“, sagt Trainer Armin Veh. Dennoch hieß es 0:2 in Mönchengladbach und 0:1 in Frankfurt. Den schlechten Erfahrungen entsprechend, sind die Frankfurter am Samstag nicht mit ganz so viel Vorfreude, aber umso mehr Entschlossenheit gen Mönchengladbach aufgebrochen. „Wir haben mit der Borussia noch eine Rechnung offen“, sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode.

          Ein Spieler der Eintracht blickt nicht nur auf zwei enttäuschende Begegnungen mit der Borussia zurück, sondern auf einen enttäuschenden beruflichen Lebensabschnitt: Bamba Anderson hat in der Saison 2010/11 für Gladbach gespielt. Was im Grunde keine genaue Beschreibung des Arbeitsverhältnisses ist, denn Anderson hat zwar bei der Borussia unter Vertrag gestanden, aber für seinen Anspruch viel zu selten gespielt, insgesamt nur dreizehnmal, in der Rückrunde, auch wegen einer Zehenverletzung, gar nicht mehr. Von Fortuna Düsseldorf hatten ihn die Gladbacher mit großen Erwartungen geholt, immerhin war Anderson damals im Sommer 2010 vom Fachmagazin „Kicker“ zum besten Abwehrspieler der zweiten Liga gekürt worden. Doch die Hoffnungen auf beiden Seiten wurden ziemlich enttäuscht. Keine konnte die Erwartungen der anderen erfüllen.

          Zunächst auf Leihbasis

          Die beidseitige Unzufriedenheit war das Glück der Eintracht. Sportdirektor Bruno Hübner erinnerte sich an seine Zeiten in der zweiten Liga beim MSV Duisburg und an den „glänzenden Abwehrspieler“ Anderson. Gemeinsam mit Trainer Armin Veh lockte er den Brasilianer an den Main, 2011 zunächst auf Leihbasis für 100.000 Euro Gebühr, ein Jahr später für eine feste Ablösesumme von 800 000 Euro. Längst hat Anderson in Frankfurt geschafft, was ihm in Mönchengladbach nie gelungen war: Er ist unangefochtene Stammkraft, gehört zu den sichersten Abwehrspielern in der Liga. Bei der Eintracht bildet er gemeinsam mit dem Peruaner Carlos Zambrano eine südamerikanische Abwehrallianz, die nicht nur durch Zweikampfstärke, sondern auch mit spielerischen Qualitäten überzeugt. Es ist erst drei Tage her, da hat Trainer Veh die beiden nach dem 2:0-Sieg gegen Maccabi Tel Aviv explizit gelobt. Zambrano habe „überragend“ gespielt, Anderson sei „sehr spielstark“.

          Anderson gehört zu den wenigen Eintracht-Profis, die sich auf die Partie in Mönchengladbach freuen. „Ich spiele immer gerne gegen meinen ehemaligen Klub“, sagt er. Viele Kontakte zur Borussia hat er freilich nicht mehr. „De Camargo und Dante waren meine besten Kumpels“, erzählt er, „aber die sind ja auch beide weg.“ Den Venezolaner Juan Arango, den manchmal genialen Spielmacher der Gladbacher, kennt er noch näher, die meisten anderen nicht. „Sonst habe ich mit der Borussia nicht mehr viel zu tun“, gibt er zu. Hört sich nicht an, als habe die kurzer Zeit in Gladbach tiefe Spuren hinterlassen. Bei der Eintracht sei dies ganz anders. Frankfurt ist längst zur Heimat für Anderson Soares de Oliveira geworden. Der Vertrag läuft noch bis 2015, nichts steht einer weiteren Zusammenarbeit entgegen.

          Emotionale Bindungen werden den Fünfundzwanzigjährigen also nicht daran hindern, ein gutes Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber zu machen. „Wir müssen konzentriert spielen, dann können wir dort gewinnen“, sagt er und lässt keine Zweifel, dass dies das große Ziel der gesamten Mannschaft ist. Die wurmt, dass es national beileibe nicht so gut gelaufen ist in den letzten Wochen wie international. „Obwohl wir ja eigentlich in der Bundesliga genauso gut spielen wie in der Europa-League“, sagt Trainer Veh. „So, wie wir spielen, können wir an einem guten Tag alle schlagen.“ Wirklich alle? „Ja, wir wären in der Lage, auch die Bayern zu besiegen“, sagt Veh mit einem leichten Augenzwinkern. Ein Sieg in Mönchengladbach wäre schon mal ein Anfang.

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