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Zusätzliche Milliardeneinnahme : Geprüft, gefahndet und gefunden

  • -Aktualisiert am

Mit Grund zur Freude: Der hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) hat den Jahresbericht der Oberfinanzdirektion Frankfurt vorgestellt. Bild: dpa

Hessens Finanzminister hat den Jahresbericht der Oberfinanzdirektion Frankfurt vorgestellt, und das mit einiger Freude. Denn dank der Betriebsprüfer und Steuerfahnder der Behörde hat das Land eine Milliarde Euro mehr eingenommen.

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          Für zusätzliche Einnahmen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro haben Hessens Betriebsprüfer und Steuerfahnder im vergangenen Jahr gesorgt. Das sind allerdings etwa eine Milliarde Euro weniger als noch 2019. Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) stellte am Freitag gemeinsam mit Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg und Finanzpräsidentin Susanne Friedrich den Jahresbericht der Oberfinanzdirektion Frankfurt vor. Laut Boddenberg betrug das gesamte Steueraufkommen in Hessen nach dem Rekordwert von 60 Milliarden Euro 2019 pandemiebedingt nur noch 55 Milliarden Euro, die allerdings nur zum Teil beim Land verbleiben. Im Zusammenhang mit der Pandemie erinnerte Boddenberg daran, dass das Land den Unternehmen in Summe mit mehr als 13 Milliarden Euro geholfen habe, um deren Liquidität zu sichern. „Es war unser Ziel, dass die Unternehmen zahlungsfähig blieben“, sagte der Finanzminister. Potentielle Steuerbetrüger warnte er dagegen vor der Leistungsfähigkeit der hessischen Finanzämter.

          Die Pandemie hat die rund 11.000 Mitarbeiter der Steuerverwaltung vor enorme Herausforderungen gestellt, denn laut Boddenberg wurden in der Zeit von März 2020 bis Mai 2021 mehr als 518.000 Anträge bearbeitet, um etwa Steuern zu stunden oder Vorauszahlungen herabzusetzen. Die steuerliche Entlastung in diesem Zeitraum bezifferte er zeitweise mit rund 8,8 Milliarden Euro. Ob diese Summe am Ende tatsächlich fest steht, hänge davon ab, wie sich die finanzielle Situation der entlasteten Unternehmen nach der Krise darstelle. Mit den Corona-Hilfsprogrammen seien es sogar 750.000 Anträge gewesen, die bei der Steuerverwaltung eingingen. Die Mitarbeiter beantworteten alleine 1,7 Millionen Anrufe von Hessen in den Finanzämtern, das seien etwa 250.000 mehr gewesen als im Vorjahr. Die 35 Finanzämter bearbeiten Steuerklärungen von mehr als 1,6 Millionen Arbeitnehmern und 780.000 Betrieben.

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