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Aktiv-Plus-Haus in Frankfurt : Ein Wohnhaus als Kraftwerk

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160 Meter lang, neun Meter schmal: Aktivhaus an der Speicherstraße in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Ein Mehrfamilienhaus am Main ist das Gegenteil eines Energiefressers - das Gebäude erzeugt mehr Energie als die Bewohner verbrauchen.

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          Strom aus Sonne, Wärme aus dem Abwasserkanal - das 160 Meter lange und neun Meter schmale Mehrfamilienhaus in der Frankfurter Speicherstraße ist nicht nur Wohnhaus, sondern ein kleines Kraftwerk. Insgesamt 1330 Sonnenkollektoren an der Fassade und auf dem Dach erzeugen Strom, der im Keller in einer Batterie gespeichert wird. Dort können die Bewohner die Elektroautos eines Carsharing-Projekts mit dem Strom auftanken. Für Heizung und Warmwasser wird mit dem Sonnenstrom eine Wärmepumpe betrieben, die Wärme aus dem nahen Abwasserkanal abzapft.

          Das Haus sei weltweit das erste Aktivhaus-Plus und übertreffe bekannte Klimaziele, „hier hat die Zukunft bereits begonnen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zur Eröffnung. „Wir wollen, dass es der Normalfall wird.“ Auch Schulen, Kitas oder Universitäten sollten künftig diesen Standard haben.

          „Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch“

          Das Gebäude im Westen der City unweit des Mainufers bietet 74 Wohnungen. Der durchschnittliche Mietpreis liege bei 13,50 Euro pro Quadratmeter, sagte Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG. Die Miete schließe Strom- und Heizkosten ein. Der Bau habe 23,8 Millionen Euro gekostet.

          „Wir zeigen, dass Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch ist und dies allen zugutekommt, der Umwelt und den Mietern, die bezahlbare Mieten und geringe Betriebskosten haben.“

          Architekt des Aktiv-Stadthauses ist Manfred Hegger, der bis vor kurzem den Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen an der Technischen Universität Darmstadt innehatte. Beim Bau wurde auf eine Kombination aus gut gedämmter Gebäudehülle, effizienter Gebäudetechnik, regenerativen Energien und sparsamen Haushaltsgeräte gesetzt.

          Das Aktiv-Stadthaus ist Teil des Netzwerkes Effizienzhaus Plus, das vom Bundesumweltministerium gefördert und wissenschaftlich begleitet wird. Das Netzwerk umfasst derzeit bundesweit über 30 Wohnungsbau-Modellvorhaben im Effizienzhaus Plus-Standard vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus.

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