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Eintracht Frankfurt : Alles auf Anfang

Im Fluss: Die Spieler laufen, Trainer Kovac schaut zu und schmiedet an seinem Plan für die Partie der Eintracht in Mönchengladbach. Bild: Jan Huebner

Trainer Kovac sucht nach seiner besten Eintracht-Elf. Reinartz könnte als Stratege zurückkehren, um Torwart Hradecky allerdings wird noch gebangt.

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          Mehr Kopf als Bauch: „Ich bin schon ein rationaler Mensch“, sagt Niko Kovac. Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht will sich weniger von Gefühlen, als vielmehr von Fakten leiten lassen. Seine Wunschelf für das schwere Auswärtsspiel an diesem Samstag in Mönchengladbach? „Ich habe schon etwas im Kopf. Der Großteil steht. Ein, zwei Positionen sind noch vakant.“ Sicher ist: Das Gesicht der Eintracht wird anders als zuletzt aussehen. Spieler wie der lange Zeit verletzte Stefan Reinartz zieht es wieder mit Macht zurück in die Mannschaft – und derzeit spricht vieles dafür, dass der neue Eintracht-Coach den von Sportdirektor Bruno Hübner als „Strategen“ gerühmten Reinartz ab sofort wieder mit Führungsaufgaben in der Startfeld betrauen wird.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Weil zudem Abwehrchef Carlos Zambrano mit großer Wahrscheinlichkeit verletzt ausfällt und sich Kovac dabei ganz auf das Urteil der medizinischen Abteilung verlässt, die sagt, „es geht nicht“, muss der 44 Jahre alte in Berlin geborene Kroate bei seiner Feuertaufe als Bundesligatrainer personelle Veränderungen vornehmen: „Ich bin froh, dass mit Stefan Reinartz und Luc Castaignos zwei Spieler wieder zurück sind und ich sie bei mir habe.“ So hatte der mit großem Elan seiner Arbeit nachgehende Kovac schon während der Woche durchblicken lassen, Spieler dort zum Einsatz bringen zu wollen, wo sie ihr größtes Potential ausspielen können. Der langjährige Rechtsaußen Stefan Aigner also im Borussia-Park auf links – und Linksfuß Haris Seferovic auf rechts? In den Tagen des Umbruchs ist nichts unmöglich bei der Eintracht. Kovac muss etwas ändern, um gemeinsam mit der Mannschaft drohendes sportliches Unheil abzuwenden.

          Torhüter Hradecky hofft, dass er spielen kann

          Weil seit seinem Dienstantritt am Dienstag in den nachfolgenden, jeweils gut neunzig Minuten dauernden Trainingseinheiten „intensiv“ auf dem Platz gearbeitet worden sei, wie Kovac zwei Tage später ausführte, will er im Abschlusstraining an diesem Freitag während der fünfzigminütigen Zusammenkunft „die Stimmung heben und die Spritzigkeit fördern“. Kovac selbst gibt sich vor seinem Trainerdebüt in der Bundesliga entspannt. „Im Moment bin ich noch ganz cool und total fokussiert“, sagt er. Doch das Prickeln, das gewisse Etwas, wenn es dann am Samstag los geht, „wird sicherlich kommen“.

          Wer dabei sein soll, um auf Gladbacher Boden wie schon im November 2014 vielleicht auch jetzt für eine Überraschung zu sorgen, will Kovac in der Sitzung am Spieltag bekanntgeben. „Und dann werden wir uns auch ins Gedächtnis rufen, was wir während der Woche trainiert haben, damit es keiner vergisst“, sagt der Eintracht-Trainer. „Die Spannung bei den Jungs muss bei allen hoch sein.“ Spannend empfindet auch André Schubert, was sich in den vergangenen Tagen beim Gegner in Frankfurt ereignet hat. „Wir werden versuchen, uns über die Kovac-Brüder zu informieren“, sagte der Gladbacher Trainer am Donnerstag. „Es ist kein Wunschkonzert, aber es ist berechenbarer, wenn es keinen Trainerwechsel beim Gegner gibt.“

          Schubert ist sicher: „Alle Frankfurter Spieler gehen mit einer neuen Verantwortung ins Spiel und werden ans Limit gehen.“ Bis ans Limit – und bei dem einen oder anderen vielleicht sogar darüber hinaus: Von dem noch immer angeschlagenen Lukas Hradecky ist auszugehen, dass er bis zum Anpfiff alle Möglichkeiten ausschöpft, um voll einsatzfähig zu sein. Der Torwart der Eintracht, zuletzt wegen eines Hexenschusses gehandicapt, nutzt derzeit neben individuellem Training auch die Vorzüge der Elektrotherapie. Der Finne selbst signalisierte am Donnerstag mit seiner gewohnt positiven Ausstrahlung, dass mit ihm zu rechnen sei. Auch Kopfmensch Kovac ließ sich von dem Optimismus seines Torhüters anstecken: „Wenn alles glatt läuft, wird Lukas wieder spielen.“ Und versuchen mitzuhelfen, dem bisherigen Kurs der Eintracht eine neue Richtung zu geben.

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