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Eintracht Frankfurt : Neuer Trainer, neues Glück?

Ende der zweiten Dienstzeit: Armin Veh bei seiner letzten Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Ingolstadt Bild: Imago

Armin Veh ist bei der Eintracht gescheitert. Seine Entlassung soll den Klub vor dem Abstieg retten. Heribert Bruchhagen spricht von einer „Entscheidung aus Überzeugung“ und nimmt die Spieler in die Pflicht.

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          Als die schriftliche Bestätigung morgens um acht Minuten nach zehn eintraf, standen schon mehr als zwei Dutzend Reporter im Nieselregen an der Frankfurter Arena. Dass sich die Eintracht von Trainer Armin Veh trennen würde, hatte sich nach dem 1:1 gegen Aufsteiger Ingolstadt angedeutet. Vollzogen wurde der Schlussstrich in der Nacht zum Sonntag – und Heribert Bruchhagen war derjenige, der an einer zugigen Ecke der kalten Betonschüssel über das Ende der Ära Veh sprach. „Es war notwendig, eine Veränderung vorzunehmen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Über allem stehen die Interessen von Eintracht Frankfurt. Es besteht Vertrauen in die Arbeit von Armin Veh, aber es sind Zweifel gekommen, weil das Leistungsbild der Mannschaft, gepaart mit der Stimmung im Umfeld, nicht mehr gestimmt hat. Armins Entscheidungen haben zuletzt nicht gegriffen. Bruno Hübner hat ihm unseren Entschluss persönlich überbracht.“ Bruchhagen führte zwar aus, „dass wir kein Verein sind, der sich vom ersten Gegenwind wegblasen lässt“. Doch der Entschluss, sich von dem zum zweiten Mal in Frankfurt beschäftigten 55 Jahre alten Fußballlehrer zu trennen, sei einstimmig gefallen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Über die Modalitäten der Trennung sagte er nichts. „Wir haben es uns nicht leichtgemacht, aber ich habe die Entscheidung aus Überzeugung mit getroffen“, sagte der im Sommer aus seinem Amt scheidende Bruchhagen. „Die Ziele, die wir hatten, und das Bild, das die Mannschaft abgegeben hat, haben nicht übereingestimmt. Die Spieler müssen sich die Frage stellen, inwieweit sie ihr Leistungsvermögen abgerufen haben“, wurde Bruchhagen deutlich. „Armin Veh ist traurig, dass er die Mannschaft verlassen muss. Aber vielleicht ist er auch erleichtert. Bei ihm war die Entscheidung wahrscheinlich schon innerlich gefallen.“

          Schon vor dem Beginn der Partie Pfiffe gegen Veh

          Dass die Eintracht „zeitnah“ einen Nachfolger finden will, ist zwingend notwendig. Die Lage der Mannschaft, die weiterhin auf dem 16. Tabellenplatz verharrt und bei der Marc Stendera wegen eines Muskelfaserrisses zwei bis drei Wochen ausfällt und Carlos Zambrano die Partie in Mönchengladbach wegen einer Oberschenkelzerrung verpassen könnte, ist angespannt. Die Lage jenseits des Platzes ist es auch. Denn Bruchhagen führte aus, was letztlich zur Trennung von Veh erforderlich gemacht habe: „die Befriedung des Umfeldes“. Mit einem neuen Coach gelte es nun, „einen neuen Impuls zu geben sowie eine Leistungssteigerung des Teams zu erreichen. Sonst macht man so etwas ja nicht.“

          Beim Unentschieden gegen Ingolstadt hatte die Anti-Veh-Stimmung ihren Höhepunkt erfahren. Schon vor dem Anpfiff, bei der Nennung des Trainernamens, hallten ohrenbetäubende Pfiffe durch die Arena. Das Publikum, das schon Mitte der Woche in Berlin auf Veh gepfiffen und „Armin raus“-Rufe skandiert hatte, hatte den Schuldigen der Eintracht-Misere längst ausgemacht. Vehs nach der Nullnummer gegen Hamburg gemachte flapsige Bemerkung in Richtung der pfeifenden Fans, doch „daheim zu bleiben“, hatte kontraproduktive Wirkung. Die Eintracht-Fans blieben tatsächlich in größerer Zahl den folgenden Heimspielen fern. Als es galt, ohne Torjäger Alexander Meier gegen Ingolstadt den dringend benötigten Heimsieg zu schaffen, waren nur 40.000 Zuschauer in der Arena.

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