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„Osmanen“ und „Lions“ : Rocker marschieren auf

Treffpunkt: Eine Rocker-Gruppe hatte sich am Friedrich-Stoltze-Platz getroffen, die andere am der Eissporthalle Bild: dpa

Die Polizei hat einen möglichen Kampf zwischen zwei Rockergruppen verhindert. Die türkischen „Osmanen“ und die kurdisch geprägten „Lions“ wollten wohl einen länger schwelenden Konflikt austragen.

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          Die Polizei hat eine größere Auseinandersetzung zwischen Rockern verhindert. Am Dienstagabend waren es Anhänger der „Osmanen“, einer Untergruppierung der türkischen Hells Angels, die sich mit der kurdisch geprägten Organisation der „Lions“ treffen wollten; offenbar, um einen länger schwelenden Streit auszutragen. Allerdings kamen die Rocker nicht weit. Während sich etwa 30 Mitglieder der „Osmanen“ schon um 22.30 Uhr am Friedrich-Stoltze-Platz versammelt hatten, fuhren die „Lions“ eine Stunde später auf schweren Maschinen und mit Autos auf dem Festplatzgelände an der Eissporthalle vor. Dort erwartete sie bereits ein Großaufgebot der Polizei.

          Bis in die Nacht hinein wurden die Männer kontrolliert. Eine geladene Schusswaffe, Messer und ein Schlagring wurden sichergestellt. Die Pistole hatte einer der Rocker zuvor in einem Gebüsch entsorgt, sie wurde von Beamten jedoch entdeckt. Nachdem ihnen ein Platzverweis erteilt worden war, begleitete die Polizei die Rocker noch in der Nacht aus der Stadt in Richtung Gießen. Während der Kontrollen kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Festplatz, um die Gruppe im Blick zu haben.

          Polizei ist „nahe an der Szene dran“

          Gleichzeitig wurden auch die Anhänger der „Osmanen“ kontrolliert, die am Friedrich-Stoltze-Platz, auf dem es an Himmelfahrt zu einer Schießerei unter Hells Angels gekommen war, vergeblich auf ihre Gegner warteten. Auch sie waren von dem Aufgebot der Polizei überrascht worden, leisteten aber keinen Widerstand. Anschließend verließen sie die Stadt freiwillig.

          Es war nicht das erste Mal, dass die Polizei Auseinandersetzungen im Rockermilieu verhindert hat. Nach der Schießerei an Himmelfahrt mit zwei Schwerverletzten sei man „nahe an der Szene dran“, heißt es in der Behörde. Eine Sprecherin sagte gestern, die Kontrollen dienten vor allem der Prävention. Vorrangiges Ziel sei es, weitere Auseinandersetzungen zu verhindern. Dass es dazu wohl auch in Zukunft noch öfter kommen könnte, hat das Aufeinandertreffen am Dienstagabend abermals deutlich gemacht. In der Szene der Hells Angels, aber auch ihrer Untergruppierungen wie dem „Lions Fight Club“ und den „Osmanen“, wird derzeit offenbar heftig über die Verteilung von Macht und Einfluss gestritten.

          Von einem Zersetzungsprozess des eigenen Milieus wollen die Gruppierungen zwar nicht sprechen, aber darauf deutet viel. Die Schießerei vor dem Katana-Club vor fast genau zwei Jahren hatte erstmals öffentlich werden lassen, dass es einen Grabenkampf zwischen deutschen („Old Schoolern“) und türkischen Rockern gibt. Die „Osmanen“, einst Unterstützer der Old Schooler, folgten schließlich der türkischen Fraktion rund um deren Anführer Aygün M., der inzwischen sein eigenes Clubhaus in Gießen betreibt. Nun spalten sich die „Osmanen“ selbst immer weiter auf.

          Schwelender Konflikt zwischen verschiedenen Gruppierungen

          Die „Lions“, eine noch relativ neue Gruppe im Rocker-Milieu, standen den „Osmanen“ ursprünglich nahe und galten sogar als ihnen untergeben. Schon im Laufe des vergangenen Jahres beobachteten aber die Sicherheitsbehörden, dass sich die „Lions“ von den „Osmanen“ abspalteten. Zum einen, um eigenen Geschäften nachzugehen, zum anderen aber vor allem, weil es persönliche Differenzen einzelner Anhänger gab.

          Im Oktober kam es dann im Landkreis Offenbach mehrfach zu Auseinandersetzungen beider Gruppen; eine davon vor dem Club 62 in Sprendlingen. Die Polizei sprach damals von einem „schwelenden Konflikt zwischen verschiedenen Gruppierungen“. Unklar blieb jedoch, welche Rolle dabei der Chef der türkischen Fraktion, Aygün M., spielt, der sich in der Szene der „ausländischen Rocker“ die Macht gesichert hat. So schätzen Sicherheitsbehörden allein in Hessen die Größe des türkischen Charters in Gießen auf mehr als hundert Personen – Tendenz steigend, denn der Zulauf ist seit Bestehen des Clubhauses immens.

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