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Eintracht Frakfurt : Sinkendes Selbstvertrauen

  • -Aktualisiert am

Versucht die krisengesteuerte U 23 in den Griff zu bekommen: Trainer Alexander Schur. Bild: Wonge Bergmann

Die U23 der Eintracht steckt mitten in einer Krise. Mittelfeldspieler Denis Streker ist das beste Beispiel für den großen Aderlass bei der zweiten Vereinsmannschaft in diesem Sommer.

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          Mittelfeldspieler Denis Streker ist das beste Beispiel für den großen Aderlass bei der zweiten Vereinsmannschaft der Frankfurter Eintracht in diesem Sommer. Für die TSG Hoffenheim machte der Einundzwanzigjährige, der aufgrund einer Ausstiegsklausel den Verein wechselte, am vergangenen Freitag sein erstes Bundesliga-Spiel gegen Greuther Fürth. Dessen persönlicher Aufstieg steht in krassem Gegensatz zur Entwicklung der „kleinen“ Eintracht in der Regionalliga Südwest. Nur 11 Punkte und 14:25 Tore nach 13 Spielen: Die Mannschaft von Trainer Alexander Schur ist Letzter im Feld der 19 Mannschaften. „Die Situation ist nicht befriedigend“, sagt Nachwuchskoordinator Holger Müller. Zur Erinnerung: Am 20. August 2005 lag die U23 zum letzten Mal am Tabellenende, damals in der Hessenliga. In der Vorsaison hingegen war der Eintracht-Nachwuchs mit dem früheren Coach Oscar Corrochano immer unter den besten sechs Teams zu finden, so durften sie sich am Riederwald sogar mit dem Aufstieg in die dritte Profiliga beschäftigen.

          Aber die Radikalkur beim Personal verkraftete der neu aufgestellte Talentschuppen nicht. Mit Elia Soriano, Ugur Albayrak, Dimitrij Nazarov, Marcos Alvarez und Sascha Wolfert, die 51 der 69 Tore erzielten, verließen die torgefährlichsten Spieler den Rangdritten der abgelaufenen Runde. „Die Mannschaft ist günstiger geworden“, sagt Müller. „Der Etat ist nicht gekürzt worden, doch wir mussten auch in andere Dinge investieren.“ Der gute Start in die aktuelle Spielzeit mit zehn Punkten aus fünf Spielen verbarg nur die Probleme. Denn es folgten acht Begegnungen, in denen die Frankfurter lediglich einen Punkt holten. Individuelle Fehler beschleunigten den Absturz der jungen Mannschaft, die außerdem Verletzungspech beklagt. Zur Krisenbewältigung ergriff Schur viele Maßnahmen. Unmittelbar nach dem 0:1 gegen den FSV Frankfurt musten seine Spieler eine Strafeinheit absolvieren. Der ehemalige Eintracht-Profi führte auch Einzelgespräche und stellte das Spielsystem von einer auf zwei Spitzen um. Trotzdem wurde der freie Fall nicht gestoppt. Das Selbstvertrauen sinkt von Spieltag zu Spieltag. Immerhin macht Schur der Abstiegskampf keine Angst. Mit der A-Jugend bestand er schließlich schon einmal den Härtetest. Das hat ihn ruhiger werden lassen, heute plagen ihn keine „Selbstzweifel“ mehr. Stattdessen setzt er dem Negativlauf „positives Denken“ entgegen. Und zu befürchten hat Schur, der momentan seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert, auch nichts. „Er und sein Assistenztrainer Patrick Glöckner machen sehr gute Arbeit“, sagt Müller. „Da gibt es überhaupt keine Diskussion.“

          „Unser Ziel ist es, mit aller Macht die Regionalliga zu halten“

          Unerwarteter Aufschwung bei den Profis, aber Niedergang bei den Amateuren: Auf die Frage, ob sich Cheftrainer Armin Veh beklagt habe, antwortet Müller: „Die Trainer sind immer im Austausch.“ Beim 1:3 gegen Waldhof Mannheim half nicht einmal Verstärkung von den Profis - und das, obwohl Sonny Kittel mit seiner Leistung Schur zufriedenstellte. So wird es wohl spätestens in der Winterpause eine Neuverpflichtung geben. Gesucht wird ein Stürmer. Der muss dann einschlagen, schließlich können bis zu sechs Mannschaften aus der Südweststaffel absteigen. „Unser Ziel ist es, mit aller Macht die Regionalliga zu halten“, sagt Müller. Der Weg ist noch lang für die „kleine“, sorgengeplagte Eintracht.

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