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Einhausung der A 661 : Hoffen auf Geld aus Berlin

Ein Jahrhundertprojekt: Die A 661 soll eingehaust werden. Bild: Cornelia Sick

Die Einhausung der A 661 ist ein städtebauliches Projekt geworden, das Bauland für 3000 bis 5000 Wohnungen schaffen soll. Auf finanzielle Hilfe vom Bund kann sich das Land aber nicht verlassen.

          Im Jahr 2011 stand der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf der Autobahnbrücke über die A 661 zwischen Frankfurt-Bornheim und Seckbach und ließ sich von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) die Pläne für eine Einhausung erläutern. Der Minister stellte nur einen marginalen Betrag in Aussicht, gefordert sei vor allem die Kommune, ließ er Roth abblitzen.

          Gestern stand mit dem CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus wieder ein Spitzenpolitiker aus Berlin auf besagter Brücke. Doch schaute er nicht nach Süden, sondern nach Norden. Denn aus einer Einhausung in Richtung Süden, die in erster Linie die Bewohner Bornheims vor dem Autobahnlärm schützen sollte, ist nun ein städtebauliches Projekt geworden, das nördlich der Brücke Bauland für 3000 bis 5000 Wohnungen schaffen soll.

          Nie gefördert

          Die Chancen, dass der Besuch Brinkhaus’ sich als finanziell ertragreicher erweisen sollte als der von Ramsauer, sind freilich gering. Die Einhausung wird mit großer Wahrscheinlichkeit nie vom Bund als Verkehrsprojekt gefördert. Andere Verkehrsvorhaben sind wichtiger, zum Beispiel eine Regionaltangente rund um die Mainmetropole.

          Allenfalls kann Frankfurt darauf hoffen, dass das „Jahrhundertprojekt“, wie es von einigen schon genannt wird, aus dem Topf des Bundesinnenministeriums, das inzwischen auch für Stadtentwicklung und Wohnen zuständig ist, subventioniert wird. Womöglich fragt der Innenminister aber die Frankfurter Bittsteller: „Warum müsst ihr denn auf dem teuersten Baugrund bauen, den man sich vorstellen kann?“

          Die Frankfurter CDU veranschlagt für das Einhausungsprojekt Kosten von 350 Millionen Euro, bezogen auf eine Fertigstellung im Jahr 2028. Erfahrungsgemäß dauert aber alles länger und wird teurer. Am Ende wird die Stadt vielleicht bei einer halben Milliarde landen. Kann sie eine solche gewaltige Summe aus eigener Kraft aufbringen? Ohne einen namhaften Betrag aus dem Topf des Bundes wird es wohl kaum gehen. Es gibt jetzt zwar einen Beschluss der Regierungskoalition für das Großvorhaben. Mehr aber auch nicht.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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