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Eintracht Frankfurt : Alles oder Nichts

Applaus, Applaus! Die Spieler erhalten Beifall nach einer couragierten Darbeitung und danken dem Publikum. Bild: dpa

Hütter und Fernandes gesperrt, Hasebe erleidet Nasenbeinbruch: Die Eintracht fühlt sich nach dem 0:0 gegen Inter trotz allem gestärkt für den Showdown.

          Von der Europäischen Fußball-Union hat Adi Hütter am Freitag eine Mitteilung erhalten, die ihn verwunderte. Der Trainer der Eintracht hatte zuvor die Funkstille noch als gutes Zeichen gewertet: „Ich habe niemanden verletzt oder beleidigt und gehe davon aus, dass ich nicht gesperrt werde“, sagte der 49-Jährige am Vormittag nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Inter Mailand (0:0), in dem er kurz die Beherrschung verlor, eine Trinkflasche am Spielfeldrand kaputt trat und dafür von Schiedsrichter William Collum auf die Tribüne verbannt wurde. Ein Irrtum.

          Die Information über seinen Ausschluss für das Rückspiel erreichte ihn und die Eintracht am Nachmittag. In den vergangenen acht Jahren als Proficoach stand Hütter mehr als vierhundert Mal in der Verantwortung, an einen ähnlichen Vorfall konnte er sich nur in seinen Anfangstagen als Fußballlehrer des SCR Altach erinnern. Am Donnerstag sei er allerdings mehr als sonst „in Rage“ geraten, weil nach einem Tritt gegen Sébastien Haller der Strafstoßpfiff ausblieb. In Folge dessen habe er für einen Moment das gute Benehmen vermissen lassen, „wofür ich mich entschuldige“. Das half ihm nicht.

          „Aus einem anderen Blickwinkel“

          Vom ungewohnten Sitzplatz auf der Haupttribüne verfolgte er die Begegnung mit den Italienern „aus einem anderen Blickwinkel“. Es gefiel ihm, was er sah, obwohl der ersehnte Siegtreffer bei allen Versuchen, die seine unverzagt attackierende Auswahl unternahm, ausblieb. „Es war ein guter Auftritt gegen eine internationale Top-Mannschaft“, stelle Hütter fest. „Meine Spieler haben mir imponiert, besonders in der zweiten Halbzeit.“ Mit der Einstellung bis zum Seitenwechsel sei er nicht zufrieden gewesen, „da haben wir zu wenig Mut gezeigt“, doch wie das Team auf die taktischen Umstellungen im Mittelfeld und hinter dem Angriffs-Duo reagiert habe, „macht Mut für das Rückspiel“.

          Gelson Fernandes, Sebastian Rhode und Mijat Gacinovic, die zunächst Mühe hatten, sich so abzustimmen, dass die Mailänder bei der Ballannahme unter Druck gerieten, bildeten danach eine dreiköpfige Spezial-Einheit, die den Platz mit Hingabe und einer Bereitschaft zu Sprints und Dauerläufen beackerte, so dass sich die Eintracht aus der italienischen Umklammerung befreien und ihrerseits zum Angriff blasen konnte „Physisch sind wir in einer sehr guten Verfassung“, sagte Hütter, „das hat man auch daran gesehen, dass wir hinten raus zulegen konnten.“

          Eine Niederlage hinnehmen

          Kleiner Schönheitsfehler: Martin Hinteregger, der bei aller Umsicht, mit der er die Abwehrkette dirigierte, auch die Gelegenheit suchte, sich bei Standardsituationen einzubringen, verpasste den möglichen Führungstreffer (71. Minute). „Das wäre die Krönung gewesen“, sagte Hütter über den Kopfball nach Vorlage von Filip Kostic. „Das muss ein Tor sein“, suchte Hinteregger nicht nach Ausreden für sein Versäumnis, „ich habe zu viel gedacht anstatt ihn einfach rein zu machen. Darüber rege ich mich extrem auf.“ Durch Hintereggers Engagement am letzten Tag der Winter-Transferperiode gewann die Eintracht einen abgeklärten Sicherheitsexperten hinzu, der gegen Inter 81 Ballkontakte und eine Passquote von 76 Prozent hatte. Hütter hob hervor, dass es auch der „defensiven Stabilität“ zu verdanken sei, dass der Bundesligafünfte in diesem Jahr – weder im Tagesgeschäft noch bei der internationalen Zusatzbeschäftigung – eine Niederlage hinnehmen musste.

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