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„Elvis-Suite“ in Bad Homburg : Schlafen wie der King

Zeitreise: Elvis-Begleitmusiker Terry Blackwood zeigt alte Fotos, die in dem Hotelzimmer aufgenommen wurden. Bild: Marcus Kaufhold

Als junger Soldat übernachtete Elvis Presley mit seiner Familie in Ritters Parkhotel in Bad Homburg. Deswegen wird Zimmer 206 dort bald als „Elvis-Suite“ angeboten.

          Das Lied vom guten Geist, das die drei Sänger gestern aus dem Stegreif anstimmen, ehrt jeden Ort: „There’s a sweet, sweet spirit in this place“ singen Terry Blackwood und dessen Begleiter, die zusammen die „Imperials“ bilden. Mehrstimmig, und natürlich sitzt jeder Ton. „Wir haben das Lied damals Elvis im Penthaus vorgesungen“, erzählt Blackwood. „Er mochte es und es wurde Bestandteil jedes Auftritts.“ Der Sänger war dabei, als Elvis Presley nach 1969 bis zu seinem Tod im Jahr 1977 mehr als 1100 Live-Konzerte absolvierte. Ebenso wie die Instrumentalisten, der Pianist Glen Hardin, der Schlagzeuger Ronnie Tutt und der Gitarrist James Burton.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die drei Herren um die 80 Jahre sind Profimusiker, die auf vielen Aufnahmen verschiedenster Künstler zu hören sind. Nach Bad Homburg hat sie allerdings der „King“ geführt, dessen Band sie vor 50 Jahren bis zu dessen Tod bildeten. Elvis war während seiner Militärzeit immer wieder einmal in der Kurstadt, unter anderem zum Karatetraining in der Turnhalle an der Dorotheenstraße. Aber es gibt noch eine weitere Verbindung. „Von der wissen nicht einmal viele Fans“, sagt Dennis Jale, der heute mit der „TCB“ genannten Original-Elvis-Band auf Tour geht. „Elvis hat in Ritters Parkhotel übernachtet, als seine Familie nach Deutschland gekommen ist.“ Vater Vernon, Oma Minnie Mae und zwei Leibwächter und Freunde reisten aus den Vereinigen Staaten mit dem Flugzeug an und nahmen am 4. Oktober 1958 ihr erstes Quartier in dem Hotel an der Kaiser-Friedrich-Promenade.

          Erinnerung lebendig halten: „Elvis-Suite“ in Bad Homburg

          Das Haus gehörte damals schon zum Steigenberger-Konzern und firmiert heute unter diesem Namen. Elvis war fünf Tage zuvor mit dem Schiff angekommen und in den Ray Barracks in Friedberg untergebracht. Er bekam zwei Tage Sonderurlaub und verbrachte sie mit seiner Familie in Ritters Parkhotel – die Mutter war erst wenige Wochen zuvor gestorben. Danach zog der Elvis-Clan weiter in Hilberts Parkhotel nach Bad Nauheim.

          „Wohnzimmerkonzert mit akustischen Instrumenten“

          Zuvor gab es am 5. Oktober eine Pressekonferenz in Bad Homburg, bei der etliche Aufnahmen im Hotel und im angrenzenden Kurpark entstanden. Auf den Bildern ist auch die 16 Jahre alte Margrit Bürgin zu sehen, mit der sich Elvis anfreundete. Der Gelsenkirchener Sammler Andreas Schröer besitzt einige der Fotos im Original. Er weiß, dass es unterschiedliche Angaben zu jenen Tagen gibt. „Vermutlich sogar in meinem eigenen Buch.“ Aber die jetzt genannten Daten stimmten, versichert er. Es passt auch zu gut, denn vom 4. bis 6. Oktober wird die TCB-Band im Steigenberger Hotel spielen, um an den Aufenthalt des „King“ zu erinnern. „Es ist eine Art Wohnzimmerkonzert mit akustischen Instrumenten“, sagt Jale. Der gebürtige Wiener legt Wert darauf, kein Elvis-Imitator zu sein, sondern die Lieder auf seine Art zu interpretieren.

          Das Steigenberger nutzt die historische Verbindung: Nach dem Konzert im Oktober wird Zimmer 206 als „Elvis-Suite“ zu buchen sein. Es soll sich um das Originalzimmer handeln, in dem Soldat Presley schlief. Jale vermutet, dass Bad Homburg danach bei etlichen Fans an der Elvis-Pilgerroute liegt. „Das ist wie bei uns in Wien mit jedem Ort, an dem Mozart war.“ Aber was ist mit den Elvis-Städten Bad Nauheim und Friedberg ganz in der Nähe? „Wir wollen keine Konkurrenz, das ist bei uns was ganz anderes“, versichert der Bad Homburger Bürgermeister Meinhard Matern (CDU). Für Schröer passt das auch ins historische Bild. „Ritters Parkhotel in Bad Homburg und das Hilberts in Bad Nauheim haben Gäste an das jeweils andere Haus vermittelt, wenn sie voll waren.“

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