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Einstimmiger Beschluss : Landtag entschuldigt sich für Verfolgung Homosexueller

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Der hessische Landtag hat sich einstimmig für die jahrzehntelange Kriminalisierung Homosexueller entschuldigt. Der berüchtigte Paragraph 175 Strafgesetzbuch habe die Menschenwürde von Schwulen und Lesben empfindlich beeinträchtigt.

          Der hessische Landtag hat sich am Mittwoch einstimmig für die jahrzehntelange Kriminalisierung Homosexueller in Deutschland entschuldigt. In einem von allen Parteien unterstützten Antrag wurde bedauert, dass der berüchtigte Paragraf 175 des Strafgesetzbuches noch bis 1969 in Kraft war. Dies habe die Menschenwürde von Schwulen und Lesben empfindlich beeinträchtigt. Das Landesparlament empfahl zugleich, alle Initiativen zur historischen Aufarbeitung dieses Unrechts zu unterstützen.

          Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) sprach wie die Vertreter anderer Fraktionen von einer „historischen Entscheidung“. In keinem anderen Bundesland gebe es dazu einen Beschluss in dieser Klarheit. Der Anstoß für den Antrag kam von den Grünen.

          Der Strafrechtsparagraf 175 wurde 1871 im Deutschen Reich eingeführt. Er bedrohte die „widernatürliche Unzucht“ zwischen Männern mit Gefängnis. 1935 verschärften die Nazis den Paragrafen: Bis zu zehn Jahren Zuchthaus konnten verhängt werden. In der Bundesrepublik galt die nationalsozialistische Fassung von 1945 bis 1969 unverändert weiter. In dieser Zeit gab es knapp 50 000 Verurteilungen und etwa 100 000 Ermittlungsverfahren. Ganz aus dem Strafgesetzbuch wurde der Paragraf 175 erst 1994 gestrichen.

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