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Eintracht Frankfurt : Rettung geht vor Förderung

  • -Aktualisiert am

Wohl wieder dabei: Carlos Zambrano (links, hier im Hinspiel gegen Farfan) kuriert eine Erkältung aus. Bild: Wonge Bergmann

Klassenverbleib noch nicht garantiert: Eintracht-Trainer Armin Veh legt großen Wert auf die Pflege der Talente in den Reihen seiner Mannschaft – aber ein Ziel ist ihm noch viel wichtiger.

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          Die Zeit der Experimente könnte bald kommen – aber noch ist es nicht so weit. Solange Eintracht Frankfurt nicht gerettet ist, wird ihr Trainer Armin Veh sich hüten, die Verjüngung seines Teams allzu zügig voranzutreiben. Er habe sich auch „gar keine Gedanken gemacht“, sagte Veh am Donnerstag, ob er demnächst mal vermehrt das eine oder andere Talent ranlasse – so wie das gerade bei Schalke 04, dem Gegner der Frankfurter an diesem Freitag (20.30 Uhr/live in Sky und F.A.Z.-Liveticker), derart konsequent praktiziert wird, dass schon vom erfolgreichsten Ausbildungsplatz der Fußball-Bundesliga die Rede ist. Dafür stehen Namen wie Max Meyer, Leon Goretzka oder Kaan Ayhan, die – alle noch keine zwanzig Jahre alt – schon in der Bundesliga und sogar in der Champions League mithelfen durften. „Jeder will doch junge Spieler fördern“, sagte Veh, aber es müsse schon einiges zusammenpassen, damit es zu vermehrten Einsätzen komme. Bei der Eintracht war es nicht genug.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sonny Kittel zum Beispiel, das vermeintlich größte Talent der Eintracht, ist auch der größte Pechvogel, massive Knieverletzungen bis hin zum Knorpelschaden ließen keinen einzigen Einsatz in dieser Spielzeit zu. Marc Stendera, erst 18 Jahre alt, war nach einem Kreuzbandriss in der Saisonvorbereitung, ebenfalls lange außen vor, steht aktuell aber für die Linie Vehs: „Die, die was können, setzen wir auch ein“, sagt der bald scheidende Trainer. Stendera kam in vier der vergangenen fünf Partien zum Einsatz, dass er jeweils erst in der Schlussphase eingewechselt wurde, hat mit behutsamer Wiedereingliederung nach langer Abstinenz zu tun. Abwehrspieler Marc-Oliver Kempf, der Letzte aus dem Kreis der Hochbegabten, kam auch erst zweimal zu Kurzeinsätzen, wobei ihm vor allem die gelungene Transferpolitik des Vereins in die Quere kam: Der routinierte Winter-Zukauf Alexander Madlung macht seine Sache so gut, dass für einen Jungspund wie Kempf kein Platz war. Wieder nichts also. Für einen wie den erst 17 Jahre alten Angreifer Luca Waldschmidt, von dem Veh einiges hält und den er gerne einmal bringen würde, gilt das allemal.

          Keine Schalker Verhältnisse

          An dem Prinzip Rettung geht vor Förderung wird sich auch gegen Schalke nichts ändern, denn noch ist Abstiegskampf. Da ist es dringlicher, wie Veh die nächste Umstellung bewältigt, die vor ihm liegt. Er geht zwar davon aus, dass der von einer Erkältung noch beeinträchtigte Abwehrchef Carlos Zambrano wieder spielen kann, aber dass Mittelfeldspieler Johannes Flum wegen seiner Schulterverletzung ausfällt, ist sicher. Ein weiterer Spieler aus dem zentralen defensiven Mittelfeld also, so wie zuvor schon Sebastian Rode und Kapitän Pirmin Schwegler, der nach seiner Viruserkrankung noch kein Kandidat für die Startelf sein dürfte. Allerdings kommt Veh eine Qualität der Eintracht zugute, die der Trainerkollege Dieter Hecking vom VfL Wolfsburg kürzlich mal so zusammengefasst hat: „Die Eintracht hat mittlerweile zwei gute Mannschaften in ihrem Kader.“ Und Veh einigermaßen ausreichende Wechseloptionen. Auch das macht es für junge Spieler so schwer, in Frankfurt Schalker Verhältnisse herbeizuführen. Zumal Veh sich weigert, angesichts von 35 Punkten schon lockerzulassen: „Ich denke nicht ansatzweise daran, dass wir durch sind.“ Denn: „Es gibt keinen, der mir garantieren kann, dass wir mit 35 Punkten drinbleiben.“

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