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Frankfurter Haushalt : Der 4,5-Millionen-Abstieg

  • -Aktualisiert am

Falls die Eintracht absteigt, würde die Pacht für das Stadion sinken: Ein Fan sitzt auf den leeren Rängen der Commerzbank-Arena in Frankfurt. Bild: Reuters

Für den Fall, dass Eintracht Frankfurt absteigt, trifft das auch den Etat der Stadt hart. Um sich gegen einen möglichen Abstieg zu wappnen, hat die Stadt sogar eine Abstiegsrücklage angespart.

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          Sollte Fußball-Erstligist Eintracht Frankfurt zum fünften Mal nach 1996, 2001, 2004 und 2011 in die Zweite Bundesliga absteigen, würde das der Stadt Frankfurt Einnahmeverluste in Millionenhöhe bringen. Das Frankfurter Sportdezernat teilte auf Anfrage mit, der Eintracht-Abstieg 2011, dem damals der direkte Wiederaufstieg folgte, habe die Stadt rund 4,5 Millionen Euro gekostet. Allerdings sei ein eventueller Fehlbetrag schwierig zu schätzen, weil zum Beispiel die Höhe der Miete für das städtische Stadion, die die Eintracht zu zahlen habe, von der Zuschauerzahl abhänge.

          Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) will von einem Abstieg des wichtigsten hessischen Fußballvereins ohnehin nichts wissen. Er sagte: „Die Eintracht beschert uns noch zwei spannende Spieltage.“ Die Mannschaft habe gerade in den vergangenen Spielen mit dem neuen Trainer enormen Kampfgeist gezeigt. „Ich bin sicher, das wird belohnt.“ Die Eintracht tritt morgen und am Montag zu Relegationsspielen gegen den 1.FC Nürnberg an, den Dritten der zweiten Bundesliga.

          Sparen, um sich gegen einen Abstieg zu wappnen

          Die städtischen Verluste 2011/2012 basierten vor allem auf einer niedrigeren Pacht, die der Betreiber der Commerzbank-Arena an den Eigentümer zu zahlen hatte. Ähnlich könnte es diesmal werden: Während in der ersten Liga rund sieben Millionen Euro im Jahr fällig sind, würden es in der zweiten Liga wohl nur etwa drei Millionen Euro, die die private Stadion Frankfurt Management GmbH an die städtische Sportpark Stadion GmbH zu entrichten hätte – vorausgesetzt, die Zuschauerzahlen entwickelten sich in der zweiten Liga auch dieses Mal in ähnlicher Weise. Die Eintracht-Frankfurt-Fußball-AG als Hauptnutzer des Stadions wiederum zahlt eine Warmmiete von durchschnittlich rund 7,5 Millionen Euro an den privaten Betreiber. Auch diese Summe würde in der zweiten Liga entsprechend sinken.

          Um sich gegen das Abstiegsrisiko zu wappnen, legt die Stadt jedes Jahr einen bestimmten Betrag im Haushalt zurück. Diese sogenannte Abstiegsrücklage kann sie im schlimmsten Fall dann anzapfen. Allerdings soll das Geld nur ausreichen, um ein Jahr zweite Liga der Frankfurter Eintracht zu decken. Andernfalls müsste die Kommune noch mehr Geld zuschießen, damit der Etat der eigenen Sportpark Stadion GmbH ausgeglichen werden kann. Ferner bildet die Stadt jedes Jahr eine Rücklage für Reparaturen am Stadion.

          Jährliche Einbußen von 40 Prozent erwartet

          Doch selbst ohne diese beiden Rücklagen wendet die Stadt für das 2005 fertiggestellte Stadion jedes Jahr rund elf Millionen Euro auf. Die Summe ergibt sich aus jeweils rund 3,5 Millionen Euro für Zins und Tilgung der Bausumme in Höhe von 188,5 Millionen Euro; hinzu kommt eine lineare Abschreibung auf diesen Betrag von zwei Prozent im Jahr. Kaum zu beziffern hingegen sind die Steuerausfälle im Fall eines Abstiegs. Es könnte sein, dass die Gewerbetreibenden am Stadion weniger einnehmen und dann weniger Gewerbesteuer zahlen.

          Fest steht der Abstieg des FSV Frankfurt, der nächste Saison nur noch in der dritten Liga spielen wird. Die Bornheimer hatten erst Ende vergangenen Jahres einen neuen Betreibervertrag für das mit mehr als 30 Millionen Euro Steuergeld erneuerte Stadion bekommen. Der Kontrakt gilt von Juli an für vier Jahre und sollte der Stadt für jedes Jahr zweite Liga eigentlich eine Miete von rund 530.000 Euro bringen. Mit dem Geld sollten die Baukosten refinanziert werden.

          Dieser Betrag wird nun deutlich sinken. Im Römer ist die Rede von jährlichen Einbußen in Höhe von 40 Prozent – was einer Verlustsumme von rund 210.000 Euro entspricht. Sportdezernent Frank geht nach eigenen Worten aber davon aus, dass der Verein unmittelbar wieder aufsteigt. Er sagte: „Der FSV hat uns seinerzeit mit seinem Turboaufstieg in Atem gehalten.“ Er sei sicher, dass am Bornheimer Hang schon in Kürze wieder Zweitliga-Fußball zu sehen sein werde.

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