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Bornheim : Ein neuer Investor für eine alte Baulücke

Baulücke schließen: Sei Jahrzehnten existiert in Bornheim eine Baulücke. Jetzt gibt es einen Bauantrag. Bild: dpa

Überall werden Baugrundstücke gesucht. In Bornheim liegt ein geeignetes Areal seit Jahrzehnten brach. Jetzt gibt es einen Bauantrag, doch nicht allen Stadtteilpolitikern gefällt der Plan.

          Es ist eine Geländebrache, die nur schwer zu verstehen ist. Die Baulücke klafft an der Berger Straße, der Einkaufsmeile von Bornheim. Das Grundstück mit der Hausnummer 232 erstreckt sich bis zur Ringelstraße. In der Nachbarschaft stehen Geschäfts- und Wohnhäuser mit Einzelhandel im Erdgeschoss. Dazwischen gibt es seit Jahrzehnten nur ein paar Schuppen, Garagenbauten und reichlich Gestrüpp. Vollmundig angekündigte Pläne für eine Bebauung des zentralen Areals gab es immer wieder. Verwirklicht wurden sie bislang nicht.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jetzt könnte das Gelände doch noch entwickelt werden. Es liege ein Bauantrag vor, der derzeit geprüft werde, bestätigte der Sprecher des Planungsdezernats auf Anfrage. Seit das Grundstück einen neuen Eigentümer habe, sei Bewegung in die Sache gekommen. Eine in Dreieich ansässige Projektgesellschaft „Berger Straße / Ringelstraße“ wolle einen Wohngebäudekomplex samt Tiefgarage errichten.

          Er könnte also endlich verschwinden, der „Schandfleck“ von Bornheim. So war die verwildert wirkende Fläche im Stadtteil häufig bezeichnet und empfunden worden. Dem Vorwurf, das potentielle Bauland mindergenutzt gelassen zu haben, hatte sich der frühere Eigentümer Heinrich Gaumer wiederholt ausgesetzt gesehen. Der im Juli 2015 gestorbene Immobilienunternehmer, dem zahlreiche über viele Stadtteile verteilte Liegenschaften gehörten, hatte einmal vorgehabt, ein Wohn- und Geschäftshaus mit öffentlicher Garage zu errichten. Passiert ist jedoch nichts. Nach Gaumers Tod ging das Grundstück an neue Eigentümer.

          Die Projektgesellschaft aus Dreieich wolle die langgestreckte Fläche mit einem Komplex aus drei Gebäuden bebauen, heißt es im Planungsdezernat. Insgesamt 67 Wohnungen seien vorgesehen; zwei Drittel davon sollen als geförderter Wohnraum entstehen. An der Berger Straße könnte ein Supermarkt unterkommen. Die Tiefgarage mit 100 Stellplätzen soll ihre Ein- und Ausfahrt an der Ringelstraße haben. In dem dortigen Gebäudeteil solle zudem ein Kinderhort eingerichtet werden. Der sei mit der Stadt schon vor zwei Jahren vertraglich vereinbart, sagte der Sprecher des Planungsdezernats. Dies habe der damalige Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) noch verhandelt.

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          Im Sommer 2016 kamen die Gespräche zum Abschluss. Da die Stadt angesichts der Wohnungsnot Baulücken schließen und Wohnsiedlungen verdichten will, war das als Durchbruch gefeiert worden. Dabei seien allerdings auch frühere Festsetzungen im Bebauungsplan aufgehoben worden, bestätigt das Planungsdezernat. Die bauwillige Projektgesellschaft müsse nicht mehr die vorgesehenen 230 Stellplätze errichten. Vertreter der Grundstücksentwickler waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Die für Bornheim zuständigen Ortspolitiker reagierten darauf nun skeptisch. Es sei zwar gut, wenn das Areal endlich entwickelt würde; andererseits seien die zuvor vorgesehenen 230 Stellplätze stets als unabdingbar angesehen worden, bekräftigten die Fraktionen im Ortsbeirat 4. Im Stadtteil fehlten Parkplätze. Für die ansässigen Gewerbetreibenden wäre es darum wichtig, wenn ihren Kunden in einem Parkhaus öffentliche Stellplätze geboten würden.

          Die Ortsvertreter warnten, dass den Einzelhändlern die Kunden an andere Einkaufsstandorte verlorengingen, weil in Bornheim nur schwierig ein Parkplatz zu finden sei. In einem Antrag forderten die Vertreter von SPD, CDU, FDP, BFF und Die Frankfurter den Magistrat auf, eine dezidierte Zahl an öffentlichen Stellplätzen in dem geplanten Neubau vorzuschreiben.

          Ortsvorsteher Hermann Steib, der sich mit seiner Fraktion Die Grünen der Abstimmung enthalten hatte, sieht die Ortsbeiratskollegen indes vor einem argumentativen Dilemma: Natürlich stimme es, dass Bornheim mit Parkplätzen unterversorgt sei; aber geförderter Wohnraum und eine Kindertagesstätte würden nicht weniger benötigt. Steib rät, zunächst einmal die Baugenehmigung abzuwarten. Dann sollte das Projekt im Ortsbeirat vorgestellt und diskutiert werden – wobei stets im Hinterkopf zu behalten sei, dass endlich eine jahrzehntealte Brache verschwinden könnte.

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